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Publisher Save the Children26.04.2018

"Das 21. größte Land der Welt"

Was wäre, wenn alle geflüchteten Menschen weltweit in einem Land leben würden? Es wäre mit einer Bevölkerung von 65,3 Millionen das 21. größte Land der Welt – das in Sachen Bildung, Frühverheiratung, Gesundheit und anderen Schlüsselfaktoren weit hinter anderen Ländern zurück bliebe. Das und mehr zeigt der neue Bericht „Forced to flee: Inside the 21st Largest Country“ von Save the Children.

Jeden Tag sind rund 34.000 Menschen gezwungen zu fliehen, das sind 24 Menschen pro Minute – insgesamt sind derzeit rund 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Würden alle diese Menschen in einem Land leben, stünde dieser Staat in der Liste der bevölkerungsreichsten Länder der Welt an 21. Stelle – an der heute Frankreich steht (Quelle: Weltbank). Die Einwohner wären jünger als in den meisten anderen Ländern und kämpften mit einer Flut an Herausforderungen – und stehen gleichzeitig für ein enormes Potenzial, mit dem sie einen wertvollen Beitrag für die Weltgemeinschaft leisten könnten. 

So zeigt unser Gedankenexperiment, dass dieses Land:

  • die am schnellsten wachsende Bevölkerung und
  • die jüngste Bevölkerung hätte: Die Hälfte der Menschen wäre jünger als 18 Jahre alt.
  • In Bezug auf den Grundschulbesuch den viertletzten und fast den letzten Platz im Hinblick auf den Besuch weiterführender Schulen belegte.
  • zu den gefährlichsten Orten für kinderrechtsverletzende Praktiken wie Frühverheiratung zählen würde.
  • zu den am stärksten urbanisierten Ländern gehörte.
  • zu viele Kinder an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria oder Lungenentzündung sterben würden.
  • die 54. stärkste Wirtschaftskraft der Welt wäre, wenn die Menschen angemessenen Zugang zu Arbeit hätten.

Erst wenn wir uns alle Menschen, die derzeit auf der Flucht sind, als Einwohner eines Landes vorstellen, erkennen wir das komplette Ausmaß ihrer Probleme. Save the Children fordert, die Situation nicht weiter als Notfall zu betrachten, sondern ernsthaft zu diskutieren, wie wir den geflüchteten Familien helfen können, damit sie sich integrieren und ihre Zukunft wieder selbst in die Hand nehmen können. 

„Die Menschen, die zur Flucht gezwungen werden, müssen enorme Schwierigkeiten meistern“, betont Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, eine Woche vor der UN-Generalversammlung in New York. „Aber wenn die Regierungen zusammenarbeiten und Nichtregierungsorganisationen sowie der Privatsektor angemessen beteiligt werden, erreichen wir nicht nur für sie, sondern vor allem auch für die ganze globale Gemeinschaft einen Mehrwert.“

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