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Publisher Save the Children26.04.2018

Horn von Afrika : Die Verzweiflung wird immer größer

Die Geschichte von Habiba, ihrer dreijährigen Tochter Mona und dem drei Monate alten Sohn Ismael gleicht dem Schicksal tausender Flüchtlinge in Somalia: Als die letzten Lebensmittel aufgebraucht sind, kratzt die 28-Jährige ihr letztes Geld zusammen, wickelt den Sohn in ein Tuch, nimmt die Tochter an der Hand und flieht mit den beiden Kindern aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu.

Sie flüchten vor Hunger und Gewalt, denn Wochen zuvor ist der Familienvater ermordet worden. Die junge Frau ist vor Hunger und Erschöpfung so ausgezehrt, dass sie ihr Baby nicht mehr stillen kann.

Ihre Kinder sind unterernährt. Der kleine Ismael leidet seit der Geburt an Durchfall und Erbrechen. "Die Dürre und der Krieg haben uns alles genommen, was wir noch hatten.“ Die Fahrt mit dem Lkw von Mogadischu in die somalische Hafenstadt Bosaso dauert acht Tage. Beschwerliche 1.000 Kilometer ist die Familie eingepfercht zwischen schwitzenden, erschöpften und hungernden Flüchtenden.

Vollkommen kraftlos erreichen sie schließlich das Ernährungszentrum von Save the Children in Bosaso. "Ich bin glücklich an einem Ort zu sein, wo Frieden herrscht - ohne Waffen und Bomben", sagt Habiba. Jetzt bangt sie um ihr drittes Kind. Es floh zusammen mit der Großmutter vor der Dürre. Seit zwei Wochen hat sie keine Nachricht mehr erhalten. Ob sie noch leben, ist ungewiss.

Viele der Flüchtlinge haben nur noch das, was sie auf der Haut tragen, wenn sie in den Notlagern ankommen. Inzwischen haben 20 Prozent der Familien in Somalia nichts mehr zu essen. Zwei Millionen Kinder hungern, eine Million schwebt in akuter Lebensgefahr. Die Menschen fliehen Richtung Hauptstadt oder Richtung Grenze, in die Nachbarländer Äthiopien oder Kenia auf der Suche nach etwas zu Essen.

In den 31 Flüchtlingscamps in Bosaso, im Norden Somalias, kommen täglich Flüchtlinge aus der Hauptstadt oder dem Süden an. Save the Children-Mitarbeiter päppeln die unterernährten Kinder mit Spezialnahrung auf. Monatlich versorgen wir 9.000 Kinder in Somalia mit Lebensmitteln und Medikamenten. Und täglich werden es mehr.

In der vergangenen Woche kam endlich der lang ersehnte Regen. Der war zwar bitter nötig, doch die Wucht der Niederschläge zerstörte viele Notunterkünfte in den überfüllten Lagern. Die Gefahr von Krankheiten wie Malaria und Cholera steigt. Nicht nur in Somalia, auch in Kenia und Äthiopien spitzt sich die Situation weiter zu. Als letzten, verzweifelten Versuch, ihre Ziegen und Kühe zu retten, hatten viele Somalier die Strohdächer ihrer Hütten und Häuser an das Vieh verfüttert - nun haben sie kein Dach über dem Kopf.


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