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Publisher Save the Children09.05.2019Nepal

Vier Jahre nach Erdbeben in Nepal – Hilfe für die am meisten benachteiligten Kinder

Nepal gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Über 30 Prozent der Nepalesen leben unterhalb der Armutsgrenze. Als das Land Ende April 2015 von einem der schlimmsten Erdbeben erschüttert wurde, bestand die größte Herausforderung zunächst darin, Hilfslieferungen in das Land zu bringen und zu den am stärksten getroffenen Gebieten durchzudringen. Heute konzentriert sich die Arbeit von Save the Children vor allem auf Bildungsprojekte.

© Rajan Zaveri / Save the Children

Auch vier Jahre nach der Katastrophe sind die Zahlen erschreckend: Knapp 9.000 Menschen kamen durch das schwere Erdbeben und die zahlreichen Nachbeben ums Leben, über 22.000 Menschen wurden verletzt. Nach der Katastrophe stand für Save the Children die Notversorgung der betroffenen Kinder und ihrer Familien im Vordergrund.  Dazu gehörte u.a. die Verteilung von Material- und Hygiene-Sets, Errichtung von temporären Latrinen, Lernzentren und mobilen Krankenhäusern. Die nachfolgende Phase war auf den Wiederaufbau und die Versorgung im Winter ausgerichtet. Im Fokus stand hier auch die Zusammenführung von Familien sowie die Prävention und Behandlung von Mangelernährung bei Kindern. Wir arbeiteten daran, dass Kinder schnell wieder zur Schule gehen und zur Normalität zurückzukehren konnten, und die Geschehnisse spielerisch zu verarbeiten. Außerdem setzten wir uns für die langfristige Stärkung der Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinden gegenüber künftigen Naturkatastrophen ein.

Kinder müssen oft arbeiten, anstatt zur Schule gehen zu können

Save the Children arbeitet seit fast 40 Jahren in Nepal. Zentrale Aufgabe ist die Verbesserung des Bildungssystems. Außerdem schützen wir Kinder vor Gewalt und Ausbeutung. Eine der größten Herausforderungen ist die Bekämpfung von Kinderarbeit. Obwohl gesetzlich verboten, schuften 2,6 Millionen Kinder als Hausangestellte, Lastenträger, Fabrik- oder Grubenarbeiter. Zusammen mit lokalen Partnern bieten wir alternative Bildungsprogramme an, um arbeitenden Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Wir unterstützen außerdem staatliche Schulen und Lehrerfortbildungen und stellen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

Bildungsprojekte im Mittelpunkt

Mehr als die Hälfte der 28 Millionen Einwohner Nepals sind Analphabeten. Über 1 Million Kinder können keine Schule besuchen und lediglich 16 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Nepal beenden die Schule mit einem Abschluss. Nur 41 Prozent der Kinder zwischen 3-5 Jahren werden schon im Vorschulalter gefördert. Da das Bildungssystem in Nepal sehr schwach ist, arbeiten wir verstärkt in Bildungsprojekten und entwickeln zum Beispiel kindgerechtes Lernmaterial, um Kindern die Freude am Lernen zu vermitteln. Außerdem bildet Save the Children Lehrer aus und errichtet neben Schulen auch Zentren für frühkindliche Entwicklung, z.B. Kindergärten. Schulen sind in Nepal nicht nur ein Ort des Lernens. Hier werden auch in regelmäßigen Abständen das Wachstum und die Gewichtszunahme aller Kinder überprüft. Außerdem erhalten die Kinder Nahrungsergänzungsmittel, wie zum Beispiel Eisentabletten. Nur wenn die Kinder gesund sind, können sie sich auf die Schule konzentrieren und für ihre Zukunft lernen.

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