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Publisher Save the Children26.04.2018

Unabhängigkeit des Südsudan: Ein Land vor der Wende?

Am 09. Juli wird die Unabhängigkeit des Südsudan offiziell. Ein Tag voll Hoffnung für Millionen Kinder und Jugendliche. Dennoch gehen die Kämpfe an der Grenzregion weiter, die Lage ist noch immer extrem angespannt.

Noch ist ungewiss, ob die Unabhängigkeit tatsächlich die gewünschte Freiheit für die Bürgerinnen und Bürger des Landes bringt. Viele Familien, die aus dem Norden geflohen sind, leben jetzt in überfüllten Camps und sind auf Hilfe angewiesen.

Besonders dramatisch ist die Situation für die vier Millionen Kinder. Die meisten von ihnen sind inmitten von Krieg und Gewalt aufgewachsen, sie haben nie eine Schule besucht. Trotz der Ölvorkommen lebt ein Großteil der Bevölkerung in absoluter Armut – die Lebenserwartung im jüngsten Staat Afrikas liegt gerade einmal bei 42 Jahren.

Die neue Regierung hat jetzt die Chance Veränderungen anzustoßen, die Fundament für eine friedliche Zukunft sein können. Noch gibt es kaum soziale Infrastruktur, es fehlt an Schulen, Krankenhäusern und geregelter Wasserversorgung. Die vorherrschenden Missstände haben dramatische Auswirkungen, vor allem für die Jüngsten:

  • pro 100.000 Menschen gibt es nur einen ausgebildeten Arzt
  • jedes vierte Kind ist schwer mangelernährt
  • nur jedes zehnte Kind beendet die Grundschule, Mädchen werden massiv benachteiligt
  • jedes neunte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag
  • jede siebte Frau stirbt während Schwangerschaft oder Geburt

Das ist die traurige Wahrheit, der sich die Regierung des Südsudan jetzt stellen muss. Auch die internationale Gebergemeinschaft hat ihre Verantwortung erkannt und bietet durch Beratung und finanzielle Zusagen Unterstützung. Save the Children ist eine der wenigen Hilfsorganisationen, die seit über 20 Jahren in dem Land arbeiten. Auch oder besser gerade jetzt setzen wir uns im ganzen Südsudan für Kinder und ihre Rechte ein. Wir verteilen Nahrungsmittel und Medikamente, sorgen für sichere Unterkünfte und Schulen. Wenn die Regierung für ihre Bürger Frieden und Freiheit möchte, muss ein Teil der Erlöse aus dem Erdölhandel verbindlich in die Verbesserung der Sozialstruktur investiert werden. Kinder sind die Hoffnung des Landes, für sie müssen jetzt schnellstmöglich bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden.  

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