von Vera Sultani
Kinder sind neugierig, wissbegierig und voller Fragen, auch zu Themen, die Erwachsene manchmal als „kompliziert“ oder „zu früh“ empfinden. Doch gerade Kinder haben ein Recht darauf, zu verstehen, was sie betrifft. Dazu gehören auch ihre eigenen Rechte.
Damit Kinder ihre Rechte kennen und einfordern können, ist es wichtig, mit ihnen offen und kindgerecht darüber zu sprechen. Hier sind fünf Tipps, wie das gelingen kann.

1. Sprechen Sie offen: Kinderrechte sind kein Tabu
Kinderrechte sind keine abstrakten Begriffe, sondern betreffen den Alltag jedes Kindes. Ob es um das Recht auf Spiel, Schutz vor Gewalt oder Mitbestimmung geht: Kinder sollten wissen, dass sie Rechte haben. Sprechen Sie darüber, ohne Scheu oder Umschweife. Zum Beispiel: „Du hast das Recht, Nein zu sagen, wenn dir etwas unangenehm ist.“ Oder: „Du darfst mitentscheiden, was dich betrifft.“
2. Verwenden Sie stärkende und verständliche Sprache
Kinder brauchen klare, einfache Worte. Statt juristischer Begriffe helfen bildhafte Erklärungen: „Du bestimmst über deinen Körper, das ist dein Recht.“ Oder: „Wenn du krank bist, hast du das Recht, zum Arzt zu gehen.“ Achten Sie darauf, dass Ihre Sprache nicht belehrend, sondern empowernd ist. Kinder sollen sich nicht klein fühlen, sondern stark und gehört.
3. Zeigen Sie: Rechte gelten für alle Kinder – überall
Erklären Sie, dass Kinderrechte universell sind. Egal, wo ein Kind lebt, welche Sprache es spricht oder wie es aussieht – es hat dieselben Rechte wie alle anderen. Nutzen Sie Bücher, Filme oder Geschichten, die Vielfalt zeigen und die Rechte von Kindern in verschiedenen Lebenslagen thematisieren. So lernen Kinder: Gerechtigkeit bedeutet, dass alle Kinder gleich wichtig sind.
4. Antworten Sie ehrlich, auch bei schwierigen Fragen
Kinder stellen oft direkte Fragen: „Warum darf ich nicht mitentscheiden?“ oder „Warum wird das Kind in der Schule geärgert?“ Antworten Sie ehrlich und altersgerecht. Es ist okay zu sagen: „Manche Erwachsene vergessen, dass Kinder Rechte haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir darüber sprechen.“ Ehrlichkeit schafft Vertrauen und hilft Kindern, sich ernst genommen zu fühlen.

5. Leben Sie Kinderrechte im Alltag
Kinder lernen am meisten durch Beobachtung. Wenn Erwachsene Kinder respektvoll behandeln, ihnen zuhören und sie einbeziehen, erleben sie ihre Rechte ganz konkret. Lassen Sie Kinder mitentscheiden – beim Essen, beim Spielen, bei Familienregeln. Zeigen Sie, dass ihre Meinung zählt. So wird aus Theorie gelebte Praxis.
Sie brauchen weitere Informationen?

Diese Bücher könnten Ihnen helfen:
- Ich bin ein Kind und ich habe Rechte von Alain Serres und Aurélia Fronty (ab vier Jahren)
- Was WÜRDEst du tun? von Karin Gruss (ab fünf Jahren)
- Du hast nicht immer recht. Doch du hast immer Rechte! vom Verlag Freies Geistesleben (ab sieben Jahren)
- Kennst du deine Rechte? von Sherif Rizkallah (ab zehn Jahren)

