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Publisher Save the Children26.04.2018

Horn von Afrika: Hungersnot in Somalia breitet sich weiter aus

Save the Children warnt eindringlich vor den Auswirkungen, die die humanitäre Krise am Horn von Afrika  für die betroffen Kinder haben könnte. Allein in Somalia hat sich die Zahl der mangelernährten Kinder, die in den Ernährungszentren ankommen, in den letzten Monaten verdoppelt.

In Puntland, einer Region im Nordosten des Landes, befinden sich derzeit 3500 Kinder in Behandlung. Eine Mitarbeiterin von Save the Children in Somalia beschreibt die verzweifelte Situation der Familien: „Die meisten haben in den letzten Monaten alles verloren – ihre Ernte, ihr Vieh und ihren sonstigen Besitz, den sie gegen Lebensmittel eingetauscht haben. Mit einer Mahlzeit am Tag versuchen sie zu überleben – manche können sich nicht einmal das leisten.“

Nach dem Besuch des UNHCR – Chefs Antonio Guterres richtet sich auch das Augenmerk der Medien vermehrt auf die Hungersnot am Horn von Afrika. Guterres erklärte öffentlich seine Erschütterung über die schlimme Lage der betroffenen Familien und appelliert an die Weltgemeinschaft, sich mehr zu engagieren. Er geht von einer Gesamtsumme von 333 Millionen Euro aus, die bis zum Ende des Jahres nötig sind, um den Opfern der Dürrekrise zu helfen. 

In dem Flüchtlingscamp Tawakal im Norden Somalias leben derzeit 7000 Menschen, der Großteil von ihnen sind Kinder. Die hygienischen Zustände in dem Camp sind ungenügend. Es gibt kaum Latrinen oder Waschgelegenheiten. Viele Frauen versuchen als Tagelöhner im Umkreis Geld zu verdienen und müssen ihre Kinder den ganzen Tag alleine lassen. Die Verzweiflung wächst täglich.

Save the Children versorgt in 60 Ernährungszentren in Puntland und Südsomalia über 9000 Mädchen und Jungen. Kinder, die zu schwach sind Nahrung oder Wasser zu sich zu nehmen, werden dort mit Infusionen und Medikamenten versorgt. Kinder denen es wieder besser geht bekommen eine Monatsration Spezialnahrung mit nach Hause.

„Wir möchten unsere Projekte weiter ausbauen“ erklärt Sonia Zambakides, Einsatzleiterin von Save the Children in Somalia. „Die Kinder und ihre Familien brauchen dringend Nahrungsmittel, Medikamente und bessere Unterkünfte. Die Mädchen und Jungen, die tagsüber alleine sind, weil ihre Eltern arbeiten gehen müssen, brauchen besonderen Schutz. Wir müssen versuchen sicherzustellen, dass sie nicht ausgebeutet oder misshandelt werden und weiter Schulunterricht erhalten.“

Eine Entspannung der Situation ist vorerst nicht zu erwarten. Die Wetterprognosen für das Horn von Afrika zeigen frühestens im September wieder Regenfälle an. Und dann müssen die betroffenen Menschen bei Kräften sein, um ihr Land neu zu bestellen, ihre Existenz wiederaufzubauen und bessere Frühwarnsysteme für ihre Gemeinden zu entwickeln.

Save the Children ist seit über 20 Jahren in der Region tätig und setzt sich auf verschiedenen Weisen für die Rechte der Kinder ein. Um sich der wachsenden Herausforderung am Horn von Afrika weiter stellen zu können, ruft Save the Children international zu Spenden für die Opfer der Dürrekatastrophe auf.
 

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