Jetzt spenden DZI Siegel
Publisher Save the Children26.04.2018

Die Anzahl hungernder Kinder ist so hoch wie nie

Save the Children veröffentlichte den dritten Child Development Report. Dieser beschreibt die Entwicklungsbedingungen für Kinder in 141 Ländern anhand der drei Kriterien: Bildung, Gesundheit und Ernährung.

Save the Children veröffentlichte den dritten Child Development Report. Von 2005 bis 2010 wurden in 141 Ländern die Entwicklungsbedingungen für Kinder anhand der drei Kriterien untersucht: Bildung, Gesundheit und Ernährung. So wurde ermittelt, in welchen Ländern für Kinder die besten und die schlechtesten Lebensbedingungen bestehen. Der Child Development Index (CDI) zeigt außerdem in welchen Ländern sich die Situation für Kinder verbesserte bzw. verschlechterte und in welchen Regionen die Situation besonders kritisch ist.

Leider zeigt der Bericht, dass seit der Jahrtausendwende die Anzahl an akut mangelernährten Kindern um 1,5 Millionen anstieg. Derzeit gibt es 58,7 Millionen Kinder, deren Zugang zu Nahrung nicht ausreicht, um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten. In vielen Ländern ist ein ernstzunehmender Anstieg der Lebensmittel- und Benzinpreise zu beobachten. Das erschwert es den Familien ihre Kinder ausreichend zu ernähren. „Wenn Essen und Benzin immer teurer werden, leiden vor allem die Kinder“, so Kathrin Wieland, Geschäftsführerin bei Save the Children Deutschland. Ein Drittel aller Todesfälle von Mädchen und Jungen gehen weltweit auf chronische Mangelernährung zurück.

In den Bereichen Bildung und Gesundheit konnten im Vergleich zu den vorherigen Untersuchungen Fortschritte beobachtet werden. In 90 Prozent der Länder verbesserte sich die Lage für Kinder deutlich. Die Anzahl der Kinder, welche eine Schule besuchen, stieg um 30 Prozent. Die Kindersterblichkeit konnte hingegen um ein Drittel reduziert werden. Japan führt die Rangliste an – dicht gefolgt von Spanien und Deutschland.

In vielen afrikanischen Ländern haben es Kinder besonders schwer. Das ostafrikanische Land Somalia belegt beispielsweise den letzten Platz. In Ländern wie Somalia, Kenia und Niger spielt die ständig wiederkehrende Trockenheit und die klimatische Veränderung eine entscheidende Rolle bei der unbeständigen Nahrungsmittellage. Das Westjordanland und der Gazastreifen wurden um 52 Plätze herabgestuft. Grund dafür ist die Blockade des Gaza-Streifens und die damit verbundene problematische Schulsituation für Kinder. Die Blockade erschwert den Bau von neuen Schulen, von denen derzeit 100 fehlen. 2010 konnten 40.000 Kinder keine Schule besuchen, da es nicht genügend Klassenzimmer gab. Die Nichteinschreibungsrate hat sich so von 3,2 Prozent auf 22,6 Prozent erhöht.

„Es gibt erfreuliche Verbesserungen im Bereich Gesundheit und Bildung“, so Kathrin Wieland. “Das Wichtigste ist und bleibt aber eine ausreichende und gesunde Ernährung für alle Kinder.“
 

Download

  • Den aktuellen Child Development Index finden Sie hier (pdf).

Artikel teilen