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Publisher Save the Children26.04.2018

Massenflucht in den Irak: 40.000 neue syrische Flüchtlinge

Tausende syrische Flüchtlinge flohen in den letzten Tagen über die Grenze in den Irak. Der Zustrom treibt die regionale Regierungen und humanitäre Organisationen an ihre Grenzen.

Das erste Mal nach drei Monaten öffnete der Irak Mitte August seine Grenzen zu Syrien. Doch niemand rechnete mit einem derartigen Ansturm als in der Region Kurdistan die Grenze geöffnet wurde: Allein in den letzten Tagen flohen 40.000 Syrer. Täglich werden es mehr. Die Flüchtlinge sind überwiegend Frauen, Kinder und Senioren. Ein Großteil von ihnen konnte in Notunterkünften untergebracht werden, aber tausende warten noch auf ihre Registrierung an der Grenze. „Unsere Hauptsorge ist, dass viele von ihnen an den Grenze stecken bleiben, wo sie der Hitze ausgesetzt sind und keinen Zugang zur Grundversorgung haben“, erzählt Alan Paul, Leiter der Nothilfe im Irak von Save the Children.


Überfüllte Flüchtlingslager

Über 195.000 Syrer flohen bislang in den Irak, um der Gewalt und der immer gefährlicher werdenden Lage in ihrem Land zu entfliehen. Fast Zweidrittel der Flüchtlinge leben in städtischen Gebieten und kämpfen damit, ihre Miete und Lebenshaltungskosten zu bezahlen. Der Rest lebt in den Flüchtlingslagern Al-Quaim, Al-Obeidy und Domiz sowie in neu errichteten Lagern wie das Kawergosk Camp. Während in den neuen Flüchtlingslagern die Situation halbwegs stabil ist, herrschen in den älteren Camps schlechte Zustände. Bereits vor der Grenzöffnung waren diese Flüchtlingslager überfüllt. Zudem leiden die Menschen unter den Wetterbedingungen. „Das ist kein sicherer Ort für Kinder“, sagt eine Mutter, die mit ihrer Familie in den Irak geflohen ist. Die Hitze ist unerträglich und mittags erreichen die Temperaturen bis zu 40 Grad im Schatten – wenn man Glück hat und welchen findet. Mehrmals am Tag ziehen Sandstürme durch die Regionen, bedecken alles mit einer hartnäckigen Sandschicht. „Die Sandstürme sind stark und wir haben nicht genug Wasser, um uns zu waschen“, erzählt eine andere Mutter. Überall fehlt es an sauberem Trinkwasser. Viele Kinder leiden unter Krankheiten wie Durchfall und Hautauschlag. „Mein 4-jähriger Sohn Khalid starb innerhalb von vier Tagen an Durchfall, den er bekam, weil er dreckiges Wasser trank“, erzählt die 27-jährige Shanaz.


Wie Save the Children hilft 

Mitarbeiter von Save the Children arbeiten in Flüchtlingslagern im Irak, inklusive der Region Kurdistan, leisten humanitäre Hilfe und versorgt die Flüchtlinge mit dem Nötigsten. In den nächsten Tagen wird die Hilfsorganisation beispielsweise über 40.000 Liter Wasser an den Grenzübergängen verteilen. In den irakischen Flüchtlingslagern errichtete Save the Children kinder- und jugendfreundliche Räume, in denen Kinder und Jugendliche spielen, lernen und mit geschultem Personal über ihre Erlebnisse sprechen können. Um die Hygienebedingungen in den Lagern zu verbessern, verteilt Save the Children Hygiene-Sets mit u.a. Seife, Handtüchern und Zahnbürsten.

Es ist immer noch unklar, wie lange die Grenze offen bleiben wird, aber Save the Children wird auch weiterhin eng mit UN Organisationen zusammenarbeiten, um auf die Bedürfnisse der Neuankömmlinge zu reagieren.


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