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Publisher Save the Children17.02.2020

6 Monate nach der Katastrophe: Zukunft für die Kinder Japans

Auch sechs Monate nach der Katastrophe, sind noch immer viele Kinder von Albträumen und Angst vor Wasser geplagt. Denn im Gegensatz zu den regelmäßigen Übungen zum richtigen Verhalten bei Erdbeben, die bereits im Kindergarten trainiert werden, war auf eine riesige Flutwelle niemand vorbereitet. Fast 16 000 Menschen kamen in den Fluten ums Leben, mehr als 4 000 werden heute, sechs Monate nach der Katastrophe, noch immer vermisst.

Ein Zwischenbericht über die Arbeit von Save the Children

Japan, 11. März 2011: Ein Erdbeben der Stärke 9.0 erschüttert den Nordosten Japans. Der dadurch ausgelöste Tsunami überrollt mit zehn Meter hohen Flutwellen weite Teile der Präfekturen Fukushima, Miyagi und Iwate. Fast 16 000 Menschen kamen in den Fluten ums Leben, mehr als 4 000 werden heute, sechs Monate nach der Katastrophe, noch immer vermisst.

Hunderttausende Kinder und ihre Familien verloren ihr Zuhause und mussten Schutz in Notunterkünften suchen. Schulen und Kindergärten wurden zerstört. Aus dem Kernkraftwerk in Fukushima tritt radioaktive Strahlung aus. „Seit dem Ende des 2. Weltkrieges vor mehr als 65 Jahren, ist dieses die schlimmste Katastrophe für Japan“, erklärte der japanische Regierungschef Naoto Kan wenige Tage nach dem Desaster.

Auch die siebenjährige Ami wird diesen 11. März nie vergessen. Es war ein Freitag, Ami saß gerade in der Schule, als die Erde bebte. Sie konnte sich in Sicherheit bringen, aber vier quälende Tage befürchtete das kleine Mädchen, dass ihre Mutter ums Leben gekommen sei. „Ich war so glücklich als ich Mama end-
lich wieder sah“, sagt Ami. „Die Fabrik, in der ich arbeite, wurde nach der Tsunami-Warnung evakuiert. Überall waren Schlamm und Trümmer und mein Telefon funktionierte nicht mehr“, erzählt Sayaka Ohara, Amis Mutter.

Unmittelbar nach der Katastrophe hat Save the Children in Amis Schule und 19 weiteren Notunterkünften Schutz- und Spielzonen (Child Friendly Space) eingerichtet. Hier hatten die Kinder die Möglichkeit mit anderen zu spielen und das Erlebte zu verarbeiten. Kinderschutzexperten kümmerten sich um die vier bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen. „Immer wieder kamen Fragen“, erzählt eine Save the Children Mitarbeiterin. „Haben Freunde und Verwandte überlebt? Wer aus meiner Klasse wird noch vermisst? Steht unser Haus noch?“

Auch heute, sechs Monate nach der Katastrophe, sind noch immer viele Kinder von Albträumen und Angst vor Wasser geplagt. Denn im Gegensatz zu den regelmäßigen Übungen zum richtigen Verhalten bei Erdbeben, die bereits im Kindergarten trainiert werden, war auf eine riesige Flutwelle niemand vorbereitet.

Durch unsere mehr als 90 jährige Erfahrung in der Katastrophenarbeit wissen wir, dass es beim Wiederaufbau nach einem Desaster dieses Ausmaßes nicht nur um zerstörte Infrastruktur geht. Kinder und ihre Familien müssen soziale Beziehungen wiederaufbauen und oftmals leiden die Opfer noch lange Zeit nach der Katastrophe. Save the Children wird deshalb  in den kommenden fünf Jahren die japanischen Kinder durch verschiedene Programme in den Bereichen psychosoziale Betreuung, Bildung und Wiederaufbau unterstützen.
 

Im Namen von Ami und den vielen Kindern in Japan, denen Save the Children helfen konnte, bedanken wir uns bei allen unseren Spendern:
Arigato – danke!

  

Hier können Sie ein Danke-Video der deutschen Geschäftsführerin Kathrin Wieland anschauen.

 

Weiterführende Informationen

Mehr zur Arbeit von Save the Children in Japan erfahren Sie hier.

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