Maya Dähne
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Vor Afghanistan-Konferenz in Bonn:
Berlin, 30. November 2011: Wenige Tage vor dem Beginn der Afghanistan-Konferenz in Bonn hat die afghanische Regierung heute neue Statistiken über Gesundheit und Lebenserwartung veröffentlicht: Jedes zehnte Kind in Afghanistan stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Noch vor zehn Jahren starb jedes fünfte Kind. Auch die Zahl der Mütter, die die Geburt ihres Kindes nicht überleben, ist gesunken: Vor wenigen Jahren starb jede elfte Frau. Heute ist es „nur noch“ jede Fünfzigste.
„Die neuen Zahlen zeigen, dass Hilfsmaßnahmen auch unter schwierigsten Bedingungen wie in Afghanistan tatsächlich etwas bewirkt haben und viele Kinderleben gerettet werden konnten. Geberländer müssen auf diese Erfolge und Erfahrungen aufbauen und weiter in Afghanistan investieren und zwar dort, wo die Not am größten ist und Hilfe am dringendsten benötigt wird”, so Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children in Deutschland. „Die Halbierung der Kindersterblichkeit in Afghanistan zeigt, dass diese Investitionen wirkungsvoll sind. Darauf müssen wir in Zukunft aufbauen.“
In dem Bericht “Afghanistan in Transition: Putting Children at the Heart of Development“ zur Lage der Kinder in Afghanistan analysiert Save the Children Fortschritte und Erfolge. Konnten 2001 gerade mal eine Million Kinder eine Grundschule besuchen, sind es heute mehr als sieben Millionen. Jedes dritte Schulkind ist ein Mädchen, der Fortschritt ist enorm, da zu Zeiten der Taliban Bildung für Mädchen und Frauen verboten war. 85 Prozent der afghanischen Bevölkerung haben Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Das ist ein großer Erfolg, bedenkt man, dass 2001 gerade einmal neun Prozent der Afghanen überhaupt Zugang zu medizinischen Dienstleistungen hatte.
Gleichzeitig verweist der Bericht aber auch auf die lange Liste ungelöster Probleme und Herausforderungen: Die Hälfte aller Kleinkinder unter fünf Jahren ist untergewichtig, mehr als 16 Prozent sogar schwer mangelernährt. Noch immer können fünf Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, der Großteil von ihnen Mädchen. In den höheren Stufen (Klasse 10-12) findet man nur vier Prozent Mädchen unter den Schülern. Vor allem auf dem Land gibt es zu wenig weibliche Lehrkräfte, was viele Eltern davon abhält, ihre Töchter zur Schule zu schicken. Oft sind die Schulen zu weit weg, um täglich einen sicheren Schulweg zu garantieren. Die Folgen sind von Provinz zu Provinz unterschiedlich - beispielsweise in Urusgan können nur 0,3 Prozent der Frauen lesen.
“Mit Blick auf die Afghanistan-Konferenz in Bonn bedeutet das: Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, dem Land den Rücken zu kehren. Die Bedürfnisse und Rechte der Kinder müssen in den politischen und strategischen Planungen stärker in den Mittelpunkt rücken – immerhin sind 57 Prozent der Afghanen Kinder und Jugendliche unter 18“, so Kathrin Wieland.
Die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation Save the Children ist seit 1976 in Afghanistan im Einsatz. Die Organisation arbeitet in 19 der 34 afghanischen Provinzen, teilweise direkt, teilweise über nationale Partnerorganisationen. Mehr als 700 überwiegend einheimische Mitarbeiter erreichen derzeit drei Millionen Kinder mit Bildungs-, Gesundheits- und Ernährungsprogrammen, sowie Kinderschutz-Maßnahmen, Katastrophenhilfe und -vorsorge.
Den Bericht “Afghanistan in Transition: Putting Children at the Heart of Development“ sowie Fotos und Filmmaterial aus Afghanistan können Sie bei der Pressestelle in Berlin anfordern. Gerne können Sie auch eine unserer Mitarbeiterinnen (deutschsprachig) in Bonn oder Kabul interviewen.
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