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Publisher Save the Children26.04.2018

Jemen: Bevorstehende Hungerkrise

Politische Umbrüche, wirtschaftliche Veränderungen, starke Klimaschwankungen und erhöhte Nahrungsmittelpreise sind verantwortlich für die gegenwärtige Hungerkrise am Horn von Afrika, der Sahelzone und jüngst auch im Jemen. Die örtlichen Bevölkerungen stehen vor großen Herausforderungen und Millionen Menschen sind akut gefährdet.

Die Familien im Jemen stehen vor einer katastrophalen Hungerkrise – 10 Millionen Menschen, 44% der Bevölkerung, haben nicht genügend zu Essen. Hilfsorganisationen warnen, dass die Mangelernährungsraten in einigen Teilen des Landes schon jetzt erschreckend hoch sind, denn jedes dritte Kind ist stark unterernährt. Während der politischen Krise im Jemen sind die Nahrungs- und Ölpreise gestiegen. Die Anzahl der Menschen, die an Hunger leiden, hat sich seit 2009 verdoppelt.

Jemenitische Familien schöpfen ihre letzten Reserven aus, um sich vor der Krise zu schützen. Ein Viertel der Bevölkerung musste sich bereits verschulden, um ihre Familien ernähren zu können.  Mütter nehmen ihre Kinder aus der Schule, damit sie auf der Straße, um Geld betteln können. Geber konzentrieren sich auf die politischen Ereignisse und Sicherheit im Lande und vernachlässigen dabei, dass angemessene humanitäre Hilfe für die jemenitische Bevölkerung dringend notwendig ist. Durch die Steigerung der Armut wird letztendlich auch der Aufbau von politischer Stabilität erschwert.

Die Konflikte im Norden und Süden des Landes erschweren die Situation, in den letzten zwei Monaten mussten aufgrund der Konflikte fast 95.000 Menschen ihre Häuser verlassen – die Zahl der Vertriebenen stieg auf fast eine halbe Millionen. Frauen sind besonders gefährdet, da sie meist am wenigsten und zuletzt Essen erhalten. Es wird berichtet, dass die Anzahl der Zwangsheirat im frühen Alter steigt, da die Familien so ihre jungen Töchter nicht mehr mit ernähren müssen.  
 
Geberländer rechtfertigen die Rückhaltung finanzieller Mittel für humanitäre Hilfe mit der angespannten Sicherheitslage und der politischen Instabilität im Lande. Die Arbeit der Hilfsorganisationen zeigt aber, dass  die Betroffenen erreicht werden können. Die Lehren aus der Krise am Horn von Afrika 2011 zeigen, dass die internationale Gemeinschaft die Frühwarnungen nicht auf Kosten von Millionen von Menschen ignorieren darf.
 

Weiterführende Informationen 

In einer Sonderrubrik auf unserer Website erfahren sie mehr über Hungerkrisen, deren Ursachen und Folgen. Lesen sie hier, wie Save the Children auf diese unterschiedlichen Anforderungen in den betroffenen Regionen reagiert.
 

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