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Publisher Save the Children26.04.2018

Vietnam: Kinder entwickeln hochwassersichere Schultasche

Hochwassersichere Rucksäcke helfen Kindern im Mekong Delta auch während der Hochwasserperioden sicher in die Schule zu kommen.

Schwere Überschwemmungen suchten im Oktober und November 2011 das Mekong Delta in Vietnam heim. Betroffen war auch der siebenjährige Nghia: Mit seinen Eltern gehörte er zu den 391 Familien aus dem Dorf Binh Hoa Trung, in dem die Fluten schwere Verwüstungen anrichteten. Häuser, Schulen, Reisfelder, viele Straßen und Brücken standen für mehr als zwei Monate unter Wasser.

Als die Schule wieder geöffnet wurde, war der Landweg immer noch unpassierbar. „Ich hatte oft Angst, mit dem Boot zur Schule zu fahren. Meine alte Schultasche ist mir ins Wasser gefallen“, erzählt Nghia.

Damit war er nicht allein – und einer seiner Mitschüler, ein elfjähriger Junge, kam auf eine Idee: Er erfand eine Schultasche, die gleichzeitig als Schwimmweste dienen kann. Er entwickelte das erste Modell eines Rucksacks, das als Vorlage diente. Diese Schulrucksäcke bestehen aus lichtreflektierendem Material, das für gute Sichtbarkeit sorgt, sie sind robust und erfüllen alle nötigen Sicherheitsstandards.

Die „schwimmenden Rucksäcke“, eine Idee von Kindern für Kinder, sind  mittlerweile produziert. Save the Children hat bereits Schüler mit hochwassersicheren Rucksäcken ausgerüstet. Nguyen Hong Son, Leiter der Thuong Thoi Hau A Grundschule berichtet, dass alle Kinder in seiner Schule sie haben. „In einer Gegend mit so vielen Kanälen und Flüssen sind die Rucksäcke wirklich hilfreich, besonders in der Hochwasserzeit“, sagt der Schulleiter. Mit den Rucksäcken sind die Kinder sicher vor dem Ertrinken, und ihre Schulausrüstung bleibt trocken, selbst wenn sie ins Wasser fällt. Seit Nghia seinen Rucksack hat, fühlt er sich viel sicherer und freut sich, dass er jetzt wieder gut zur Schule gehen kann. 

Projekte wie dieses sind Teil eines größeren Nothilfeprogramms, das Save the Children mit Unterstützung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) in der Region durchführt. Über 10.000 Familien in den Provinzen Dong Thap und An Giang haben Wasserkanister, Schwimmwesten und hochwassersichere Rucksäcke erhalten.

Insgesamt waren im vergangenen Herbst mehr als 645.000 Menschen von der Überschwemmung des Mekong Deltas betroffen, etwa 156.000 Häuser wurden zerstört. 85 Prozent der Betroffenen waren Kinder.

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