Hear me out! Schutzkonzeptentwicklung mit Schüler*innen
Ziel: Förderung der aktiven Beteiligung von Schüler*innen an der Schutzkonzeptentwicklung an Berliner Sekundarschulen
Projektlaufzeit: Juni 2025 bis Dezember 2026
Zielgruppe: Schüler*innen im Alter von 13 bis 16 Jahren sowie Fachkräfte aus Sekundarschulen
Region: Berlin
Geber: Moving Child gGmbH
Das Projekt
Die Ausgangslage
Studien zufolge erlebt jedes dritte Kind in Deutschland im Laufe seines Heranwachsens Vernachlässigung, körperliche, psychische und/oder sexualisierte Gewalt durch Familienmitglieder, Gleichaltrige und/oder Autoritätspersonen. Negative Auswirkungen auf die körperliche und psychosoziale Gesundheit, das allgemeine Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern sind die Folge.
Schulen erreichen durch die Schulpflicht eine große Zahl an Kindern. Sie nehmen damit eine zentrale Rolle im Schutz von Kindern vor Gewalt ein, wie er in Art. 19 und Art. 34 der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist. Dabei geht es nicht zuletzt auch um den Schutz vor Gewalt im Schulalltag selbst. Einige Bundesländer – darunter Berlin – haben der zentralen Rolle von Schule im (institutionellen) Kinderschutz Rechnung getragen: Sie haben ihre Schulgesetze ergänzt und Schutzkonzepte gegen Gewalt für jede Schule verpflichtend gemacht. Solche Schutzkonzepte sollen Schüler*innen vor Gewalt an Schulen schützen, sowohl vor Gewalt von Mitschüler*innen (sog. Peer-Gewalt) als auch vor Gewalt durch Schulpersonal.
Schutzkonzepte im schulischen Kontext
Save the Children setzt sich als Kinderrechtsorganisation für den Schutz von Kindern vor allen Formen von Gewalt ein. Unser Schutzkonzept versteht sich daher als ganzheitlicher Ansatz, der Maßnahmen zum Schutz vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt sowohl in der Schule als auch im schulischen Umfeld umfasst. Schulen sind verpflichtet, bei (Verdachts-)Fällen innerhalb ihrer Einrichtung präventiv und intervenierend zu handeln – und auch bei Vorfällen außerhalb ihres direkten Einflussbereichs aktiv zu werden (§ 4 Abs. (1) Bundeskinderschutzgesetz).
Die daraus erwachsende Aufgabe, sich als Schule mit der Überprüfung, Entwicklung und Verankerung wirksamer Schutzstrukturen zu befassen, braucht Sensibilisierung und Handlungssicherheit für alle Beteiligten. Mit Weiterbildungen und Materialien hat Save the Children 2023 bis 2025 im Projekt „As Soon As Possible! Schule als sicherer Ort für alle“ Schulpersonal an Berliner Sekundarschulen darin unterstützt, einen entsprechenden Anfang zu machen.
Die Idee
Neben dem Recht auf Schutz vor Gewalt, haben Kinder auch das Recht, sich an allen sie betreffenden Angelegenheiten zu beteiligen (Art. 12 UN-Kinderrechtskonvention). Ein schulisches Schutzkonzept soll Schüler*innen vor Gewalt an Schulen schützen. Daher müssen sie auch bei der Schutzkonzeptentwicklung einbezogen werden.
Save the Children will mit dem Projekt Hear me out! Schutzkonzeptentwicklung mit Schüler*innen ausgewählte Sekundarschulen in Berlin dabei unterstützen, die Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse von Schüler*innen angemessen und nachhaltig in den Prozess ihrer Schutzkonzeptentwicklung zu integrieren.
Dabei greifen wir erste bereits in „As Soon As Possible! Schule als sicherer Ort für alle“ erprobte konsultative Formate der Schüler*innen-Beteiligung auf und entwickeln sie mithilfe von Schüler*innen weiter.
Die Umsetzung
Das Projekt Hear me out! Schutzkonzeptentwicklung mit Schüler*innen richtet sich an Schüler*innen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren und kooperiert dafür mit einer kleinen Anzahl von Sekundarschulen in Berlin, die sich aktuell im Prozess der Schutzkonzeptentwicklung befinden.
Neben der Sensibilisierung für Kinderrechte, werden wir zusammen mit Schüler*innen ausgewählte Bausteine des Schutzkonzepts er- oder überarbeiten. Dazu wollen wir in „As Soon As Possible! Schule als sicherer Ort für alle“ erprobte Methoden der Schüler*innen-Konsultation aufgreifen und sie erweitern um Methoden, die ein direktes Zusammenwirken von Schüler*innen und Schulpersonal ermöglichen. Wo möglich, wollen wir außerdem auch eigene Initiativen von Schüler*innen bezogen auf Schule als Schutzraum befördern.
Handlungsleitend sind uns dabei die Verwirklichung der genannten Kinderrechte und die Ansätze von Partizipation wie sie für unsere Gesamtorganisation beschrieben werden.
Angedachte Umsetzungsformate im Projektverlauf sind:
- Sensibilisierungs-, Konsultations- und Partizipationsworkshops mit interessierten Schüler*innen
- Feedbackrunden/Präsentationen zu den Workshopergebnissen mit dem an der Schutzkonzeptentwicklung beteiligtem Schulpersonal sowie der Schulöffentlichkeit
- Erweiterung der bestehenden Publikation „As Soon As Possible! Schule als sicherer Ort für alle - Methodenkoffer Schüler*innen-Beteiligung“
- Förderung des berlinweiten sowie überregionalen Austauschs zu Gelingensbedingungen für Schüler*innen-Partizipation im Rahmen von Schutzkonzept– und anderen, vergleichbaren Schulentwicklungsprozessen durch Veranstaltungen usw.
Materialien

In „ASAP! Schule als sicherer Ort. - Methodenkoffer Schüler*innen-Beteiligung“ finden sich Methoden für die partizipative Erarbeitung des Schutzkonzeptbestandteiles „Verhaltenskodex für Erwachsene“ sowie allgemeine Gelingensbedingungen und Schutzmaßnahmen, wie sie im Rahmen des Vorgängerprojekts „ASAP! Schule als sicherer Ort für alle“ mit Schüler*innen-Gruppen erprobt wurden.
Sobald eine Erweiterung der Publikation im laufenden Projekt erarbeitet wurde, wird sie an dieser Stelle (voraussichtlich Frühjahr/Sommer 2026) veröffentlicht und zum Download bereitstehen.
Weitere Materialien wie Case Stories zum Projekt werden ebenfalls hier bereitgestellt.
Partner
Das Projekt Hear me out! Schutzkonzeptentwicklung mit Schüler*innen wird von der Moving Child gGmbH gefördert. Save the Children Deutschland e. V. arbeitet seit 2021 mit der Organisation zusammen.





