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Publisher Save the Children26.04.2018

A Dangerous Delay: Spätes Handeln kann Leben kosten 

Bereits ein halbes Jahr vor dem offiziellen Ausruf der Hungerkrise im Juli 2011 hatten die ausbleibenden Regenfälle in der Region zu Besorgnis geführt. Dennoch wurde auf internationaler Ebene zu spät auf die Frühwarnung reagiert.

Oxfam und Save the Children, beide seit vielen Jahren in den betroffenen Ländern tätig, haben wie viele andere Organisationen, öffentlich vor möglichen Auswirkungen gewarnt. Dennoch wurde auf internationaler Ebene zu spät auf die Frühwarnung reagiert. Wie der Bericht zeigt, hat es über sechs Monate gedauert, bis die Hilfsmaßnahmen im nötigen Umfang angelaufen sind. Eine Verzögerung, die Leben kostet. Dass Frühwarnungen auch zu frühen Handlungen führen müssen, ist eine der Hauptforderungen des Berichtes.

Jan Egeland, ehemaliger Koordinator für die Nothilfe der Vereinten Nationen, hat bereits während der Hungerskrise im Niger 2005 durch eine beindruckende Rechnung die Effizienz der Vorbeugung unterstrichen: es hätte 1 US Dollar pro Kind am Tag gekostet, um die Mangelernährung in Westafrika zu vermeiden. Diese Kinder jetzt in den Nothilfezentren zu behandeln, kostet täglich 80 US Dollar.

Die Hungerkatastrophe in Ostafrika wird auch noch im Jahr 2012 weitreichende Konsequenzen haben. Noch immer sind 13 Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen. Diese katastrophalen Ausmaße hätten verhindert werden können, wären bereits zum Zeitpunkt der Frühwarnungen ausreichende Maßnahmen ergriffen worden.

Save the Children war eine der ersten Organisationen, die vor Ort Nothilfe für die betroffenen Familien geleistet hat. Bis heute konnten wir über 2,5 Millionen Menschen mit lebensrettenden Maßnahmen erreichen. Doch es ist unabdingbar, dass auch die Internationale Gemeinschaft ihre Lehren aus den Ereignissen am Horn von Afrika zieht. Es müssen konkrete Schritte ergriffen werden, um derartige Katastrophen in Zukunft zu vermeiden – dazu gehört auch ein besseres Frühwarnsystem inklusive der nötigen Präventionsmaßnahmen.

Es gilt nun aus der Vergangenheit zu lernen, um in Zukunft Katastrophen in diesem Ausmaß zu verhindern. Denn bereits jetzt zeichnet sich in Niger die nächste Hungerkrise ab. Save the Children ist bereits vor Ort im Einsatz und schon jetzt ist eine Steigerung der Hilfsmaßnahmen notwendig.

Sowohl bei den weiterführenden Hilfsmaßnahmen am Horn von Afrika, als auch bei der Krisenprävention in Niger bleibt Save the Children auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen. Helfen Sie uns dabei Hungerkrisen zu bekämpfen.

Zusammen mit Oxfam International veröffentlichte Save the Children im Januar den Bericht „A Dangerous Delay – The cost of late response to early warnings in the 2011 drought in the Horn of Africa”. Der Bericht ist ein kritischer Rückblick auf die aktuelle Dürrekrise am Horn von Afrika: Auf das vorhersehbare Schicksal von über 13 Millionen Menschen hätte auf internationaler Ebene früher reagiert werden müssen – viele Hilfsorganisationen haben eindringlich vor der Dürre gewarnt.

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