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Ein Vater spricht liebevoll mit seinem Sohn.

5 Tipps: Mit Kindern
über Religion sprechen

von Emina Hodžić

„Warum beten manche Menschen?“, „Gibt es wirklich einen Gott?“, „Warum feiern wir Weihnachten, andere aber nicht?“ – auch Kinder stellen Fragen zu Gott, Glauben und anderen Religionen. Erwachsenen fehlen oft die richtigen Worte, um kindgerecht und respektvoll zu antworten. Diese fünf Tipps können Ihnen helfen, mit Kindern einfühlsam und offen über Religion zu sprechen.

1. Offen sein und Fragen zulassen

Schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sich das Kind frei fühlt zu erzählen, was es über Religion denkt oder erlebt hat – und welche Fragen es hat. Zeigen Sie wahres Interesse, ohne zu werten – etwa so: „Du fragst dich, wie das mit Gott ist – das ist eine wichtige Frage, die viele Menschen sich stellen.“

Religion ist ein vielschichtiges Thema. Informieren Sie sich vorher ein wenig, damit Sie auf Fragen gut eingehen können. Sie müssen nicht alle Antworten haben. Auch ein „Darüber denke ich auch noch nach“ kann Sicherheit geben. Bei älteren Kindern kann es auch Spaß machen, gemeinsam Antworten zu recherchieren.

2. Die eigene Haltung reflektieren

Was denken Sie über Glauben und Religion? Hinterfragen Sie kritisch eigene Annahmen, erkennen Sie Vorurteile und seien Sie ein Vorbild für Offenheit – denn: Kinder lernen durch Beobachtung. Erklären Sie zum Beispiel: „Viele Menschen glauben…“ oder „In unserer Familie machen wir das so…“ und „Manche sehen das ganz anders…“. Wenn das Kind aus einer anderen Perspektive erzählt – etwa aus dem Freundeskreis – hören Sie ihm zu und laden Sie zu weiterem Austausch ein.

Wenn Sie respektvoll über andere Glaubensrichtungen und Religionen sprechen oder Fragen nicht abwerten, erleben Kinder: Religion, Glaube oder Nicht-Glaube ist ein Teil des Lebens – und darf Platz haben.

 

3. Vielfalt zeigen und erleben

Kinder lernen besser durch Geschichten, Bilder und Erfahrungen. Kinderbücher oder Filme können dabei helfen, Vielfalt zu zeigen. Sie erklären anschaulich, was Religion für Menschen bedeuten kann und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es in verschiedenen Glaubensrichtungen gibt – dass in vielen Religionen zum Beispiel das Beten oder bestimmte Speisen eine Rolle spielen. 

Tauschen Sie sich mit dem Kind auch lebhaft über eigene Erfahrungen aus, wie z. B. über das Feiern religiöser Feste wie dem Ramadan, dem jüdischen Pessach oder dem christlichen Osterfest. Welche religiösen Bräuche kennt das Kind aus dem Freundeskreis?

 

4. Gemeinsamkeiten betonen

Sprechen Sie über verbindende Werte wie Liebe, Mitgefühl, Respekt und Zusammenhalt, die in vielen Religionen wichtig sind.

Machen Sie deutlich: Man kann unterschiedliche Überzeugungen haben und trotzdem freundlich und respektvoll miteinander umgehen. So fördern Sie ein friedliches und neugieriges Miteinander.

5. Diskriminierung klar benennen

Kinder können religionsbezogene Diskriminierung und Rassismus beobachten oder selbst erfahren – oft auch unbewusst. Sprechen Sie darüber, wenn Sie Ungerechtigkeiten sehen und bennen Sie diskriminierendes oder rassistisches Verhalten als solches! Schweigen kann als Zustimmung gewertet werden, Vorurteile stärken oder ein Gefühl der Hilflosigkeit erzeugen.

Seien Sie dem Kind ein Vorbild, indem Sie gegen religionsbezogene Diskriminierung und Rassismus angehen. Vielleicht finden Sie auch gemeinsam Ideen und Möglichkeiten, um aktiv zu werden?

Gemalter Bücherstapel

Sie brauchen weitere Informationen?

Diese Bücher könnten Ihnen helfen:

  • Die Religionen der Welt den Kindern erklärt von Georg Schwikart (ab sechs bis zwölf Jahren)
  • Das glaub ich! Was glaubst du? von  Anton Magnus Dorn (ab acht Jahren)
  • Die Weltreligionen – Kindern erklärt von Monika und Udo Tworuschka (ab acht Jahren)