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El Niño: Frühwarnungen geben Monate Zeit, Kinder vor den Folgen zu schützen

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Berlin, 8. Oktober 2026 – Bis zu acht Millionen Kinder in Teilen Ostafrikas und des südlichen Afrikas könnten bis Anfang 2027 von akutem Hunger betroffen sein, rund zwei Millionen mehr als derzeit. Ein starker El Niño droht die Ernährungskrise weiter zu verschärfen. Save the Children fordert die Bundesregierung deshalb auf, vorausschauende humanitäre Hilfe stärker und verlässlich zu finanzieren.

„Bei Dürren, Überschwemmungen und anderen Wetterextremen wissen wir heute oft Wochen oder Monate vorher, wo sich eine gefährliche Lage entwickeln könnte. Dieses Wissen müssen wir nutzen, damit Kinder und ihre Familien sich rechtzeitig vorbereiten, ihre Lebensgrundlagen schützen und sich in Sicherheit bringen können“, sagt Marina Seizov, Expertin für vorausschauende humanitäre Hilfe bei Save the Children Deutschland.

Genau hier setzt vorausschauende humanitäre Hilfe an: Statt erst nach einem Extremwetterereignis zu reagieren, werden mithilfe von Vorhersagen bereits vorher konkrete Schutzmaßnahmen eingeleitet. Familien können frühzeitig finanziell unterstützt und wichtige Infrastruktur geschützt werden. Auch Schulen, Wasserstellen und Gesundheitszentren können auf drohende Extremwetterereignisse vorbereitet werden.

In einem von Save the Children unterstützten Projekt für vorausschauende humanitäre Hilfe in Somalia etwa erreichten Klima- und Frühwarninformationen rund 452.800 Menschen über staatliche Informationskanäle. Für 1.126 Haushalte wurde die Wasserversorgung gesichert. 750 besonders gefährdete Haushalte erhielten rechtzeitig finanzielle Unterstützung. Damit konnten Familien beispielsweise Lebensmittel oder Trockenfutter für ihr Vieh kaufen, bevor eine Dürre ihre Lebensgrundlage zerstört.

„Wenn extreme Wetterereignisse die Existenzgrundlagen von Familien zerstören, steigt für Kinder das Risiko von Mangelernährung, Schulabbrüchen, Kinderarbeit, Gewalt und Ausbeutung. Umso wichtiger ist es, bereits vor der Katastrophe zu handeln und nicht erst Nothilfe zu leisten, wenn die Katastrophe ihre volle Wirkung entfaltet hat“, erklärt Seizov.

Frühes Handeln kann zudem knappe Hilfsgelder wirksamer einsetzen. Eine internationale Evidenzübersicht zeigt: Ein US-Dollar, der in vorausschauende Maßnahmen investiert wird, kann bis zu sieben US-Dollar an vermiedenen Verlusten und zusätzlichem Nutzen bringen.

Wie dringend vorausschauendes Handeln ist, zeigt sich zum Beispiel an der Lage in Madagaskar. Bis Anfang 2027 könnten dort rund 502.000 Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt sein, darunter etwa 78.000 schwer mangelernährte Kinder. Neben Klimaschocks verschärfen unter anderem hohe Lebensmittelpreise und die jährliche Hungerperiode die Situation. 

Dennoch stehen für humanitäre Hilfe immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Im Bundeshaushalt sind rund eine Milliarde Euro für die humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes vorgesehen. Angesichts des weltweit hohen Bedarfs an lebensrettender Hilfe reicht das nicht aus.

Save the Children fordert deshalb, vorausschauende humanitäre Hilfe weiterhin verlässlich zu finanzieren und Mittel so bereitzustellen, dass sie gefährdete Familien rechtzeitig erreichen, bevor eine Krise eskaliert. Frühwarnungen müssen Folgen haben. 

Hinweise für die Redaktion: 

Gerne vermitteln wir Ihnen folgende Gesprächspartnerinnen für Interviews oder Hintergrundgespräche: 

  • Susanne Grönsfeld, Expertin für Entwicklungsfinanzierung bei Save the Children Deutschland
  • Marina Seizov, Expertin für vorausschauende humanitäre Hilfe bei Save the Children Deutschland

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland

Ulf Schubert, Medienreferent +49 30 27595979-130

ulf.schubert@savethechildren.de 

 

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