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Minenaufklärung mit Kamelen in Afghanistan
- Fast jeden Tag wird ein Kind von einem Sprengkörper getötet oder verletzt
- Save the Children schickt Kamele mit Lernmaterial in abgelegene Orte
- Kinder in Afghanistan werden besonders oft Opfer von Sprengkörpern
Berlin/Kabul, 02. April 2026 – Anlässlich des internationalen Tags der Minenaufklärung am 4. April macht Save the Children auf die hohe Opferzahl unter Kindern in Afghanistan aufmerksam. Fast täglich wird dort im Durchschnitt ein Kind durch einen Sprengkörper getötet oder verletzt. In speziellen Kursen klärt Save the Children deshalb Kinder über die Gefahren auf. Das Besondere: Kamele bringen die dafür benötigten Zelte und Lernmaterialien in abgelegene Gegenden des Landes.
„Kinder in Afghanistan sind jeden Tag mit den Folgen jahrzehntelanger Konflikte konfrontiert“, sagt Bujar Hoxha, Länderdirektor von Save the Children in Afghanistan. „Minen und Kampfmittelrückstände sind immer noch über das ganze Land verstreut und Kinder riskieren dort, wo sie spielen, schlafen und Tiere hüten, Tod oder Verletzung. Deshalb bringen wir Kindern in entlegenen Teilen Afghanistans bei, wie sie Sprengkörper erkennen können. Wenn wir ein gut funktionierendes Warnsystem haben, können wir Leben retten und Tragödien verhindern.“
Zwischen Januar 2025 und Januar 2026 wurden in Afghanistan 338 Mädchen und Jungen durch Landminen, Blindgänger und andere Sprengkörper getötet oder verstümmelt, wie aus Zahlen des afghanischen Minenräumkommandos hervorgeht. Kinder machten fast 70 Prozent aller Opfer aus. Oft kommen sie beim Spielen, beim Hüten von Tieren oder beim Sammeln von Metallschrott mit Sprengkörpern in Berührung. Afghanistan ist das Land mit dem höchsten Anteil an Kindern, die seit 1999 durch Kampfmittel getötet oder verletzt wurden (43 Prozent).
Das Kamel-Projekt richtet sich an Kinder aus Nomadenfamilien und Kinder in abgelegenen Dörfern. Die Kamele transportieren Zelte, Spielsachen und Lernmaterialien. Mitarbeitende bieten psychosoziale Unterstützung an und erklären kindgerecht, woran man Kampfmittel erkennen kann. Die Kinder lernen auch, wie sie Hilfe holen können, wenn sie einen verdächtigen Gegenstand finden.
Der 13-jährige Ehsanullah* hat in Nordafghanistan an so einem Kurs teilgenommen. „Ich habe eine Kugel in unserer Hauswand gefunden“, sagt er. „Also bin ich zum Unterricht gekommen und habe es gemeldet. Ich sage meinen jüngeren Geschwistern, sie sollen keinen Gegenstand aus Eisen anfassen, weil das eine Mine ist. Wenn sie so etwas sehen, sollten sie den Dorfältesten informieren.“
Mehr als 2,7 Millionen Menschen leben im Umkreis von einem Kilometer um Kampfmittelrückstände. Fast 5.000 entdeckte Sprengkörper wurden noch nicht beseitigt und die meisten von ihnen befinden sich auf Weideflächen. Weltweit werden mehr Kinder denn je von Explosivwaffen getötet oder verletzt. Kinder sind aufgrund ihrer geringeren Körpergröße unverhältnismäßig stark gefährdet. Weil sie noch im Wachstum sind, dauert ihre Genesung nach einer Verletzung oft länger und ist komplexer und kostspieliger als bei Erwachsenen.
Das Kamel-Projekt ist Teil eines umfassenden Programms, das Save the Children gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation The Liaison Office (TLO) umsetzt. Dazu gehören auch Gesundheits- und Ernährungskliniken, Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste sowie Kinderschutz. Bisher wurden mit dem Programm mehr als 120.000 Menschen – darunter fast 51.000 Kinder – in drei Provinzen Afghanistans erreicht.
Save the Children ist seit 1976 in Afghanistan tätig. Die Kinderrechtsorganisation arbeitet in insgesamt 20 Provinzen, in elf davon mit Partnerorganisationen, in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Kinderschutz, Unterkünfte, Wasser, sanitäre Einrichtungen, Hygiene und Hilfen zum Lebensunterhalt.
* Name zum Schutz geändert
Video- und Bildmaterial zum Download:
www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2SWL3FEY
Weiteres Bildmaterial zum Download:
www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2STUMMOO
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Pressekontakt:
Marie-Sophie Schwarzer, Medienreferentin
+49 30 2759 5979-226
marie.schwarzer@savethechildren.de
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Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.










