Handeln, bevor es zu spät ist
Die Klimakrise sorgt in vielen Teilen der Welt für schwere Dürren und heftigen Regen. Auch im Süden von Sri Lanka sind Überschwemmungen immer häufiger und stärker. Wir helfen den Menschen, sich zu wappnen.
„Wir hätten nie gedacht, dass das Wasser so stark ansteigen könnte“, berichtet Hiruni*. 2017 drang das Wasser in das Erdgeschoß ihres Zuhauses ein und stieg unaufhaltsam. Die Familie kletterte auf das Dach. Von dort rettete sie Hirunis Großvater mit einem Floß, das er aus Baumstämmen zusammengezimmert hatte.
Gemeinsam überlegen, was zu tun ist
Als es 2024 erneut eine schwere Überschwemmung gab, zeigte sich, dass die Maßnahmen des örtlichen Katastrophenschutzes nicht ausreichten. Save the Children gründete Komitees und lud zur Mitarbeit ein. Die Kinder berichteten, wie sie die Fluten erleben. Hiruni erzählt, dass sie Angst hätten, durch das Wasser zu gehen, weil Krokodile aus den nahegelegenen Flüssen darin sein könnten. Und dass es dann keine Orte zum Spielen gebe. Außerdem hat sie bemerkt, dass Bäume gefällt werden, die die Fluten eigentlich zurückhalten könnten. Zusammen überlegten die Menschen, was sie tun können, um die Lage zu verbessern.
Mehr Sicherheit für alle
Frauen wie Hirunis Mutter Shamila* leiten die Komitees. Wir haben sie für diese Aufgabe geschult und übten die Abläufe für den Ernstfall – dazu gehört auch der schnelle Aufbau von Räumen für die Kinder, in denen sie spielen oder lernen können. Doch das ist nicht alles: Weil bei Hochwasser die Straßen kaum noch zu erkennen sind, markieren jetzt Schilder ihren Verlauf. Es gibt auch ein Lager für Hilfsgüter im höhergelegenen Dorftempel. Eine Kinder-Bibliothek soll dort ebenfalls entstehen. Außerdem verfügt die Gemeinde nun über mehrere Kanus für eine sichere Evakuierung. Shamila sagt: „Unser ganzes Dorf kommt jetzt zusammen, um sich auf Katastrophen vorzubereiten und sich gegenseitig zu unterstützen.“ Das Komitee ist von 30 auf 200 Mitglieder angewachsen.
Vorausschauende humanitäre Hilfe greift schon vor der Krise. In diesem Video erfahren Sie, wie das geht.
Wir sind weltweit für Kinder da. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit.
„Und doch: Wir bewegen da etwas.”

Thorsten Volberg, 52 Jahre, ist Experte für humanitäre Hilfe. Nach dem Studium der Politikwissenschaft begann sein beruflicher Weg mit Entwicklungsprojekten in Südafrika und Guatemala. Viele Jahre lang verantwortete er die politische Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung zu Süd- und Südostasien. In Bangkok initiierte er ein Stipendienprogramm für verfolgte Menschrechts- und Umweltaktivist*innen. Seit 2022 ist er Teil von Save the Children und betreut aus unserem Berliner Büro die Projekte in Afghanistan. Wir haben mit ihm über die Situation der Menschen dort gesprochen – und auch darüber, was ihm für seine eigene Familie wichtig ist.
Wie ist die Lage in Afghanistan?
Über 40 Jahre Konflikt und Kriege, extreme Armut und Naturkatastrophen wie die jüngsten Erdbeben: Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter knapp 12 Millionen Kinder. Was mir Sorgen macht, sind die massiven Hilfskürzungen, vor allem aus den USA, aber auch aus Deutschland. Das führte bereits zur Schließung von mehreren hundert Gesundheitseinrichtungen. Eltern stehen mit ihren Kindern vor verschlossenen Türen, Medikamente erhalten sie nicht mehr.
Wie sieht unsere Hilfe aus?
Save the Children ist mit etwa 1.000 Mitarbeiter*innen vor Ort. Zusammen mit lokalen Partnern arbeiten wir in den Bereichen Gesundheit, Kinderschutz, Ernährung und Bildung. Unsere Teams leisten Unglaubliches. Im September zum Beispiel waren die Straßen nach den Beben durch Erdrutsche blockiert. Da gingen sie mit medizinischer Ausrüstung auf dem Rücken 20 Kilometer zu Fuß in die Dörfer. Eine unserer Hebammen half einer jungen Frau bei der Entbindung, unter freiem Himmel, ausgestattet lediglich mit einem Erste Hilfe-Koffer.
Das Bild, das von Afghanistan in unseren Medien gezeichnet wird, ist oft vereinfacht, gerade was die Zugänge für internationale Organisationen und die Arbeitsmöglichkeiten für Frauen angeht. Aber wir bewegen etwas. Und das gemeinsam mit Ärztinnen, Hebammen oder Lehrerinnen.
Gab es einen besonderen Moment auf deiner letzten Reise ins Land?
Im April war ich in einem Projekt für gehörlose Kinder und Jugendliche. Wir gründen Klassen und schulen sie und ihre Eltern in Gebärdensprache. Das gibt den Kindern nicht nur die Chance auf Bildung, sondern auch, sich mit anderen zu verständigen. Die Lehrer beschrieben, wie zurückhaltend sie zunächst waren und dass sie nun regelrecht aufblühten und miteinander kommunizierten. Ganz so, als hätte man einen Stöpsel gezogen und es nun förmlich aus ihnen heraussprudelte.

Wie sprichst du mit deinen Kindern über deine Arbeit?
Ich versuche zu vermitteln, dass unsere alltäglichen Selbstverständlichkeiten nicht überall gelten. Haben meine Kinder Hunger, gehen sie zum Kühlschrank. Sind sie krank, bringen wir sie zum Arzt. Während sich mein Sohn um seine Pokémon-Sammlung sorgt, müssen andere Jungs ihren Eltern helfen, damit die Familie überlebt. Und meine Tochter ist 13, da dürfte sie in Afghanistan nicht mehr zur Schule gehen, wäre vielleicht schon verheiratet. Meine Kinder sollen nicht permanent über die dramatischen Situationen in anderen Regionen nachdenken müssen, aber ein Bewusstsein dafür entwickeln.
„Ohne sie geht es nicht: Die Unterstützung unserer Spender*innen ist großartig“
von Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland
In meinen Job höre ich viel von Kindern, die sich in größter Not befinden, weil sie in einem Kriegsgebiet leben oder eine Naturkatastrophe über sie hereinbricht. Was mir und meinen Kolleg*innen dann immer wieder Mut macht, sind die Menschen, die unsere Arbeit mit einer Spende fördern. Viele von ihnen sammeln Geld bei Veranstaltungen oder eigenen Spendenaktionen. Diese Momente gelebter Solidarität mit Kindern sind einfach klasse. Da wäre zum Beispiel der Sponsorenlauf an der Gottlieb-Daimler-Realschule in Schorndorf (Baden-Württemberg). 680 Kinder, viele Eltern und sogar die Schulleiterin sind mitgelaufen und haben so 7.905 Euro gesammelt für unsere Arbeit. Lokale Unternehmen haben die Läufer*innen mit Würsten, Obst und Wecken versorgt. Schön war auch das Konzert in Koblenz im August, bei dem über 6.000 Euro zusammenkamen – dank Haydn, Beethoven und dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie. Oder die Erlöse von 1.289 Euro eines Flohmarkts in Flensburg.

Im Büro von Save the Children in Berlin war der Jubel riesig, als die Deutsche Postcode Lotterie uns mitteilte, dass sie unsere Arbeit mit einer zweckungebundenen Spende von einer Million Euro unterstützen wird. Das heißt, wir können dieses Geld in akuten Notsituationen innerhalb weniger Stunden einsetzen, um Kindern zu helfen.
Ob groß oder klein – Spendenaktionen sammeln dringend benötigte Hilfsgelder für Kinder in Not. Und sie zeigen, dass trotz gekürzter Budgets vieler Regierungen, darunter auch Deutschland, weiterhin zahllose Menschen, Unternehmen, Schulen und Stiftungen gemeinsam mit uns handeln. Dieses Engagement ermöglicht zum Beispiel Kindern den Zugang zu Bildung und zur Gesundheitsversorgung. Denn das ist ihr Recht. Dafür möchte Ihnen allen danken, auch im Namen der vielen Kolleg*innen von Save the Children, die sich weltweit für Kinderrechte einsetzen. Wie toll, dass Sie an unserer Seite stehen.
PS: Von sportlich bis kreativ, Spendenaktionen sind vielfältig. Mehr darüber erfahren Sie hier. Und wenn Sie als Unternehmen spenden möchten, informieren Sie sich gern über unsere Aktion Weihnachtsspende.
* Namen zum Schutz geändert


