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Publisher Save the Children26.04.2018

Immer mehr Flüchtlinge landen auf Lampedusa

Obwohl die italienische Regierung keine offiziellen Zahlen zu den Flüchtlingen auf Lampedusa mehr veröffentlicht, wird von über 18.000 Menschen ausgegangen, die in den letzten Monaten von Nordafrika auf die Mittelmeerinsel geflohen sind. Darunter auch Kinder.

Momentan sind etwa 350 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung auf Lampedusa. Viele von ihnen wurden noch nicht identifiziert. "Die Situation, in der diese minderjährigen Migranten auf Lampedusa leben, ist inakzeptabel. Sie sind in einem Gebäude der Meeresschutzbehörde provisorisch untergebracht. Von Stunde zu Stunde werden die hygienischen Bedingungen dort kritischer", sagt Raffaella Milano von Save the Children.

Besorgniserregend auch, dass vermehrt schwangere Frauen und Kleinkinder auf Lampedusa ankommen. Eine Frau hat ihr Baby während der Überfahrt geboren. „Es ist ein Wunder, dass Mutter und Kind wohlauf sind“ sagt unser Kollege Tareke Brhane. „Die Mutter hat ihren Sohn Yeabsera genannt – das ist eritreisch für „Gottes Werk“."

Von der sizilianischen Hafenstadt Porto Empedocle aus, versorgen Mitarbeiter von Save the Children die ankommenden Kleinkinder mit Nahrung, Windeln und Spielsachen.

Save the Children arbeitet bereits seit Mai 2008 auf der Insel Lampedusa. Im Rahmen des so genannten Präsidium-Projekts kümmern sich derzeit fünf Save the Children Mitarbeiter um die besonderen Bedürfnisse der minderjährigen Migranten aus Afrika. Sie klären die Jugendlichen über ihre Rechte auf und helfen ihnen im Umgang mit den Behörden.

Nehmen die Flüchtlingsströme weiter zu, ist ungewiss, wie lange man die ohnehin schwierige Lage auf Lampedusa annähernd stabil halten kann. Save the Children hat deshalb einen Vorschlag zum Umgang mit den unbegleitenden Minderjährigen an politische Gremien übergeben. Ziel ist es, eine nationale Strategie für die Aufnahme der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu erarbeiten und schnellstmöglich umzusetzen.

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