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„Kinder weinen vor Schmerzen“ – Mindestens 78 Kinder im Jemen durch Dengue-Fieber gestorben

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Berlin, 15. Januar 2020. Die Kinderrechtsorganisation Save the Children warnt vor einer Dengue-Epidemie im Jemen. Im vergangenen Jahr starben mindestens 78 Kinder unter 16 Jahren in dem Bürgerkriegsland an Dengue-Fieber. Hinzu kommen nach Angaben des jemenitischen Gesundheitsministeriums mindestens 52.000 Verdachtsfälle. Die Virus-Infektion betrifft fast alle Gouvernorate des Jemen. Am stärksten betroffen sind Hodeidah und Aden, wo insgesamt 60 Prozent der landesweiten Todesfälle registriert wurden. Immer mehr Kinder und Erwachsene werden mit Symptomen von Dengue-Fieber in Kliniken eingeliefert.

„In den Krankenhäusern hört man Kinder vor Schmerzen weinen“, berichtet die Projektmitarbeiterin von Save the Children in Hodeidah, Mariam Aldogani. „Die Krankenhäuser sind voll, zum Teil müssen Patienten auf dem Boden liegen. Wir erhalten täglich Berichte über Todesfälle in abgelegenen Gebieten des Gouvernorats. Hodeidah hat die zweithöchste Todesrate mit insgesamt 62 Erwachsenen und Kindern. Wir haben sowas noch nicht erlebt. Mehr als 40 unserer Mitarbeiter und ihre Familien sind von dem Fieber betroffen“, sagt Aldogani, die selbst Dengue-Fieber hatte.

„Einige unserer Gesundheitszentren arbeiten rund um die Uhr. Letzte Woche wurden in einer einzigen Einrichtung 30 Fälle an einem Tag registriert, die meisten davon waren Kinder. Die Wirtschaftskrise verschärft die Lage. Viele Eltern können es sich nicht leisten, ihre Kinder ins Krankenhaus zu bringen oder Medikamente zu kaufen.“ Landesweit starben im vergangenen Jahr 192 Menschen an Dengue-Fieber.

Save the Children unterstützt derzeit 48 Gesundheitseinrichtungen in Hodeidah, die im vergangenen Jahr mehr als 6000 Verdachtsfälle von Dengue-Fieber verzeichneten. Die Kinderrechtsorganisation verteilt dort und in anderen Einsatzgebieten medizinische Hilfsgüter und sensibilisiert Pflegekräfte sowie freiwillige Helfer für den Umgang mit Dengue-Fieber und anderen hämorrhagischen Fiebern.

Nach fast fünf Jahren Krieg ist das Gesundheitssystem im Jemen stark geschwächt. Das erschwert die Früherkennung von Krankheiten und birgt die Gefahr eines weiteren Anstiegs der Todesfälle. Weil die Trinkwasserversorgung gestört ist, sammeln die Menschen Wasser in Regentonnen – diese sind ideale Brutstätten für Moskitos. Hinzu kommt, dass sich der Jemen noch nicht von der Cholera-Epidemie erholt hat, die zwischen Oktober 2016 und August 2019 zu über zwei Millionen Verdachtsfällen führte.

Das Gesundheitssystem im Jemen steht nach fast fünf Jahren Krieg vor dem Zusammenbruch. Mehr als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen sind geschlossen oder nur teilweise funktionstüchtig. Viele Krankenhäuser wurden durch Luftangriffe oder Bodenkämpfe beschädigt. Es mangelt an lebenswichtigen Medikamenten und qualifiziertem Personal. Langfristig kann nur Frieden das ständige Auftreten vermeidbarer Krankheiten beenden und den Aufbau eines funktionierenden Gesundheitssystems ermöglichen.

Hinweise für die Redaktionen

  • Dengue, eine von Mücken übertragene Viruserkrankung, hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet.
  • Regen, hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und ungeplante Urbanisierung erhöhen das Risiko der Ausbreitung.
  • Das frühzeitige Erkennen der Krankheit und der Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung senken die Sterblichkeitsrate bei schwerem Dengue-Fieber auf unter einen Prozent.
  • Dengue kommt weltweit in tropischen und subtropischen Klimazonen vor, vor allem in städtischen und halbstädtischen Gebieten. Immer mehr sind laut WHO aber auch ländliche Gebiete betroffen.
  • Die am stärksten betroffenen Gouvernorate sind Hodeidah (62 Tote), Aden (71 Tote) und Taiz (12 Tote).

Kontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Susanne Sawadogo
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 120
Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de

Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 120 Ländern im Einsatz. Save the Children ist da für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen – seit 100 Jahren und darüber hinaus. Diese Kinder zu schützen, zu stärken und zu fördern ist das zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.

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