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Publisher Save the Children26.04.2018

Wiederaufbau in Haiti: Eine bessere Zukunft für die Kinder

Durch weitsichtige und nachhaltige Maßnahmen können wir die Erdbeben-Katastrophe nutzen, der Bevölkerung Haitis eine bessere Zukunft zu eröffnen.

Das Erdbeben am 12. Januar 2010 hat Haiti grundlegend verändert. Schätzungsweise drei Millionen Menschen sind von den Auswirkungen betroffen: Eine Million Haitianer sind obdachlos, Hunderttausende verloren ihr Leben, über 200.000 Menschen wurden verletzt. Die gesamte Infrastruktur ist zerstört, eine funktionierende Wasser- und Stromversorgung gibt es nicht. Allein in und um Port-au-Prince entstanden über 300 Auffanglager, die schätzungsweise 800.000 Menschen beherbergen. Insbesondere Kinder sind schwer traumatisiert.

Haiti war bereits vor dem Erdbeben das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, das sogenannte „Armenhaus Amerikas“. Nur durch weitsichtige und nachhaltige Maßnahmen können wir diese Katastrophe dazu nutzen, der Bevölkerung Haitis zu einer besseren und selbstbestimmten Zukunft zu verhelfen. Dafür brauchen wir langfristige Unterstützung. Sie können den Mädchen und Jungen in Haiti einen Start in eine bessere Zukunft eröffnen.


Wiederaufbauplan für die nächsten 5 Jahre

Mit unserem Maßnahmenplan wollen wir das Leben und die Zukunft von 800.000 Menschen, davon 470.000 Kindern in Haiti in den kommenden fünf Jahren nachhaltig verbessern. Die Hilfe von Save the Children gliedert sich in drei Phasen: Bis Juni 2010 müssen wir uns vor allem um die unmittelbare Nothilfe kümmern, die Menschen mit dem Nötigsten versorgen, medizinisch betreuen und Kinder vor Ausbeutung, Gewalt und Kinderhandel schützen. Die zweite Phase, die sogenannte Sanierungsphase, wird bis Dezember 2011 dauern. Darauf folgt die Wiederaufbauphase bis Dezember 2014.

Das Mitbestimmungsrecht der Kinder ist zentraler Bestandteil unserer gesamten Hilfe in Haiti. Um Nachhaltigkeit zu garantieren, arbeitet Save the Children eng mit den Gemeinden und der haitianischen Regierung zusammen.


Die Schwerpunkte unserer langfristigen Hilfe sind:

  • Wir verbessern die Versorgung von Schwangeren, Müttern und ihren Neugeborenen, indem wir sterile Geburtssets verteilen, die Betreuung von Schwangeren und Geburtshilfe in den einzelnen Gemeinden ausbauen.
     
  • Wir werden weitere Gesundheitsstationen errichten und in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium dauerhaft unterstützen.
     
  • Wir verbessern staatliche Fürsorge-Einrichtungen wie Kinderheime.
     
  • Zusammen mit Kindern, Jugendlichen und den Gemeindebehörden entwickeln wir Maßnahmen, um Kinderhandel und ausbeuterische Kinderarbeit zu verhindern.
     
  • Wir bilden eine „Safer Schools“-Gruppe mit Vertretern verschiedener Organisationen, damit Schulen katastrophensicher wiederaufgebaut werden.
     
  • Wir sorgen dafür, dass Kinder im Unterricht richtiges Verhalten im Katastrophenfall lernen.
     
  • In Zukunft soll der haitianische Staat in der Lage sein, das Schulsystem zu koordinieren. Die Anzahl der kostenpflichtigen Privatschulen soll gesenkt werden.
     
  • Einrichtung von „Schulgesundheitsclubs“: Die Kinder sollen sich gegenseitig und eigenständig an die Wichtigkeit von bestimmten Maßnahmen, z. B. Händewaschen nach dem Toilettengang, erinnern und so selbst für eine Verhaltensänderung sorgen.
     
  • Die anstehende Regenzeit von Februar bis Mai und die Hurrikan-Saison von Juni bis August macht die schnelle Errichtung von beständigen Unterkünften erforderlich. Wir werden Familien bei der Suche nach neuen sicheren Unterkünften unterstützen.

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