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Ein Junge in Afghanistan erhält Medikamente.

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Afghanistan

Weiteres Erdbeben in Afghanistan gefährdet Kinder

Ein weiteres schweres Erdbeben in Afghanistan – das zweite innerhalb von zwei Monaten – hat Kinder mitten in der Nacht zum 3. November zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen und forderte Todesopfer und Hunderte Verletzte. Save the Children entsendet als erste Hilfsmaßnahme ein mobiles Gesundheitsteam in die betroffene Provinz Samangan im Norden des Landes.

Auch durch die Folgen der Erdbeben im Osten Afghanistans im September dieses Jahres sind die Leben Tausender Kinder weiter bedroht. Das Nutrition Cluster in Afghanistan - eine Gruppe humanitärer Organisationen, zu der auch Save the Children zählt - schätzt: Etwa 37.000 Kinder unter fünf Jahren sowie 10.000 schwangere und stillende Frauen im Erdbebengebiet leiden akut oder schwer an Mangelernährung. Sie alle brauchen dringend schnelle Behandlung. Unsere mobilen Gesundheitsteams sind vor Ort im Einsatz, um Kindern und ihren Familien in dieser schwierigen Lage zu helfen. Helfen Sie jetzt Kindern in Afghanistan mit Ihrer Spende.

 

Die Menschen im Erdbebengebiet leiden doppelt: unter den Folgen der Katastrophe und zusätzlich unter den Hilfskürzungen. Die Gesundheitsteams von Save the Children arbeiten rund um die Uhr, aber die Herausforderungen sind riesig. Ohne schnelle und nachhaltige Finanzmittel durch Spender*innen und Regierungen werden wir sie nur schwer bewältigen können.

Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland
Zelte mit mobiler Gesundheitsangeboten vor Bergen.

Afghanistan: Kinder „mit leeren Händen und gebrochenen Herzen“

Alle 30 Sekunden kehrt ein Kind aus dem Iran oder Pakistan nach Afghanistan zurück – in ein Land, in dem fast die Hälfte der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Die Machtübernahme der Taliban vor vier Jahren löste eine Fluchtbewegung in die benachbarten Länder aus. Doch seit der Einführung von Ausreisefristen für undokumentierte Afghan*innen in Pakistan und dem Iran kommen immer mehr Familien dorthin zurück. Laut Daten der Internationalen Organisation für Migration sind allein in diesem Jahr mehr als 800.000 Kinder aus den beiden Ländern nach Afghanistan zurückgekehrt - und dort oft ohne ihr Hab und Gut oder ein Zuhause gestrandet. So wie Omid* und seine Familie, die „mit leeren Händen und gebrochenen Herzen“ nach Afghanistan zurückkehren mussten.

Schnell stiegen wir mit anderen in einen großen Lastwagen. Es war heiß, wir hatten weder Essen noch Wasser.

Omid*, 12 Jahre, erinnert sich an die Rückkehr von Pakistan nach Afghanistan

Viele Krisen bedrohen Kinderleben in Afghanistan

Kinder in Afghanistan leiden unter vielen Herausforderungen:

Hunger

Mehr als ein Drittel der afghanischen Bevölkerung leidet weiterhin unter Hunger, verursacht durch klimabedingte Ereignisse und hohe Lebensmittelpreise. Etwa 85 % der von Ernährungsunsicherheit betroffenen Menschen leben von weniger als einem Dollar pro Tag.

Frauen sind seit August 2021 erheblich benachteiligt – der Zugang zu Bildung und den meisten Arbeitsplätzen wird ihnen verwehrt. Frauengeführte Haushalte sind daher öfter von Ernährungsunsicherheit betroffen.

Laut einer Studie ist eine positive Entwicklung wahrscheinlich, dennoch bleibt die Ernährungsunsicherheit weiterhin auf hohem Niveau. Sie hat in den letzten Jahren zu einer hohen und anhaltenden Mangelernährung geführt. Jährlich sind mehr als drei Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen.

Klima

Die Klimakrise ist ein zentraler Treiber für Ernährungsunsicherheit in Afghanistan. Extreme Wetterereignisse bedrohen Kinder, deren Familien oder Gemeinschaften auf Landwirtschaft angewiesen sind. Dies betrifft etwa 70 % aller afghanischen Kinder

Überschwemmungen und lang anhaltende Dürren zerstören Ernten, töten Vieh, reduzieren lebenswichtige Lebensmittelvorräte, verringern Wasserquellen, vertreiben Menschen, verursachen steigende Lebensmittelpreise und machen Nahrungsmittel für Millionen unerschwinglich.

Afghanistan gehört weltweit zu den Ländern, die am stärksten von klimabedingten Katastrophen betroffen sind, darunter Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Erdbeben.

Klimabedingte Katastrophen haben Hunderttausende Afghan*innen vertrieben – allein im Jahr 2023 mussten über 700.000 Menschen wegen ihnen fliehen.

25 Provinzen leiden derzeit unter dürreähnlichen Bedingungen, 67 % der Haushalte haben Schwierigkeiten, an Wasser zu gelangen. 

Etwa 60 % des Oberflächenwassers des Landes stammen aus Schnee und Gletschern. Die Wasserressourcen leiden unter der schwindenden Schneedecke in den Bergen und unregelmäßigen Niederschlägen. 

Wirtschaftskrise

Die afghanische Wirtschaft ist in den letzten zwei Jahren  dramatisch geschrumpft. Sie ist heute stark von ausländischer Hilfe abhängig.

Wegen der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021, wurden Milliarden von Dollar an internationaler Hilfe zurückgezogen und afghanische Währungsreserven eingefroren.

Viele Afghan*innen leben in finanzieller Not. 65 % der Familien erlebten 2023 eine wirtschaftliche Krise.

Die fragile wirtschaftliche Lage trägt weiterhin zu akuter Ernährungsunsicherheit bei. Das Niveau der Entbehrung in afghanischen Haushalten bleibt hoch – nur 16 % der Afghanen geben an, ihre Grundbedürfnisse decken zu können.

Gesundheit

Fast 9,5 Millionen Menschen in Afghanistan haben nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung. Der Mangel an essenziellen Medikamenten, Geräten und qualifiziertem Personal verschärft die schlechte Gesundheitslage zusätzlich.

Neben hohen Raten an Mangelernährung kämpft Afghanistan mit mehreren Krankheitsausbrüchen und Gesundheitsproblemen, darunter akute Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündung, Durchfall und Masern. 

Afghanistan erleidet täglich 24 Müttersterblichkeitsfälle und 167 Säuglingstodesfälle aufgrund vermeidbarer Ursachen. Laut Schätzungen könnte sich die Müttersterblichkeitsrate in den nächsten zwei Jahren verdoppeln.

Das Gesundheitssystem ist überlastet. In Afghanistan gibt es nur 10 Gesundheitskräfte pro 10.000 Einwohner*innen – weit unter der erforderlichen Quote.

Massive Unterfinanzierung führte zwischen Januar und Dezember 2023 zur Schließung von 428 stationären und mobilen Gesundheitseinrichtungen, was mehr als 3 Millionen Menschen betraf.

Vertreibung

Jede*r siebte Afghan*in wurde dauerhaft vertrieben. 

Zwischen dem 15. September 2023 und dem 15. Juni 2024 sind über 630.000 Afghan*innen aus Pakistan zurückgekehrt. Zuvor wurde angekündigt, dass alle undokumentierten Ausländer*innen in Pakistan mit Abschiebung rechnen müssen. 80 % der Rückkehr*innen sind Frauen und Kinder.

Viele von ihnen haben kein Geld für Nahrung und leben unter prekären Bedingungen in einfachen Behausungen – eine verzweifelte und sich verschlechternde Lage.

Durch Vertreibung sind Kinder stärker der Gefahr von Gewalt ausgesetzt, können von ihren Familien getrennt oder zur Arbeit gezwungen werden. Viele vertriebene Familien haben Schwierigkeiten, Zugang zu Gesundheitsversorgung und sauberem Wasser zu erhalten. Dadurch sind sie anfälliger für tödliche Krankheiten wie Cholera und Malaria.

 

 

So helfen wir Kindern in Afghanistan

Rezwan* besucht eine Schule, die durch das Save the Children Patenschaftsprogramm unterstützt wird.

„Ich bin Rezwan*, 9 Jahre alt. Ich gehe derzeit in die dritte Klasse und mag Dari (Sprache) und Kalligrafie am liebsten. Wir sind acht in der Familie: zwei Brüder, drei Schwestern, meine Eltern und ich. Ich habe eine Ziege und eine Katze. In der Zukunft möchte ich Arzt werden, um kranke Menschen im Dorf zu behandeln. Um Arzt zu werden, muss ich regelmäßig zur Schule gehen.“

Unser Spendenkonto

IBAN: DE96370205000003292912
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Spendenaufruf Afghanistan

Save the Children ist seit 1976 in Afghanistan tätig. Seit die Taliban im Jahr 2021 die Kontrolle wieder erlangten, haben wir mehr als 5,8 Millionen Menschen mit unseren Nothilfeprogrammen erreicht – die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Derzeit führen wir Programme in 21 von 34 Provinzen durch – sowohl direkt als auch über Partner – in den Bereichen:

  • Bildung

  • Gesundheit und Ernährung

  • Kinderschutz

  • Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen

  • Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH)

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende. Vielen Dank.


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Save the Children Deutschland e. V., Steuernummer 27/677/61587, ist durch den Freistellungsbescheid des Finanzamtes für Körperschaften I Berlin, zuletzt vom 07.10.2025, als eine Körperschaft anerkannt, die ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne von § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 AO dient.
 

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