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Hand eines Kindes, das bastelt

Wir.Gestalten.Zukunft.

Wir.Gestalten.Zukunft.

Empowerment von Jugendlichen mit Fluchterfahrung in Deutschland  sowie partizipative Gestaltung von Jugendräumen in Unterkünften für Geflüchtete.  

Ziele

1. Jugendliche mit Fluchterfahrung sind für den Umgang mit genderspezifischen Fragen des Erwachsenwerdens gestärkt und gestalten ihre Zukunft selbstbestimmt.   

2. Jugendliche werden darin bestärkt, individuelle Barrieren im Zugang zu Bildung und Beruf zu überwinden. 

3. In ausgewählten Unterkünften für geflüchtete Menschen wird gemeinsam mit den Jugendlichen ein Raum gestaltet, der nachhaltig für Jugendliche Bewohner*innen nutzbar ist und ihre spezifischen Bedarfe adressiert. 

Laufzeit: Januar 2025 bis Dezember 2027

Teilnehmende: Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren und Mitarbeitende von fünf Unterkünften für geflüchtete  Menschen  

Region: Berlin

Geber: IKEA Deutschland

Die Idee

Jugendliche mit Fluchterfahrung befinden sich in einer doppelten Übergangsphase: Zum einen sind sie auf dem Sprung vom Kindes- ins junge Erwachsenenalter. In dieser ohnehin sensiblen Entwicklungsphase müssen junge geflüchtete Menschen häufig zusätzliche traumatische Erlebnisse oder andere psychische Belastungen verarbeiten. Zum anderen stehen sie vor der Herausforderung, sich in der neuen Umgebung des Ankunftslands zurechtzufinden. Die Unterbringung in Unterkünften – oft geprägt von aufenthaltsrechtlicher Unsicherheit, sozialer Isolation und einem schwierigen Zugang zu Bildungs- und Freizeitangeboten – erschwert ihr Ankommen zusätzlich. Ein zentrales Problem ist dabei der Mangel an geschützten Rückzugsräumen für Jugendliche, in denen sie sich sicher fühlen, sich entfalten und mit Gleichaltrigen austauschen können.    

Das Ziel des Projekts „Wir.Gestalten.Zukunft.“ ist es, zusammen mit den Jugendlichen ihre alters- und genderspezifischen Bedarfe zu identifizieren und sie darin zu unterstützen, Ressourcen und Bewältigungsmechanismen für den Umgang mit den typischen Fragen des Erwachsenwerdens aufzubauen. Angeleitet durch pädagogische Fachkräfte entstehen Möglichkeiten des Austauschs mit Gleichaltrigen, in denen sie die eigene Lebensrealität und zentrale Fragen der Pubertät reflektieren können. In praxisnahen Workshops zum Thema Berufsorientierung bestärken wir Jugendliche dabei, individuelle Barrieren im Zugang zu Bildung und Beruf zu überwinden.  

Darüber hinaus wird in ausgewählten Gemeinschaftsunterkünften gemeinsam mit den Jugendlichen ein Raum gestaltet, der nachhaltig nutzbar ist und an ihren spezifischen Bedürfnissen ausgerichtet wird. Auf diese Weise schaffen wir Orte, die Jugendlichen nicht nur Rückzug ermöglichen, sondern auch ihre Selbstwirksamkeit und Teilhabe fördern.  

Neben den Angeboten für Jugendliche arbeiten wir im Rahmen des Projekts auch mit den Mitarbeitenden der Unterkünfte zusammen, um diese bei der eigenständigen Umsetzung von gendersensiblen Angeboten für Jugendliche zu unterstützen. 

Umsetzung

Um die besonderen Bedarfe von Jugendlichen mit Fluchterfahrung zu adressieren und sie auf dem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu unterstützen, bieten wir im Rahmen des Projekts:

1. Geschützte Räume mit genderspezifischen und freizeitpädagogischen Angeboten

  • niedrigschwellige Austauschformate, in denen Gleichaltrige über Fragen und Themen, die sie beschäftigen, ins Gespräch kommen (Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Welche Ziele habe ich? Was möchte ich gern können? Welche Erwartungen werden an mich gestellt und wie kann ich damit umgehen? Was darf ich selbstbestimmt entscheiden?)
  • eine Sensibilisierung für alternative Geschlechterrollen und positive Rollenbilder, beispielsweise „Positive Masculinity“
  • Informationen zu den eigenen Rechten und Unterstützung beim Aufbau von Ressourcen, um alters- und genderspezifische Herausforderungen bewältigen zu können
  • Ausflüge, Spiel, Spaß und Alltag in einer geschützten Umgebung erleben

2. Berufsorientierung

  • Angebote, die speziell geflüchtete Jugendliche unterstützen , Wege in Bildung und Beruf zu finden

3. Partizipative Gestaltung von Jugendräumen   

  • In einem partizipativen Prozess entwickeln Jugendliche Räume, die auf ihre Bedarfe abgestimmt sind, Rückzug und Begegnung ermöglichen und ihnen langfristig zur Verfügung stehen

Projekthistorie

Mädchen.Machen.Zukunft. (2020-2021)

Das Projekt „Mädchen.Machen.Zukunft.“ wurde von Oktober 2020 bis Dezember 2021 durchgeführt. In diesem Zeitraum wurden Mädchen* in Gemeinschaftsunterkünften sozial und psychologisch gestärkt und darin unterstützt, ihre Zukunftsperspektive aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Zu diesem Zweck fanden regelmäßige Gruppenangebote sowie thematische Workshops statt.

Parallel dazu wurden Jungen* für vielfältige und positive Formen von Männlichkeit sensibilisiert, um ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander zu fördern.

Im Rahmen des Projekts entstand außerdem die Methodenbox zur genderspezifischen Arbeit in Unterkünften.

Wir.Machen.Zukunft. (2022-2024)

Im Januar 2022 startete die zweite Projektlaufzeit: „Wir.Machen.Zukunft.“ In diesem Zeitraum arbeiteten wir in insgesamt neun Berliner Gemeinschaftsunterkünften. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sowohl Jungen* als auch Mädchen* in einer sensiblen Phase des Erwachsenwerdens gestärkt und begleitet werden können.

Gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften entwickelten wir niedrigschwellige Gruppenangebote, die Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren Orientierung, Austausch und Selbstbestimmung ermöglichten. In diesen geschützten Räumen konnten sie u. a. über Zukunftswünsche, Rollenbilder, Körper und Sexualität sprechen, ihre Rechte kennenlernen und Strategien entwickeln, um mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens umzugehen. Mädchen* wurden zudem durch gezielte Empowerment-Formate unterstützt, die ihnen Wege in Bildung und Beruf aufzeigten.

Parallel zur direkten Arbeit mit den Jugendlichen begleiteten wir die Mitarbeitenden der beteiligten Unterkünfte. Durch Netzwerktreffen und einen kontinuierlichen Austausch unterstützten wir sie dabei, eine gendersensible Haltung zu entwickeln und eigene Angebote für Jugendliche nachhaltig zu verankern.

Im Verlauf des Projekts entstand eine Handreichung zur Arbeit mit Jugendlichen im Kontext Flucht. Eine Case Story dokumentiert die Perspektiven dreier Jugendlicher, die von ihren Wegen nach Deutschland, ihren Herausforderungen und ihren Zukunftsträumen berichten.

Die Projektlaufzeit endete im Dezember 2024.

Videos

In drei Berliner Gemeinschaftsunterkünften veranstaltete Save the Children wöchentlich Aktivitäten mit Jugendlichen. Wollt ihr mehr darüber erfahren? Dann klickt hier:


Materialien

Titelbild Handreichung: Räume für geflüchtete Jugendliche

Genderspezifische Unterstützung von Jugendlichen mit Fluchterfahrung

In unserer Methodenbox und unserer Handreichung teilen wir bestehendes Wissen und gesammelte Erfahrungen aus den Vorgängerprojekten „Mädchen.Machen.Mut.“, „Mädchen.Machen.Zukunft.“ und „Wir.Machen.Zukunft.“ mit interessierten Fachkräften und Ehrenamtlichen. In der „Methodenbox: Geschlechtsspezifische Arbeit mit Jugendlichen im Kontext Flucht“  und der „Handreichung: Räume für geflüchtete Jugendliche“ bieten wir Ansätze, um Jugendliche mit Fluchterfahrung bedarfsgerecht zu unterstützen und sie so langfristig zu stärken.


IKEA

Das Projekt „Wir.Gestalten.Zukunft.“ wird von IKEA Deutschland unterstützt. Save the Children und IKEA verbindet seit 1994 eine enge, globale Partnerschaft. Wir wissen, wie wichtig ein sicheres und geborgenes Zuhause für das Wohlbefinden ist – besonders für junge Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Deshalb unterstützen wir geflüchtete Jugendliche in ausgewählten Unterkünften dabei, ihre Umgebung so zu gestalten, dass sie sich willkommen und zu Hause fühlen können. Dieses gemeinsame Gestalten stärkt nicht nur den Alltag, sondern auch Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgefühl. In Kombination mit Hilfestellungen zur Berufsorientierung bündeln wir so unsere Stärken, um Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen.


Ihre Ansprechpartnerin

Anja Renner

Anja Renner

Projektleitung Wir.Gestalten.Zukunft.