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Ukraine: 630.000 Kinder nach Rückkehr in die Heimat in extremer Not

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Berlin/Kyjiw, 21. Februar – Zwei Jahre nach dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine sind rund 630.000 geflüchtete Kinder, die mit ihren Familien in ihre Heimatorte zurückgekehrt sind, mit extremer Not konfrontiert. Die anhaltenden Kämpfe gefährden ihr Leben, ihre Häuser und Schulen sind zerstört, und ihre Eltern können oft kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten, so Save the Children.

Eine Analyse der Kinderrechtsorganisation zeigt, dass rückkehrende Familien überproportional gefährdet sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in extreme Not geraten, ist im Vergleich zur übrigen Bevölkerung um 62 Prozent höher. Save the Children wertete für die Untersuchung Daten der jüngsten Bedarfsanalyse des humanitären Datenzentrums REACH sowie der Internationalen Organisation für Migration (IOM) aus.

Seit der Eskalation des Konflikts am 24. Februar 2022 verließen mehr als 15 Millionen Menschen in der Ukraine ihre Heimat. Es war die am schnellsten wachsende Vertreibungskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Noch immer befinden sich knapp 6,5 Millionen Menschen aus der Ukraine im Ausland auf der Flucht, weitere 3,7 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben.

Rund 4,5 Millionen Vertriebene kehrten trotz des anhaltenden Krieges in ihre Heimat zurück, darunter 1,1 Millionen Kinder. Laut IOM sind 630.000 dieser Kinder mit prekären Lebensbedingungen und erhöhten Gefahren konfrontiert. Mehr als die Hälfte von ihnen (360.000 Kinder) kehrten in die vom Krieg betroffenen Regionen und Frontgebiete zurück, darunter Dnipro, Charkiw, Mykolajiw, Odessa und Sumy.

„In den letzten Tagen habe ich mit vielen Kindern und Müttern aus der Ukraine gesprochen, die alle denselben Wunsch haben: Ein Leben ohne Krieg“, sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, der gerade Rumänien und die Ukraine besucht. „Sie vermissen ihre Verwandten und Freund*innen, die sie zurücklassen mussten. Kinder brauchen eine Umgebung, in der sie die Grausamkeiten des Krieges verarbeiten können. Wir unterstützen diese Kinder in Rumänien, der Ukraine und auch in Deutschland dabei, wieder Kinder sein zu können – also zu lernen, zu spielen und zu lachen.“ 

Maryna*, 39, aus Cherson, floh im September 2022 mit ihrer Familie in ein Dorf in der Nähe von Mykolajiw. Die Familie lebt nun wieder in der Region Cherson, aber das Leben ist schwierig: „Als wir hierher zurückkehrten, gab es überhaupt keine Arbeit mehr, weil alles in der Umgebung vermint war. Im Sommer fingen sie an, die übrig gebliebenen Maschinen zu reparieren, mein Mann bekam einen kleinen Stundenlohn. Jetzt, im Winter, hat er keine Arbeit, und niemand weiß, wie es im Frühjahr sein wird, weil das Ackerland nicht entmint wurde.“

Marynas Tochter Anna*, 12, wollte unbedingt nach Cherson zurückkehren. „Hier haben wir zwar nichts. Aber zu Hause fühlt es sich viel besser an als in der Fremde. Wir haben hier Katzen und Hunde, die hat sie (Anna) sehr vermisst. Und auch ihre Oma und ihren Opa.“

Allerdings ist Annas Schule geschlossen und das Mädchen besucht nur Online-Kurse. Wegen des Granatenbeschusses es ist außerdem zu gefährlich, draußen zu spielen. „Ich würde wirklich gerne in der Schule lernen, nicht online“, sagt Anna. „Mit den Lehrkräften in der Schule reden, mit den Kindern - damit es eine Kommunikation gibt, Freunde eben. Meine Freundin wohnt weit weg, ich würde gerne mit ihr persönlich reden."

Save the Children fordert den Schutz der Zivilbevölkerung in der Ukraine und einen Stopp von Angriffen auf bewohnte Gebiete. Humanitäre Hilfe muss uneingeschränkt und ungehindert bei den Bedürftigen ankommen, auch in den vom Krieg betroffenen Gebieten.

Save the Children ist seit 2014 in der Ukraine tätig und hat die Maßnahmen seit der Eskalation des Krieges im Februar 2022 ausgeweitet. Die Kinderrechtsorganisation arbeitet eng mit zahlreichen Partnern zusammen, um lebensrettende Hilfe wie Nahrungsmittel und Wasser, Bargeldtransfers und sichere Räume bereitzustellen.

* Namen zum Schutz geändert

Zusatzmaterial zum Download:

Unter folgendem Link finden Sie Bilder von Anna* und ihrer Mutter Maryna*:
http://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2S3RMJ5K
Unter © Save the Children ist das Material honorarfrei auch zur Weitergabe an Dritte nutzbar.

Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an unsere Pressestelle.

Kontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Susanne Sawadogo
Tel.: +49 (0)30 – 27 59 59 79 – 120
Mail: susanne.sawadogo@savethechildren.de

 

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Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können – seit über 100 Jahren.

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Gegründet kurz nach dem Ersten Weltkrieg, ist Save the Children seit 100 Jahren im Einsatz für Kinder in Not. Was ist aus den unzähligen Kriegskindern geworden, denen die Organisation im Laufe ihrer Geschichte geholfen hat? Antworten darauf gibt das anspruchsvoll gestaltete Fotobuch "Ich lebe".

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