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Ein Mädchen und ein Mann sitzen nebeneinander und schauen etwas auf einem Laptop an.

Wie kann ich mit Kindern
über Wahlen sprechen?

Im September 2026 finden in mehreren Bundesländern Landtagswahlen statt. Viele Kinder bekommen den Wahlkampf mit, sehen Plakate oder hören Diskussionen in der Familie, in der Schule oder online. Wie können Erwachsene mit Kindern über Wahlen sprechen und ihre Fragen altersgerecht beantworten? Wir haben einige Tipps zusammengestellt. 

Sammeln Sie sich selbst

Die nächsten Wahlen im September 2026

  •  6. September: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt  
  • 13. September: Kommunalwahl in Niedersachsen
  • 20. September: Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin  
  • 20. September: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Es kann sein, dass die Wahlen und politische Entwicklungen Sie selbst bedrücken oder verunsichern. Bevor Sie mit einem Kind sprechen, sollten Sie sich einen Moment Zeit nehmen, um zu reflektieren: Was ist meine Meinung? Bin ich emotional, aufgebracht? Wie Sie sich verhalten, beeinflusst auch das, was das Kind sich ausmalt. 


Zögern Sie noch, ob Ihre Antwort auch kindgerecht ist? Dann nehmen Sie sich die Zeit, abzuwägen. Ein Beispiel:

Über meine Antwort würde ich gerne noch etwas nachdenken, damit ich es dir wirklich gut erklären kann. Können wir später noch einmal darüber sprechen?

Zusammen lernen: Sie müssen nicht alles wissen

Wenn das Kind eine Frage stellt, auf die Sie nicht sicher antworten können, ist das okay. Informieren Sie sich, um Kindern korrekte und verlässliche Antworten geben zu können. Und gehen Sie ruhig offen damit um: Ein Kind darf und sollte wissen, dass auch Erwachsene noch Fragen und Zweifel haben. In jedem Fall lassen sich die Antworten auch gut gemeinsam herausfinden, zum Beispiel in Kindernachrichten oder auf geeigneten Websites.

Nehmen Sie sich Zeit und hören Sie zu

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Welche Fragen stellt das Kind? Ist es dabei verunsichert oder besorgt? Oder vor allem neugierig? Vermitteln Sie zu jeder Zeit, dass alles gefragt werden darf und alle Gefühle dazu okay sind. Sagen Sie zum Beispiel: „Ich bin da für dich und nehme dich ernst. Für deine Gefühle, Gedanken und Fragen ist immer Zeit.“ Gerade in belastenden oder verunsichernden Situationen können Gespräche dabei helfen, dass die Sorgen der Kinder kleiner werden – weil sie nicht mehr allein an diesen herumknabbern müssen.

Demokratie kindgerecht erklären: Passen Sie Ihre Antworten an

Ältere Kinder wollen es meist schon genauer wissen: Wie funktionieren Wahlen und was bedeutet das Ergebnis? Warum dürfen Kinder nicht wählen? Jüngere hingegen drücken ihre Fragen oft anders aus.

Egal, worauf Sie antworten: Beginnen Sie mit einfachen Informationen und tasten sich je nach Interesse und Rückfragen langsam voran. Wenn Ihre Antworten sehr kompliziert werden, kann es zu viel sein oder Ängste auslösen. Stellen Sie dafür auch selbst Rückfragen: „War das für dich verständlich? Gibt es etwas, das ich nochmal anders erklären soll? Wie würdest du das in deinen Worten erklären?“ Das hilft Ihnen und auch dem Kind, das Gespräch besser einordnen zu können.

Medien nur begrenzt nutzen

Es ist wichtig, dass Kinder verstehen, was rund um die Wahl wichtig ist. Das Thema sollte aber nicht überfordern, was leicht passieren kann, wenn zu viele Informationen auf Bildschirmen oder anderen Medien den Tag bestimmen. Tipp: Schauen Sie gemeinsam kindgerechte Formate, die dem Alter entsprechend aufbereitet sind. 

Seien Sie ein Vorbild

Warum sind Wahlen auch für Kinder wichtig?

Kinder dürfen in Deutschland meist noch nicht wählen. Trotzdem haben sie das Recht, informiert zu werden und ihre Meinung zu äußern. Politische Entscheidungen beeinflussen ihren Alltag und ihre Zukunft.

Kinder orientieren sich an Menschen, die Ihnen wichtig sind. Seien Sie daher ruhig, feinfühlig und ehrlich in den Gesprächen. Dazu gehört auch, dass es frustrierend sein kann, wenn man vom Wahlergebnis oder politischen Entscheidungen enttäuscht ist.

Doch trotz allem: Vermitteln Sie Zuversicht, auch wenn es manchmal schwerfällt. Erklären Sie, welche Werte Ihnen wichtig sind und dass viele andere Menschen diese teilen. Auch eine wichtige Botschaft ist: Alle können sich engagieren und damit die Politik beeinflussen – durch ein Kreuz auf dem Wahlschein oder zivilgesellschaftliches Engagement. 

Wenn auch Ihr Kind etwas tun möchte, kann es Briefe oder E-Mails an Abgeordnete schicken. Mit der Schulklasse kann es den Bundestag besuchen oder mit lokalen Abgeordneten sprechen. Oder Sie nehmen gemeinsam an einer Demonstration teil, um Ihre Haltung zu zeigen? All das kann helfen, sich nicht hilflos zu fühlen.


Häufige Fragen von Kindern zu Wahlen

Was ist Demokratie einfach erklärt?

Demokratie bedeutet, dass Menschen mitbestimmen können. Wahlen sind ein wichtiger Teil davon.

Warum hängen vor Wahlen so viele Plakate?

Parteien möchten Menschen über ihre politischen Ziele informieren und um Stimmen werben.

Was ist ein Landtag?

Der Landtag ist das Parlament eines Bundeslandes. Dort werden Gesetze beschlossen und politische Entscheidungen getroffen, die Kinder und Familien betreffen können.

Müssen Kinder dieselbe Meinung haben wie ihre Eltern?

Nein. Kinder dürfen Fragen stellen, unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen und eigene Meinungen entwickeln.

Warum sind Kinderrechte bei Wahlen wichtig?

Politische Entscheidungen wirken sich auf Bildung, Gesundheit, Schutz und Teilhabe von Kindern aus. Deshalb sollten die Interessen von Kindern in der Politik berücksichtigt werden.

Text von Vera Sultani