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Kinderrechte sind Menschenrechte Copyright: Albaraa Mansoor/Save the Children

Kinderrechte in
Deutschland & weltweit

Kinderrechte sind Menschenrechte

Jedes Kind auf der Welt hat Rechte - zum Beispiel das Recht, gesund aufwachsen zu können, zur Schule gehen zu können oder Schutz zu erhalten und in Frieden leben zu können. Doch Millionen Kinder auf der Welt leiden. Kinderrechte werden mit Füßen getreten. Sei es durch den Wegfall von Schulbesuchen in Folge der Corona-Pandemie, die anhaltende Klimakrise, die unzählige Familien und Kinder hungern lässt oder Kriege, in denen Kindern Gewalttaten ausgesetzt sind oder fliehen müssen. 

Warum gibt es Kinderrechte?

Mädchen mit Schild auf dem My Right steht

Kinder brauchen besondere Fürsorge und Unterstützung. Darum gibt es gute Gründe, warum Kinder eigene Rechte brauchen. 

1. Kinder werden oft benachteilig 

Kinder gehören weltweit zu den besonders benachteiligten Gruppen und werden im Alltag oft nicht als eigene Träger*innen von Rechten wahrgenommen. Die UN-Kinderrechtskonvention verdeutlicht deshalb, dass Kinder als eigenständige Rechtssubjekte zu behandeln sind und an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden sollen. Wenn für sie gesprochen oder über sie hinweg entschieden wird, wird dieses grundlegende Verständnis missachtet.

2. Kinder sind besonders schutzbedürftig 

Je nachdem wie alt sie sind, haben Kinder kaum oder keine Möglichkeiten, ihre Rechte einzufordern. Ein Beispiel: Babys und Kleinkinder können sich noch nicht selbst versorgen. Und auch ältere Mädchen und Jungen können sich nicht immer zur Wehr setzen, Bedürfnisse formulieren und ihre Rechte einfordern.

3. Kinder sind von spezifischen Rechtsverletzungen betroffen

Kinderarbeit und Frühverheiratung sind nur zwei Beispiele von Rechtverletzungen, die nur Minderjährige betreffen. Außerdem haben einige Rechte für Kinder eine besondere Bedeutung. Lernen zu können, ist eines davon.

Wie viele Kinderrechte gibt es?

In der UN-Kinderrechtskonvention sind insgesamt 54 Artikel über die Rechte des Kindes festgehalten. Sie basieren auf vier Grundprinzipien: dem Diskriminierungsverbot, dem Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, dem Beteiligungsrecht und dem Kindeswohlvorrang.

Was sind die 10 wichtigsten Kinderrechte?

1. Gleichheit

Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden. (Artikel 2)

2. Gesundheit

Kinder haben das Recht gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden. (Artikel 24)

3. Bildung

Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht. (Artikel 28)

4. Spiel und Freizeit

Kinder haben das Recht zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein. (Artikel 31)

5. Freie Meinungsäußerung und Beteiligung

Kinder haben das Recht bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken. (Artikel 12 und 13)

6. Schutz vor Gewalt

Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. (Artikel 19, 32 und 34)

7. Zugang zu Medien

Kinder haben das Recht sich alle Informationen zu beschaffen, die sie brauchen, und ihre eigene Meinung zu verbreiten. (Artikel 17)

8. Schutz der Privatsphäre und Würde

Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben und ihre Würde geachtet werden. (Artikel 16)

9. Schutz im Krieg und auf der Flucht

Kinder haben das Recht im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt zu werden. (Artikel 22 und 38)

10. Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung

Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können. (Artikel 23)

Warum werden Kinderrechte weltweit verletzt?

Millionen Kindern auf der Welt werden ihre Rechte verwehrt und es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass Kinderrechte viel zu oft mit Füßen getreten werden. So konnten Millionen Kinder während der Corona-Pandemie nicht zur Schule gehen und ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen. Auch die anhaltende Klimakrise ist eine Gefahr für Kinderrechte: Unzählige Familien und Kinder hungern durch den Wegfall von Ernten oder müssen vor extremen Wetterveränderungen fliehen. Kriege und Konflikte sind weitere Ursachen für die Verletzung von Kinderrechten weltweit. Insgesamt gibt es sechs schwere Verbrechen gegen Kinder: 

  1. Tötung und Verstümmelung von Kindern
  2. Rekrutierung von Kindern und deren Einsatz durch bewaffnete Streitkräfte und Gruppen
  3. Kindesentführungen
  4. Vergewaltigungen oder andere sexuelle Gewalt gegen Kinder
  5. Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser
  6. Verweigerter Zugang zu humanitärer Hilfe für Kinder

Die Zahl der Kinder, an denen eines oder mehrere schwere Verbrechen begangen wurde, ist in den letzten Jahren gravierend angestiegen und hat sich seit Mitte der 1990er Jahre fast verdoppelt. So lebte 2022 schätzungsweise jedes 6. Kind weltweit in einem Konfliktgebiet. 

Unterschreiben Sie unsere Petition

Kinder spielen in einem von Bomben zerstörten Stadt im Irak. Copyright: Claire Thomas / Save the Children

Kriegsverbrechen an Kindern bestrafen. 
Sie werden verletzt, getötet, entführt, missbraucht oder von bewaffneten Gruppen rekrutiert. Kinder leiden in Kriegen am meisten.

Petition unterschreiben

Kinderrechte in Deutschland



35 Jahre Kinderrechtskonvention

Seit 1989 gibt es verbindliche Rechte, die eigens für Kinder gelten. Diese Rechte wurden von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als "Übereinkommen über die Rechte des Kindes" verabschiedet. Seitdem haben – mit Ausnahme der USA – alle Staaten der Welt die Kinderrechtskonvention ratifiziert. Sie verpflichten sich dazu, dass alle Kinder gesund und sicher leben und selbstbestimmt aufwachsen können.

Als einer der ersten Staaten weltweit hat Deutschland vor 35 Jahren die UN Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Damit hat sich Deutschland rechtlich verpflichtet, dass alle Kinder gesund und sicher leben und selbstbestimmt aufwachsen können. Dennoch muss auch in Deutschland noch viel getan werden, damit wirklich alle Kinder Zugang zu einem sicheren, selbstbestimmen und gesunden Leben haben. 

Die Kinderrechtskonvention als PDF zum Download können Sie hier im Wortlaut nachlesen.


Unser Einsatz für Kinderrechte

Save the Children ist seit über 100 Jahren im Einsatz, um für die Rechte von Kindern zu kämpfen. Das geschieht vor Ort in unseren weltweiten Projekten und auch auf politischer Ebene. Denn die in der UN-Kinderrechtskonvention verbürgten Rechte müssen für alle Kinder umgesetzt werden – und nicht nur auf dem Papier stehen. Die Gründerin von Save the Children, Eglantyne Jebb wird auch als Mutter der Kinderrechte bezeichnet. Sie verfasste bereits 1923 eine 'Erklärung der Rechte der Kinder'. 

Geschichte: 100 Jahre Kinderrechte

1923: Erklärung der Rechte der Kinder

Eglantyne Jebb, die Gründerin von Save the Children, verfasst die „Erklärung der Rechte der Kinder“. Zu dieser Zeit hat der Save the Children Fund bereits Millionen hungernde Kinder mit Lebensmitteln versorgt. Doch eines ist Jebb klar: Diese praktische Hilfe allein reicht nicht. Langfristig sollen sich alle Staaten der Welt dazu bekennen, dass Mädchen und Jungen besonders geschützt werden müssen.

Genfer Erklaerung Kinderrechte

1924: Genfer Erklärung der Kinderrechte

Jebbs vehementem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Grundsätze ihrer Erklärung ein Jahr später vom Völkerbund als „Genfer Erklärung“ verabschiedet werden.

1959: Vorgänger der UN-Kinderrechtskonvention beschlossen

Die „Erklärung der Rechte der Kinder“ wird von den Vereinten Nationen beschlossen. Die zehn Artikel sind der direkte Vorgänger der heutigen UN-Kinderrechtskonvention.

1989: UN Kinderrechtskonvention verabschiedet

Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen wird von der UN-Generalversammlung verabschiedet.

1992: Kinderrechtskonvention tritt in Deutschland in Kraft

In Deutschland tritt die Kinderrechtskonvention in Kraft. Sie beinhalten 54 Schutz- und Förderrechte sowie aktive Beteiligungsrechte für Kinder.

2010: Gleiche Rechte für alle Kinder

Deutschland hatte die UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1992 mit einem Vorbehalt ratifiziert. Das Ausländerrecht hatte Vorrang vor den Rechten der Kinder. Im Juli 2010 wurde dies aufgehoben. Seitdem gilt die Konvention wirklich für alle Kinder in Deutschland, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

2024: 100 Jahre Kinderrechte

Am 26. September 2024 ist es 100 Jahre her, dass von der Generalversammlung des Völkerbundes die Genfer Erklärung verabschiedet wurde. Die Kinderrechte werden 100 Jahre alt. Für uns ein Grund mehr, sich für die Einhaltung der Kinderrechte für alle Kinder weltweit einzusetzen! 

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