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Gesichter der Ausgrenzung

Jedes Kind hat ein Recht auf Kindheit. Kindheit, das bedeutet gesund zu sein, zur Schule gehen zu können, in Frieden aufzuwachsen, ohne Angst und Gewalt und geschützt vor Ausbeutung und Missbrauch. Für unzählige Kinder sieht die Realität jedoch anders aus. Unser aktueller Bericht "Gesichter der Ausgrenzung" zeigt: Gewalt, Krieg und Armut raubt Millionen von Kindern viel zu früh die Kindheit. Save the Children setzt sich dafür ein, dass kein Kind ausgegrenzt und sein Recht auf Kindheit geachtet wird.

Kindheit in Gefahr

Mehr als eine Milliarde Kinder leben in Ländern, die von bitterer Armut geplagt sind. Bewaffnete Konflikte und Diskriminierung von Mädchen sind weitere Faktoren, die dazu führen, dass Kindheiten zerstört werden.

Der Childhood Index

Um die Lebenssituation von Kindern weltweit vergleichen zu können, hat Save the Children eine Rangliste entwickelt – den Childhood Index. Der Report fokussiert sich auf die zentralen Rechte aus der Kinderrechtskonvention, die eine intakte Kindheit garantieren: Leben, Gesundheit und Entwicklung, Bildung und Schutz vor Gewalt. Save the Children hat Daten aus 175 Ländern anhand von acht Indikatoren untersucht, die diese zentralen Rechte behindern. Das Ergebnis: Die Kindheit ist in europäischen Ländern am wenigsten bedroht, während die Länder mit den schlechtesten Bedingungen für Kinder alle in Afrika liegen. Deutschland liegt in diesem Vergleich auf Platz 12. 

Diese acht Faktoren gefährden die Kindheit:

Kindersterblichkeit

Jeden Tag sterben 15.000 Kinder unter fünf Jahren. Die meisten von ihnen an vermeidbaren Krankheiten wie Lungenentzündung

Schwere Mangelernährung

Weltweit bleiben 155 Millionen Kinder aufgrund von Mangelernährung im Wachstum zurück.

Keine Schulbildung

Jedes 6. Kind weltweit kann nicht zur Schule gehen. 

Kinderarbeit

152 Millionen Kinder weltweit sind gezwungen zu arbeiten

Kinderehen

Alle sieben Sekunden wird ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. 

Frühe Schwangerschaft

Alle zwei Sekunden wird ein Baby von einer minderjährigen Mutter geboren. 

Extreme Gewalt

Jeden Tag werden über 200 Mädchen und Jungen ermordet. 

Flucht und Vertreibung

Jedes 80. Kind weltweit musste aus seiner Heimat fliehen oder lebt in Konflikt- und Kriegsgebieten. 

Kindheit besser schützen

Im September 2015 kamen zahlreiche Staatsoberhäupter in der UN zusammen und verabschiedeten die Agenda 2030 mit 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung. Der ambitionierte Plan: Armut in all ihren Formen bis zum Jahr 2030 zu beenden und eine Zukunft sicherzustellen, in der alle Kinder ihre Kindheit voll erleben können. Der diesjährige Childhood Index zeigt, dass wir von diesem Ziel weit entfernt sind.

Darum fordern wir:

  • In Kinder investieren – Nationale Regierungen und auch Geberländer müssen die nötigen Ressourcen bereitstellen, damit alle Kinder Zugang zu Gesundheitsleistungen und Bildung haben. Nationale Regierungen müssen sicherstellen, dass diese Ressourcen die ausgegrenzten Kinder erreichen, insbesondere Mädchen und Geflüchtete.
     
  • Sicherstellen, dass alle Kinder gleich behandelt werden – Das bedeutet das Ende diskriminierender Politiken, Normen und Verhaltensweisen, die beispielsweise Mädchen den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen verwehren oder einem Kind aufgrund seiner ethnischen Herkunft oder seines Geschlechts die Schulbildung verweigern.
     
  • Es müssen spezifische Maßnahmen ergriffen werden, um Armut, Konflikte und Diskriminierung von Mädchen aus dem Weg zu räumen und jedem Kind den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen.

* Name zum Schutz geändert. 


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