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Zukunft!
Von Ankunft an.

Zukunft! Von Ankunft an.

Ziel: Verbesserung der Bedingungen für Bildung, Aufwachsen und gesellschaftliche Teilhabe für nach Deutschland geflüchtete Kinder und ihre Familien
Laufzeit: Juli 2015 - Juni 2018
Teilnehmer: 3 Gemeinschaftsunterkünfte, 3 Erstaufnahmeeinrichtungen
Region: Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt
Geber: Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Kommission (AMIF), Land Sachsen-Anhalt, private Spenden


Die Idee

Auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Armut verlassen jedes Jahr Millionen Menschen ihre Heimat und suchen Zuflucht in anderen Ländern – so auch in Deutschland. Unter den geflüchteten Menschen sind zahlreiche Kinder und Familien. Nach ihrer Ankunft in Deutschland verbringen die Kinder zwischen 6 und 24 Monaten in Unterkünften für geflüchtete Menschen. Doch die Unterbringung in diesen Unterkünften ist vielfach nicht auf die Bedürfnisse von Kindern und Familien ausgerichtet. Kinder und ihre Familien brauchen eine besondere kind- und familiengerechte Unterstützung und die Möglichkeit, in ihren Potenzialen, in ihrer Entwicklung und durch Bildungschancen gefördert zu werden.

Mit dem Projekt „Zukunft! Von Ankunft an.“ wollen wir die Umsetzung der Kinderrechte in Unterkünften für geflüchtete Menschen in Deutschland verbessern. Dazu untersuchen wir die Qualität der Unterbringung der Kinder und ihrer Familien in den Unterkünften. Die dabei entwickelten Kriterien und Indikatoren werden in einem Qualitätsrahmen beschrieben, der einen Beitrag zur Entwicklung und Messbarkeit von bundesweit verbindlichen Standards für die Unterbringung von geflüchteten Kindern und ihren Familien leisten soll. Wir stärken zudem Kooperationen der Unterkünfte mit lokalen Akteuren.


Die Umsetzung

Drei Gemeinschaftsunterkünfte und drei Erstaufnahmeeinrichtungen für geflüchtete Menschen in drei Bundesländern haben an dem Projekt „Zukunft! Von Ankunft an.“ teilgenommen. Gemeinsam mit externen Prozessbegleitungen wurden sie dabei unterstützt, die Unterbringungsbedingungen zu verbessern und Maßnahmen zu entwickeln, um geflüchteten Kindern und ihren Familien die Ankunft in den Unterkünften zu erleichtern. Dazu wurden kind- und familiengerechte Orte gestaltet. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden, Schulen, Behörden, Einrichtungen der Jugendhilfe, Ehrenamtlichen etc. gestärkt, um beispielsweise Bildungs- und Beratungsstrukturen zu verbessern.

Die folgenden Bausteine trugen zum nachhaltigen Erfolg des Projekts bei.

Analyse der Bedarfe

In einem ersten Schritt wurde die Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien in den teilnehmenden Unterkünften untersucht. Gemeinsam mit dem Sinus-Institut für Markt- und Sozialforschung wurde hierzu eine Situations- und Bedarfsanalyse durchgeführt.

Dabei wurden geflüchtete Kinder, ihre Eltern, die Betreiber der Unterkünfte sowie andere Akteure wie Mitarbeiter von Kitas und Schulen oder Ehrenamtliche zu ihren Erfahrungen und Bedürfnissen befragt. Neben Einzelinterviews wurden niedrigschwellige, partizipative und nonverbale Methoden wie freies Malen, das Zeichnen der Unterkunft (Unterkunftsmapping) oder die Dokumentation des eigenen Alltags durch Fotografieren (Photo-Voicing) genutzt. Untersucht wurde insbesondere, wie die Kinderrechte auf Schutz, Bildung, Gesundheit und Beteiligung in den Unterkünften umgesetzt werden. Die Analysen dienten als Grundlage zur Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Unterbringungsbedingungen.

Mikroprojekte und Kooperationen

Auf Basis der Ergebnisse der Situations- und Bedarfsanalyse wurden in den Unterkünften konkrete Maßnahmen (Mikroprojekte) umgesetzt, um die Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien vor Ort zu verbessern. Außerdem wurden langfristige Zielvereinbarungen zur Verbesserung der Unterbringungsbedingungen getroffen. Dabei stand im Mittelpunkt, das eigenverantwortliche Handeln der Bewohner*innen und Mitarbeitenden der Unterkünfte zu stärken sowie Kooperationen mit lokalen Akteuren auszubauen. Unterstützt wurden die Einrichtungen durch externe Prozessbegleitungen sowie Fördermittel.

Im Zuge von „Zukunft! Von Ankunft an.“ konnten so vielfältige Projekte umgesetzt werden, die die Lebenssituation der Kinder nachhaltig verbessern.

  • Durch die Einrichtung familienfreundlicher Räume wurden Rückzugsorte für Familien innerhalb einer Unterkunft geschaffen. Hier kann in geschützter Atmosphäre gespielt, gelernt und gelacht werden.
  • Ein Fußballturnier bringt Kinder aus der Unterkunft mit Kindern aus der Nachbarschaft zusammen. Zudem entstehen Kontakte zu lokalen Sportvereinen.
  • In Fahrradwerkstätten arbeiten Eltern geflüchteter Kinder zusammen mit Sozialarbeitern und helfen die Fahrräder des Standorts zu reparieren.
  • In den Unterkünften wird Deutschunterricht angeboten. Die zur Ausstattung des Raumes notwendigen Möbel sowie Lehr- und Lernmaterialen wurden im Rahmen des Projektes bereitgestellt.
  • Dank der Einrichtung eines WLAN-Netzwerkes können alle Bewohner sich nun nicht nur besser informieren, sondern auch leichter mit daheim gebliebenen Familienmitgliedern in Kontakt treten.

… und vieles mehr.

„Unterbringungs-TÜV“

In Deutschland gibt es keine bundesweit verbindlichen Standards für die Unterbringung von geflüchteten Menschen. Die Qualität der Unterbringung hängt stark von den Regelungen in den einzelnen Bundesländern, dem Betreiber sowie der Art und Lage der Unterkunft ab. Oftmals wird nicht auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern eingegangen.

Im Rahmen des Projekts „Zukunft! Von Ankunft an.“ wurde deshalb mit dem sogenannten „Unterbringung-TÜV“ ein Qualitätsrahmen entwickelt, der auf alle Bundesländer übertragen werden kann. Anhand einheitlicher Qualitätskriterien werden die Unterbringungsbedingungen im Hinblick auf die Umsetzung von Kinderrechten überprüft und transparent gemacht. So können Mängel systematisch aufgedeckt und gemeinsam mit Betreibern und Behörden angegangen werden. Die Unterbringungsbedingungen für geflüchtete Kinder und ihre Familien können so nachhaltig verbessert werden.


Qualität in der Vielfalt sichern

In unserem Projekt „Qualität in der Vielfalt sichern“ führen wir die Arbeit aus „Zukunft! Von Ankunft an.“ fort.

Mehr erfahren

Ihre Ansprechpartnerin

Weneta Suckow


Ein Programm von:

Gefördert durch:

Dieses Projekt wird aus den Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU kofinanziert.