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Ein afrikanisches Mädchen sammelt Feuerholz.

Klimakrise
bedroht Kinderleben

Humanitäre Notlagen werden durch Klimawandel verschärft

Schon heute wirkt sich die globale Klimakrise in vielen Regionen der Welt massiv auf das Leben von Kindern aus. Denn als Folge des Klimawandels nehmen extreme Wetterphänomene zu oder verändern sich, wie Hitze und ausbleibender Regen, aber auch Stürme und massive Regenfälle. Einer UN-Studie zufolge hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren die Zahl der klimabedingten Katastrophen weltweit gegenüber den vorherigen Jahrzehnten verdoppelt. Auch in Ostafrika, wo Dürren an sich kein neues Phänomen sind, sind diese häufiger und weniger vorhersehbar geworden.

Klimawandel trifft die Ärmsten besonders hart

Bleibt der Regen aus oder zerstören Stürme und Fluten die Lebensgrundlagen der Menschen, trifft das die Ärmsten besonders hart. Die Zukunftschancen der Kinder, die in diesen Regionen leben, verschlechtern sich weiter: Viele leiden an Mangelernährung oder erkranken etwa an Durchfällen, die sich bei Mangel an sauberem Wasser schnell verbreiten können. Oder sie können aufgrund der existenziellen Not nicht weiter zur Schule gehen und müssen arbeiten.

Die Klimakrise bedroht weltweit die besonders benachteiligten Mädchen und Jungen und verschärft die Probleme, mit denen ihre Familien ohnehin zu kämpfen haben. Save the Children hilft daher nicht nur mit konkreten Projekten vor Ort, sondern setzt sich auch für mehr Klimaschutz ein.

Klimawandel verschärft Notlagen

Am Oberarm eines Kleinkindes wird mit Hilfe eines Maßbandes Mangelernährung gemessen.

Hunger und Krankheiten

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation werden infolge des Klimawandels im Jahr 2030 jedes Jahr 250.000 Menschen mehr sterben als heute. Hitze und Brände, Krankheiten wie Malaria oder Durchfälle, die durch Mücken oder verunreinigtes Wasser übertragen werden, fordern Menschenleben. Ebenso können die Folgen von Mangelernährung in besonders armen Regionen tödlich sein. Kinder sind hiervon besonders betroffen, insbesondere, wenn es zu wenig medizinische Hilfe gibt. 

Eine afrikanische Familie beim Wasser holen.

Zu wenig und zu viel Wasser

Nach wissenschaftlichen Prognosen wird der globale Temperaturanstieg zwei unterschiedliche Effekte bewirken: Zum einen werden in ohnehin trockenen Regionen die Trinkwasser-Ressourcen knapper werden. Noch mehr Menschen werden mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Zugleich wird der Meeresspiegel weiter ansteigen und niedrig liegende Gebiete zunehmend überfluten und Küsten erodieren. Schätzungen zufolge könnten im Jahr 2050 insgesamt 800 Millionen Menschen in 570 Küstenstädten betroffen sein.

Kinder in Trümmern nach einem Wirbelsturm.

Naturkatastrophen

Schon heute gibt es jedes Jahr doppelt so viele Naturkatastrophen wie noch vor 20 Jahren: Die Zahl stieg von etwa 200 Katastrophen auf rund 400. Drei Viertel davon sind wetterbedingt, wie Stürme oder Überflutungen. Nach UN-Schätzung werden in den kommenden zehn Jahren 175 Millionen Kinder von solchen Naturkatastrophen betroffen sein. In Afrika kann ein Temperaturanstieg und gleichzeitig ausbleibender Regen neue Dürren zur Folge haben, die die Ernährungssituation von Kindern weiter verschlechtern.

Eine Familie aus Mosambik muss vor einem Wirbelsturm fliehen.

Fluchtbewegungen

Katastrophen wie Überflutungen, Waldbrände und Dürren zwingen immer mehr Familien zur Flucht – manchmal sogar über die Landesgrenzen hinweg. Experten schätzen, dass in den kommenden 30 Jahren zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Menschen ihre Heimat aufgrund des Klimawandels verlassen werden. Schon heute ist dies sichtbar: So vertrieben Wassermangel und Hunger infolge der Dürre allein in Somalia im ersten Halbjahr 2018 rund 642.000 Menschen.

Am Kanonenrohr eines Panzers baumeln Kinderschuhe.

Risiko gewaltsamer Konflikte

Wenn Ressourcen wie Wasser oder fruchtbarer Boden knapp werden, kann es zu Streit und auch Kämpfen darum kommen. Der Klimawandel beeinflusst diese Faktoren und gefährdet daher indirekt auch den Frieden in vielen Regionen. Nach Einschätzung von Wissenschaftler*innen erhöht die Klimakrise das Risiko von Unsicherheit und staatlicher Instabilität vor allem dort, wo die Situation ohnehin fragil ist: etwa im sudanesischen Darfur, in Somalia oder der Region um den Tschad-See.

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