Jetzt spendenDZI Siegel
Publisher Save the Children29.11.2017

Unvorstellbare Grausamkeiten: Rohingya-Überlebende berichten

In unserem Bericht „Horrors I will never forget“ haben wir Erlebnisse von geflüchteten Rohingya-Kinder in Cox’s Bazar dokumentiert – entstanden ist ein erschreckendes Zeugnis unvorstellbarer Grausamkeiten.

Kinder im Flüchtlingscamp Cox's Bazar in Bangladesch. © Bastian Strauch / Save the Children

Warnung: Dieser Bericht enthält Schilderungen von extremer Gewalt an Kindern und  Erwachsenen.

„Ein Soldat riss einer Frau ihr Baby aus den Händen und warf es ins Feuer. Sein Name war Sahab* und er war noch nicht einmal ein Jahr alt. Die Schreie werde ich niemals vergessen.“ Es sind schreckliche Erlebnisse wie dieses, von denen die geflüchteten Rohingya-Kinder in Cox’s Bazar berichten. In unserem Bericht „Horrors I will never forget“ haben wir diese Erlebnisse dokumentiert.

„Das Schlimmste an diesen tragischen Geschichten ist, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um systematische Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen handelt. Nahezu jedes Kind, mit dem wir gesprochen haben, berichtet fürchterliche Geschichten, die es erleben oder mit ansehen musste“, erzählt Helle Thorning-Schmidt, CEO von Save the Children International, die kürzlich das Rohingya-Flüchtlingscamp in Cox´s Bazar besuchte.

Die Flucht der Rohingya ist eine Krise, die vor allem Kinder betrifft. Rund 60 Prozent der mehr als 600.000 Rohingya-Flüchtlinge sind unter 18 Jahren. Viele von ihnen sind schwer traumatisiert von den schrecklichen Dingen, die sie in Myanmar erlebt haben. Unter ihnen die 16 Jahre alte Shadibabiran*

© Bastian Strauch / Save the Children

„Einige Soldaten nahmen mich und zwei andere Mädchen mit in ein Haus“, berichtet sie. „Sie schlugen mir mit einer Waffe ins Gesicht, traten gegen meinen Brustkorb und trampelten auf meine Arme und Beine. Anschließend vergewaltigten mich drei von ihnen über mehrere Stunden. Irgendwann wurde ich ohnmächtig.“ Die Soldaten brachen Shadibabiran eine Rippe. „Das war enorm schmerzhaft und ich konnte kaum Atmen. Nach wie vor habe ich mit dem Atmen Probleme, aber ich gehe nicht zum Arzt, weil ich mich so sehr schäme.“

Auch der 12-jährige Hosan* floh aus seinem Heimatdorf in Myanmar, als das Militär begann, Menschen mit Macheten zu attackieren. Auf der Flucht kam er in ein verlassenes Dorf. Auf der Suche nach Nahrung und Wasser erreichte er schließlich eine Wasserstelle. „Als ich näher kam, sah ich, dass darin mindestens 50 Leichen trieben. Den Geruch verbrannter Häuser und den Anblick aufgedunsener Leichen werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“

Lesen Sie hier den gesamten Bericht (in englischer Sprache).

Das Schicksal der Rohingya-Kinder hinterlässt uns fassungslos. Doch wir können etwas tun, um den Kindern zu helfen. Save the Children ist vor Ort im Einsatz, um Kinder und ihre Familien zu unterstützen. Wir helfen den  Geflüchteten in Cox’s Bazar u.a. mit Lebensmitteln, Notunterkünften, Hygienesets und Kochutensilien. Darüber hinaus errichten wir Schutz- und Spielräume sowie provisorische Lernorte für Kinder. Auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, dass die internationale Gemeinschaft ihren Einfluss nutzt, um die Krise zu beenden und die Kinder zu schützen.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit für die Rohingya mit Ihrer Spende.

Artikel teilen