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Publisher Save the Children08.04.2019

Weltgesundheitstag 2019: Ein gesundes Leben für Alle

Weltweit wird heute der Weltgesundheitstag gefeiert. Schwerpunkt ist dieses Jahr die Durchsetzung einer universellen Gesundheitsversorgung für jeden Menschen.

© Mustafa Saeed / Save the Children

Gesundheitsleistungen müssen zugänglich und bezahlbar sein

Bereits heute gibt es zahlreiche Erfolge, die zeigen, dass Investitionen in Gesundheit wirken. So ist zum Beispiel die Kindersterblichkeit seit 1990 bereits um 59% gesunken. Trotz dieser Fortschritte hat ungefähr die Hälfte aller Menschen weltweit nach wie vor keinen Zugang zu grundlegenden, bezahlbaren Gesundheitsdiensten. Noch heute sterben 5,4 Millionen Kinder unter 5 Jahren an vermeidbaren Ursachen. Dazu gehören Komplikationen während der Schwangerschaft, Durchfallerkrankungen, Malaria oder Lungenentzündungen. Die große Mehrheit dieser Kinder und ihre Familien leben an Orten, in denen lebensrettende Behandlungen schwer zugänglich sind. Nach aktuellen Trends werden 2030 1,2 Mrd. Menschen 10% ihres Haushalteinkommens für Gesundheitsleistungen ausgeben müssen, für 282 Mio. Menschen sind es sogar 25% ihres Einkommens.

Kinder dort behandeln, wo sie wohnen

Anlässlich des Weltgesundheitstages haben unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Länderbüro in Somalia Frauen besucht, die sich jeden Tag dafür stark machen, Familien in ihren Gemeinden ein gesundes Leben zu ermöglichen. Deqa Ismail ist eine dieser Frauen. Sie wohnt in einem Dorf 9 km entfernt von der Stadt Gabiley in Somaliland und kümmert sich als Gesundheitshelferin um die Mitglieder ihrer Gemeinde.

Bevor ich Gesundheitshelferin wurde, gab es viele Probleme in dieser Gegend. Es gab keine medizinische Einrichtung und auch kein Personal, das helfen konnte. Die nächste Einrichtung ist in Gabiley und nicht leicht erreichbar.

Deqa Ismail, Gesundheitshelferin in Somaliland

Deqa arbeitet in einem Projekt, das den Ansatz des sogenannten „Integrated Community Case Management“ (iCCM) verfolgt. Er basiert auf der Grundidee, Kinder dort vor Ort behandeln zu können, wo sie wohnen – auch in Gegenden mit einer schwachen medizinischen Infrastruktur. Es ist ein Ansatz, mit denen grundlegende Gesundheitsleistungen für Menschen angeboten werden können, die sonst keinen Zugang zu diesen haben oder sie sich nicht leisten können. Menschen wie Deqa ermöglichen diese wichtige Arbeit vor Ort.

Medizinische Versorgung aus der Gemeinde

Weil Deqa direkt von Gemeindemitgliedern als Gesundheitshelferin ausgewählt wurde, schenken die Menschen ihr viel Vertrauen. Ihr wird zugehört, wenn sie Familien zu Ernährungs- und Gesundheitsfragen aufklärt. Ausgestattet mit einem Kit kann sie Krankheiten wie Durchfall und Lungenentzündungen sowohl diagnostizieren als auch mit Medikamenten behandeln. Auch Kinder, die an Mangelernährung leiden, werden von ihr unterstützt und in besonders schlimmen Fällen in das nächste Krankenhaus überwiesen. Deqa leistet damit nicht nur eine medizinische Erstversorgung, sondern trägt auch maßgeblich dazu bei, Mangelernährung zu reduzieren. Ziel ist es, dass die Gesundheitshelferinnen und -helfer langfristig in ihren Gemeinden helfen und von ihrer Arbeit leben können.

Mehr Investitionen in Gesundheitssysteme

Auch die Bundesregierung hat sich in der Agenda 2030 verpflichtet dazu beizutragen, ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters zu realisieren - und hat in diesem Jahr zahlreiche Gelegenheiten, dies zu tun. Zum Beispiel durch hochrangige Vertretung der Bundesregierung auf dem im September stattfindenden High-level Meeting der Vereinten Nationen zur Universellen Gesundheitsversorgung, oder die fortlaufende finanzielle Unterstützung der Impfallianz Gavi.

Um jedem Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen, müssen Regierungen stärker in qualitative und zugängliche medizinische Grundversorgung investieren. Auch die Bundesregierung muss hier eine Priorität setzen, damit auch marginalisierte Bevölkerungsgruppen erreicht werden.

Wir fordern die Bundesregierung deswegen dazu auf, im September in New York hochrangig vertreten zu sein und eine starke politische Erklärung zu unterstützen mit verbindlichen Zusagen.

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