AgriForward: Aufbau resilienter Lebensgrundlagen und Stärkung eines friedlichen Umfelds für Frauen, Männer, Jungen und Mädchen in den am stärksten gefährdeten Gemeinden der Gouvernements Akkar, Baalbek el Hermel und Bekaa
Geber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Laufzeit: 01. November 2023 - 31. Oktober 2026
Projekthintergrund
Libanon befindet sich in einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise, die durch politische Instabilität, Inflation, hohe Arbeitslosigkeit und steigende Lebensmittelpreise verschärft wird. Besonders betroffen sind Geflüchtete aus Syrien und libanesische Haushalte, die unter extremer Armut und Nahrungsmittelunsicherheit leiden. In ländlichen Regionen wie Akkar, Bekaa und Baalbek el Hermel sind viele Menschen auf die Landwirtschaft angewiesen, viele Betroffene haben jedoch nicht ausreichend Zugang zu Land, Wasser, Bewässerungssystemen, landwirtschaftlichen Betriebsmitteln (Saatgut, Dünger, Werkzeug) sowie zu Märkten, Weiterbildung, Finanzierungsmöglichkeiten und sozialen Schutzsystemen. Frauen, Menschen mit Behinderungen und marginalisierte Gruppen sind zusätzlich benachteiligt. Das Projekt „AgriForward“ setzt genau hier an: Es stärkt die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Gemeinden durch Qualifizierung, Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und Friedensinitiativen, um soziale Spannungen zu verringern und langfristige Lebensgrundlagen zu sichern.
Projektumsetzung
Das Projekt „AgriForward“ wird in den libanesischen Regionen Akkar, Bekaa und Baalbek el Hermel umgesetzt und zielt darauf ab, die Lebensgrundlagen und den sozialen Zusammenhalt in besonders vulnerablen Gemeinden zu stärken. Dafür erhalten 700 landwirtschaftliche Tagelöhner*innen und 200 Landwirt*innen praxisnahe Schulungen zu nachhaltiger Landwirtschaft, unternehmerischen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen. Zusätzlich werden Frauen gezielt für nicht-konventionelle Tätigkeiten qualifiziert, um Geschlechterrollen aufzubrechen. Parallel dazu werden Friedensgruppen und lokale Wirtschaftsräte aufgebaut, die den Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen fördern und gemeinsam Lösungen für wirtschaftliche Herausforderungen entwickeln. Besonders gefährdete Haushalte erhalten finanzielle Unterstützung, um die Teilnahme an Trainings zu ermöglichen. Die Umsetzung erfolgt durch ein Konsortium aus internationalen und lokalen Organisationen, wobei lokale Partner gezielt gestärkt werden, um langfristig eigenständig Programme durchzuführen.

