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Weitere Massenflucht in Syrien: Täglich versuchen 7.000 Menschen der Gewalt in Idlib zu entkommen

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Berlin, 18.01.2018

7.000 Menschen fliehen derzeit täglich aus dem umkämpften Süden der syrischen Provinz Idlib. Innerhalb weniger Wochen haben sich bereits 200.000 Syrer auf den Weg gen Norden gemacht, um der Gewalt zu entkommen. Über die Hälfte von ihnen sind Kinder. „Das ist eine der größten Fluchtbewegungen in Syrien seit dem Beginn des Konfliktes vor fast sieben Jahren“, warnt Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. „Im Vergleich zur bereits sehr brutalen Endphase der Aleppo-Offensive sind nun viermal so viele Menschen auf der Flucht.“

Das Ausmaß der eskalierenden Gewalt in Idlib ist enorm: Luft- und Raketenangriffe haben Wohn- und Krankenhäuser dem Erdboden gleichgemacht, hunderte Schulen sind geschlossen. Etliche verzweifelte Menschen leben notdürftig in eisigen Temperaturen im Freien oder in verlassenen Häusern. Die Angriffe kommen von allen Seiten, vielerorts sind Bewohner regelrecht eingekesselt.

Partnerorganisationen von Save the Children schätzen, dass zehntausende weitere Menschen fliehen werden, während die Kämpfe sich immer weiter nach Idlib hinein verlagern. Zivile Einrichtungen sind weiterhin unter Beschuss, Berichte sprechen von Bombenangriffen auf sieben Schulen und 12 Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Ein Drittel aller Schulen in Idlib – 500 an der Zahl – mussten schließen, darunter auch mehrere, die von Save the Children unterstützt werden. Die Gewalt trifft viele Menschen, die bereits zuvor auf der Flucht waren.

Idlib hat im Laufe der Jahre rund eine Million Flüchtlinge aufgenommen, die aus Aleppo und anderen Kriegsgebieten geflohen waren. Zudem sind viele Rückkehrer betroffen, die zuvor etwa in die Türkei oder den Libanon geflohen waren. Und all das, obwohl Idlib im vergangenen Mai durch eine Vereinbarung zwischen der syrischen Regierung, dem Iran, der Türkei und Russland zur „Deeskalations-Zone“ erklärt wurde. Davor galt das Gebiet als Oppositionshochburg.

Sonia Khush, Direktorin von Save the Children Syrien, sagt: „Was wir hier erleben ist einfach der blanke Horror und ein klares Zeichen, dass der Syrienkonflikt weit davon entfernt ist, gelöst zu werden. Millionen von Menschen sind weiterhin gefangen in einer Kriegszone mit regelmäßigen Bomben- und Raketenangriffen. In Idlib gibt es mittlerweile nicht mehr genügend Zufluchtsorte, Nahrung, Wasser und Medizin, und die Infrastruktur wird Tag für Tag weiter zunichte gemacht. Die Kämpfe müssen beendet und uneingeschränkter Zugang für Humanitäre Hilfe muss gewährleistet werden, so dass vor allem Kinder Unterstützung bekommen und wieder zur Schule gehen können.“ 

Save the Children arbeitet zusammen mit syrischen den Partnerorganisationen Shafak, Violet und Syria Relief, um Neuankömmlinge mit dem Nötigsten zu versorgen – unter anderem mit Nahrung, Planen für Zelte, Decken, Seife und Solarlampen. Der Bedarf ist aber so groß, dass er derzeit bei Weitem nicht gedeckt werden kann. Weitere Finanzierung ist dringend nötigt, um tausenden weiteren Menschen helfen zu können.


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Kontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Claudia Kepp
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