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POLITISCHER EINSATZ
FÜR GESUNDHEIT UND ERNÄHRUNG

KEIN KIND DARF AN HUNGER ODER VERMEIDBAREN KRANKHEITEN STERBEN

Seit den 1990er Jahren ist die Kindersterblichkeitsrate weltweit stark zurückgegangen. Trotz dieses Fortschritts starben laut der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2018 5,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen, wie zum Beispiel Mangelernährung und Durchfallerkrankungen. Knapp die Hälfte dieser Kinder stirbt in den ersten 28 Tagen nach der Geburt.

Doppeltes Risiko für die ärmsten Kinder

Auch heute gibt es noch große Unterschiede, wie gesund Kinder aufwachsen. Laut der Weltgesundheitsorganisation hat rund die Hälfte der Weltbevölkerung keinen ausreichenden Zugang zu lebenswichtiger Gesundheitsversorgung. Unter den ärmsten Kindern ist die Sterblichkeitsrate im Durchschnitt doppelt so hoch wie unter den reichsten. Neuste Erkenntnisse zeigen, dass auf Kinder, die in den 20% der ärmsten Haushalte leben, 34% aller Todesfälle und 31% aller Fälle von Wachstumsverzögerungen (Stunting) entfallen. Die Ungleichheit und damit die Überlebenschancen von Kindern hängen zudem davon ab, wo sie geboren wurden, von ihrem Geschlecht, der ethischen Zugehörigkeit und ob ihr Umfeld ländlich oder urban geprägt ist.

Unzureichende Gesundheitsversorgung in Konflikten

Kriege und die zunehmende Dauer von Konflikten sind auch in unserer Arbeit eine der größten Herausforderungen. Nach unseren Schätzungen sind in den letzten fünf Jahren mehr Kinder in Konfliktgebieten an den Folgen von Mangelernährung und Krankheiten in Verbindung mit einer mangelnden Gesundheitsversorgung gestorben, als durch Kugeln oder Bomben. Dabei könnten die Krankheiten, an denen Kinder in Konfliktgebieten sterben – wie Lungenentzündung, Durchfall, Malaria und Masern – weitestgehend verhindert und geheilt werden. Doch die notwendige Gesundheitsversorgung ist oft nicht verfügbar oder aufgrund der Sicherheitslage nicht erreichbar.

Mangelernährung: Zahl der Hungernden wieder steigend

Seit 1990 konnte die Zahl der Kinder, die an Mangelernährung leiden, stark reduziert werden. Doch seit 2015 steigt die Zahl der Hungernden nun erstmals wieder an. Insgesamt leiden weltweit rund 820 Millionen Menschen an Hunger. Durch anhaltende Konflikte und die Auswirkungen des Klimawandels, zu denen auch immer öfter wiederkehrende Dürren und Überflutungen zählen, sind immer mehr Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen. Noch immer ist Unterernährung die Ursache von 45 Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren. Gleichzeitig wächst die Zahl an übergewichtigen Ländern in fast allen Ländern. Auch diese Entwicklungen betreffen überproportional Menschen, die in Armut leben, und haben langfristige Folgen für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern.

Rezept fürs Überleben

Schülerinnen und Schüler machen sich gemeinsam mit Save the Children für Kindergesundheit stark. Hier geht es zu der Aktion: Rezept fürs Überleben. 

Mehr erfahren

Was Save the Children von der Politik fordert

  • Für Save the Children ist es eines der großen Ziele, dass bis 2030 kein Kind mehr an vermeidbaren Ursachen stirbt. Politische Entscheidungsträger*innen sollten sich dafür stark machen, das Prinzip „Niemanden zurücklassen“ der Agenda 2030 umzusetzen. Um bestehende Ungleichheiten zu überwinden sollten sie Kinder, die besonders benachteiligt sind, in den Mittelpunkt ihrer politischen und finanziellen Entscheidungen stellen.
  • Die deutsche Bundesregierung sollte Entwicklungszusammenarbeit stärker dort einsetzen, wo sie am dringendsten gebraucht wird und wie international vereinbart, 0,7% ihres Bruttonationaleinkommens in öffentliche Entwicklungszusammenarbeit investieren.
  • Der universelle Zugang zu Gesundheitsversorgung muss eine Priorität des deutschen Engagements in der Globalen Gesundheit sein. Die Bundesregierung muss die Stärkung von Gesundheitssystemen und die Basisgesundheitsversorgung in den Mittelpunkt ihrer Globalen Gesundheitspolitik stellen. Dabei sollte das von der WHO empfohlene Finanzierungsziel, mindestens 0,1 % des Bruttonationaleinkommens für gesundheitsbezogene ODA aufzuwenden, erfüllt werden.
  • Die Bundesregierung muss international eine Führungsrolle einnehmen, um Mangelernährung in all ihrem Formen zu bekämpfen. Dies erfordert die Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel, um die globalen Ernährungsziele zu erreichen, zu denen sie sich verpflichtet hat. Ihren Fokus sollte sie dabei auf die Unterstützung jener Kinder legen, die besonders von Mangelernährung betroffen sind.
  • Jegliche Vorhaben im Kampf gegen Mangelernährung müssen sektorübergreifend gedacht werden: Neben der Einbindung von Ernährungsmaßnahmen in andere Handlungsfelder, wie zum Beispiel Bildung, muss die Bundesregierung die Vorbeugung und Behandlung von Mangelernährung als Teil einer universellen Gesundheitsversorgung vorantreiben und umsetzen.

Ihre Ansprechpartnerinnen:

Anna Wasiak

Lea Meyer

Marionka Pohl