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Publisher Save the Children26.04.2018

Vergessene Krise im Südsudan: Kinder brauchen Schutz und Bildung

Die Krise im Südsudan ist eine der vergessenen Krisen in Afrika. Deshalb hat sich die Situation für die Kinder innerhalb des letzten Jahres drastisch verschlimmert: Noch mehr Kinder wurden von ihren Familien getrennt, noch mehr Kinder sind von Gewalt bedroht und noch mehr Kinder wurden als Kindersoldaten rekrutiert.

"Wenn wir irgendwann den Teufelskreis der Gewalt stoppen wollen, der im ganzen Land allgegenwärtig ist, dann müssen wir uns um die Kinder kümmern, und das geht am effektivsten über Bildung und Kinderschutz", sagt Peter Walsh, Länderdirektor von Save the Children in Südsudan. Doch sind die nötigen Maßnahmen, ein fester Bestandteil des UN Strategic Response Plans,  bisher nur zu 50% finanziert. Erfolgt keine Änderung, steht die Bildung einer ganzen Generation auf dem Spiel.  

Zahlreiche Jungen und Mädchen berichten, dass sie nur noch halb so viel Zeit in der Schule verbringen wie vor dem seit 18 Monaten andauernden Konflikt und dass Schulzeit durch Arbeitszeit ersetzt wurde. Schätzungsweise 400.000 Kinder gehen gar nicht mehr zur Schule. Unicef schätzt, dass mehr als eine Million Kinder bereits vor der aktuellen Krise nicht mehr zur Schule gegangen sind. Dabei ist Bildung auch in Krisensituationen für Kinder extrem wichtig – gibt sie ihnen doch Stabilität und stellt die Weichen für ihre Zukunft.

Darüber hinaus benötigen Kinder im Südsudan dringend Zugang zu psychosozialen Diensten, um sich ihren Ängsten stellen zu können. Rund 13.000 Kinder waren im Mai von verschiedenen Gruppen als Kindersoldaten zwangsverpflichtet – 40% mehr als noch vor einem Jahr. Fast 600.000 Kinder leiden wegen der Gewalt, die sie beobachtet oder selbst erlebt haben, unter psychologischem Stress. 

Wenn Stresssymptome ignoriert werden, kann sich das für den Rest des Lebens negativ auf das Lernen, die Gesundheit und die Entwicklung eines Kindes auswirken. Deshalb betont Save the Children die Notwendigkeit von geschützten und schützenden Räumen für Kinder in ihren Gemeinden. Außerdem müssen Kindern, die den bewaffneten Gruppen entkommen wollen, Sicherheit und Perspektiven geboten werden. 

Save the Children arbeitet gemeinsam mit lokalen Akteuren sowie den Kinder selbst daran, gemeindebasierte Kinderschutzmechanismen langfristig zu etablieren. Dazu gehört u.a. die Errichtung von kinderfreundlichen Räumen, Schulungen zum Thema Kinderrechte und die Weiterbildung von Sozialarbeitern und bewaffnetem Personal zum Thema Kinderrechte und -schutz. 

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit in den vergessenen Krisen in Afrika!

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