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Ein Junge spielt in einem Schutz- und Spielraum von Save the Children im Libanon. © Mats Lignell / Save the Children

Schutz- und Spielräume
für Kinder

Schutz- und Spielräume für Kinder in Krisensituationen

Schutz- und Spielräume werden von Save the Children und anderen Akteuren weltweit etabliert, wenn es zu Krisensituationen kommt. Denn gerade dann ist es besonders wichtig, Kindern die Möglichkeit zu geben, schreckliche Erlebnisse zu bearbeiten und vor allem wieder Kind sein zu dürfen. In unseren Schutz- und Spielräumen können Kinder toben, malen und lachen. Dabei spielen Herkunft, Religion und Hautfarbe keine Rolle: Spielen darf hier jedes Kind, kostenlos. Für unsere Schutz- und Spielräume benötigen wir keine festen Gebäude – für die Kinder da sein können wir auch in Zelten eines Flüchtlingscamps oder im Freien unter Bäumen.

Doch egal, wo und wie: In der Planung eines Schutz- und Spielangebots von Save the Children ist vieles zu beachten. Gemeinsam mit Kollegen und Institutionen vor Ort ermitteln wir den Bedarf durch eine Situationsanalyse:

  • Wie viele Kinder gibt es in der Umgebung?
  • Wie alt sind sie?
  • Welche Sprachen sprechen sie?
  • Welche Angebote für die Kinder gibt es bisher? 
  • Wo soll der Schutz- und Spielraum aufgebaut werden?

Dabei ist es wichtig, dass er für alle Kinder in der Umgebung gut erreichbar ist. Außerdem werden Mitarbeiter für die Betreuung von Kindern in und nach belastenden Situationen geschult.

Diese Aspekte sind bei der Umsetzung besonders wichtig: 

Gestaltung

Die Kinder gestalten den Raum mit, denn sie sollen sich dort wohlfühlen und gleichzeitig erleben, dass ihre Stimme und ihre Gedanken wichtig sind.

Sicherheit

Der Raum ist kindersicher: Es gibt zum Beispiel nur niedrige Regale, Kinderscheren und gesicherte Steckdosen.

Schutz

Am Eingang ist eine Liste, in die jedes Kind eingetragen wird. Diese Listen sind nur von unseren Mitarbeitern einsehbar. So entsteht eine vertrauensvolle und geschützte Atmosphäre.

Lernangebote

Hier lernen die Kinder Alltägliches, zum Beispiel: Wie wäscht man seine Hände, um nicht krank zu werden? Können die Kinder nicht zur Schule gehen, gibt es häufig weitere Lernangebote.

Raumaufteilung

Es gibt Bereiche zum Toben, aber auch Lese- und Bastelecken. Ist das nicht möglich, finden die Angebote zu unterschiedlichen Zeiten statt. Zudem gibt es angeleitete Aktivitäten und auch freies Spiel, denn Kinder brauchen beides.

Lage

Der Schutz- und Spielraum muss als solcher erkennbar und gut erreichbar sein. Er bietet Kindern, die oft fast alles verloren haben, eine Auszeit, Struktur und Stabilität. 

Ein Ort, an dem Kinder wieder Kind sein können

Kinder in unseren Schutz- und Spielräumen haben oft fast alles verloren, was für sie bisher normal war. Möglicherweise sprechen die Menschen um sie herum sogar eine andere Sprache und ihre Eltern sind damit beschäftigt, das Leben neu zu ordnen. Ein Schutz- und Spielraum bietet ihnen eine Auszeit, Struktur und Stabilität. Er ermöglicht den Kindern, wieder eine Routine zu finden und mit anderen Jungen und Mädchen zusammenzukommen. Dabei bietet er nicht nur physischen Schutz, sondern auch einen Ort emotionalen Halts. Hier können sich die Kinder im Spiel ausdrücken oder sich unseren Mitarbeitern anvertrauen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch in unserem „Handbuch zu Schutz- und Spielräumen für Kinder“, das für die Arbeit in Deutschland entwickelt wurde.

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