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18.02.2013 09:25

Stillen - das Wundermittel im Kampf gegen Kindersterblichkeit

Save the Children veröffentlicht aktuellen Report „Superfood für Babys – wie Stillen Kinderleben retten kann“.

Die Macht der ersten Stunde: 95 Todesfälle bei Neugeborenen pro Stunde könnten verhindert werden, wenn Mütter gleich in der ersten Stunde nach der Geburt ihre Babys stillen würden. 830.000 Babys im Jahr hätten allein durch das Stillen eine Überlebenschance.

Das Kolostrum (Vormilch), das Mütter in den ersten Tagen nach der Geburt produzieren, ist für das Baby in vielerlei Hinsicht ein idealer Start ins Leben. Nach wissenschaftlichen Angaben gibt es keine wirksamere und natürlichere Art, das Immunsystem zu stützen. Aber es ist nicht nur die „Macht der ersten Stunde“, die das Stillen so vorteilhaft macht: Erhält ein Kind in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich Muttermilch, ist das Risiko lebensbedrohlicher Kinderkrankheiten wie Durchfall und Lungenentzündung zu bekommen, um ein Vielfaches geringer. Zudem ist Stillen der effektivste Weg, Mangelernährung zu verhindern.

Stillen wird unterbewertet
Leider sind sich viele Mütter weltweit oft gar nicht bewusst, wie wichtig Stillen ist. Der aktuelle Bericht von Save the Children zeigt, dass der Anteil an gestillten Kindern in den letzten zwanzig Jahren kaum zugenommen hat und immer noch unter 40 Prozent liegt. In einigen Ländern, insbesondere in Ostasien und der Pazifikregion, ist die Anzahl sogar gesunken. Das liegt zum Teil daran, dass die Beratung von Müttern vor allem in ärmeren Ländern bezüglich des Stillens sehr schlecht ist. Aufgrund traditioneller Praktiken kommt es vor, das Neugeborene anstatt der Vormilch Kaffee, Shea Butter oder Asche erhalten. Viele Frauen können nicht frei darüber entscheiden, ob sie stillen und für wie lange. Eine Umfrage von Save the Children in Pakistan hat ergeben, dass nur 44% der Mütter selbst bestimmen, wie sie ihre Kinder ernähren. Stattdessen sind es häufig die Ehemänner oder die Schwiegermütter, die entscheiden.

Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Um Mütter optimal zu beraten,  muss die bisweilen sehr knappe Gesundheitsversorgung ausgebaut werden. In vielen Ländern besteht ein chronischer Mangel an Gesundheitsfachkräften. Ein Drittel aller Kinder wird ohne die Hilfe einer geschulten Hebamme oder Krankenschwester geboren. Unser Bericht zeigt, dass Frauen, die bei der Geburt von einer ausgebildeten Gesundheitsfachkraft betreut werden, doppelt so häufig innerhalb der ersten Stunde mit dem Stillen anfangen.

Mehr Rechtssicherheit für Mütter
Vielen Müttern fehlt eine rechtliche Grundlage, um Stillen und Arbeit in Einklang zu  bringen. Frauen müssen Rechtssicherheit erhalten. Das international anerkannte Minimum für den Mutterschutz liegt  bei 14 Wochen Mutterschutz mit einer Zahlung von zwei Dritteln des Gehalts. In den meisten Entwicklungsländern ist das jedoch nicht gewährleistet. Gerade hier müssen den Frauen vom Arbeitgeber angemessene Stillmöglichkeiten eingeräumt werden, damit Mütter ungestört stillen oder abpumpen können.

Der Handel mit Muttermilchersatzprodukten
Muttermilchersatzprodukte können für Kinder in bestimmten Fällen notwendig sein. Die Muttermilch ist und bleibt jedoch die gesündeste und sicherste Nahrung. Es besteht schon lange die Befürchtung, dass durch das Marketing einiger Unternehmen viele Kinder unnötigerweise und unsachgemäß künstliche Babymilch erhalten haben. Kinder, die Muttermilchersatzprodukte erhalten, sind in Ländern, in denen es oft keinen Zugang zu sauberen Wasser gibt, gefährdeter als gestillte Babys.

Im „Internationalen Marketingkodex“ werden seit  1981 Regulierung für Marketingstrategien für Hersteller von Muttermilchersatzprodukten vorgegeben. Hierzu zählen vor allem Marketingtaktiken, die suggerieren, dass Muttermilchersatzprodukte gleichwertig mit Muttermilch seien. Obwohl der Kodex in vielen Ländern gesetzlich übernommen wurde, gibt es immer noch weitreichende Verstöße wie die gezielte Ansprache von Gesundheitspersonal oder das Verteilen von Gratisproben.

Hier finden Sie den gesamten Bericht auf Englisch sowie Auszüge aus dem Bericht auf Deutsch.

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