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Jungen in der Demokratischen Republik Kongo.

Bessere Perspektiven
für Kinder in der Demokratischen Republik Kongo

Projekt: Perspektiven für Kinder in der Demokratischen Republik Kongo schaffen

Geldgeber: Save the Children Deutschland, Stiftung Kinderförderung von Playmobil & Fair Cobalt Alliance
Laufzeit: Fortlaufend

Projekthintergrund

Die aktuelle Situation in der Demokratischen Republik Kongo: Eine vielschichtige Herausforderung

In der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) haben nur die wenigsten Kinder eine unbeschwerte Kindheit. Seit Jahrzehnten herrschen Konflikt und Gewalt sowie Armut und Perspektivlosigkeit. In der Konsequenz leben hier 63 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Das Gesundheitssystem gilt als eines der schlechtesten der Welt: Noch immer sterben 20 Prozent der Neugeborenen vor ihrem fünften Geburtstag.

Familie in der Demokratischen Republik Kongo

Das Bildungs- und Ausbildungssystem bietet Kindern und Jugendlichen oft keinen Weg aus der Armut, denn viele Familien können sich weder das Schulgeld noch die Materialkosten leisten. So können beispielsweise 67 Prozent der Mädchen mit 15 Jahren kaum lesen oder schreiben. Zudem sind die Lehrkräfte schlecht ausgebildet und der Zustand der Schulgebäude und Ausstattung ist katastrophal. In den wenigen Berufsschulen des Landes sind Lehrgänge so teuer, dass sie sich nur die wenigsten leisten können.

Die schlimmsten Formen von Kinderarbeit



Die schlimmsten Formen von Kinderarbei

Kinderarbeit kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Zu den schlimmsten Formen, deren Beseitigung die höchste Priorität haben muss, zählen, wie in Artikel 3 des ILO-Übereinkommens NR 182 definiert ist:

• alle Formen der Sklaverei, wie der Verkauf und Handel von Kindern, Zwangs- oder Pflichtarbeit, einschließlich der Zwangs- oder Pflichtrekrutierung von Kindern für den Einsatz in bewaffneten Konflikten

• die Verwendung, die Verschaffung oder das Anbieten eines Kindes zur Prostitution oder zur Herstellung von Pornografie

• der Einsatz, die Verschaffung oder das Anbieten eines Kindes für illegale Tätigkeiten, insbesondere für die Herstellung von und den Handel mit Drogen

• Arbeit, die aufgrund ihrer Art – beispielsweise unter der Erde, unter Wasser, in gefährlichen Höhen – oder der Umstände, unter denen sie verrichtet wird – mit gefährlichen Maschinen oder unter schwerer Last –, die Gesundheit, die Sicherheit oder die Moral von Kindern schädigen kann

Dabei ist die DR Kongo ein rohstoffreiches Land. Doch dieser Reichtum ist Fluch und Segen zugleich. So wird beispielsweise Kobalt abgebaut, ein Rohstoff, der in vielen Alltagsgegenständen wie Smartphones, Computern oder auch E-Autos verarbeitet ist. Vor allem im Süden und Südosten des Landes rund um die Stadt Kolwezi ist der Bergbau für viele Familien eine überlebenswichtige Einkommensquelle. Aber gerade die Arbeit im sogenannten artisanalen Kleinbergbau, bei dem von Hand und nur mit wenigen technischen Hilfsmitteln gearbeitet wird, ist extrem gefährlich. Dennoch suchen immer mehr Menschen auch aus anderen Landesteilen dort Arbeit und bringen ihre Familien mit. Schulen gibt es nicht ausreichend, häufig sind sie überfüllt. Anfallende Kosten können sich viele Familien nicht leisten.


Kind in der Demokratischen Republik Kongo hält Kobalt in der Hand.

Der Mangel an Perspektiven und hohe Armut führen dazu, dass Kinder arbeiten – viele von ihnen auch in und um die Minen. Im Bergbau ist jede Form der Mitarbeit von Kindern unter 18 Jahren verboten, sie wird als schlimmste Form der Kinderarbeit eingestuft. Rund 38 Prozent der Kinder in der DR Kongo arbeiten, viele davon im Bergbau. Somit kommt es entsprechend oft zur Verletzung von Kinderrechten. Neben bezahlbaren Bildungsangeboten und alternativen Erwerbsmöglichkeiten fehlt es an einem System für den verantwortungsbewussten Umgang mit Kinderarbeit entlang der internationalen Kobaltlieferkette, an deren Ende internationale Unternehmen u.a. aus Automobil- und Elektroindustrie stehen.

Zentrale Herausforderungen

In 2021 führte Save the Children gemeinsam mit seiner Tochterorganisation THE CENTRE eine Studie durch, welche die Verletzung von Kinderrechten in der Kobaltlieferkette genauer untersuchte. Dabei ließ sich eindeutig belegen, dass Kinder in den Kleinbergbau-Gemeinden mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sind:

Projektumsetzung

Um die Situation von Kindern nachhaltig zu verbessern, setzen wir bei den Ursachen von Kinderarbeit an. So wird Eltern dabei geholfen, durch ihre Arbeit höhere Einkommen in einem sicheren Arbeitsumfeld zu erzielen. Save the Children investiert in Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in den Bergbaugemeinden, qualifiziert Lehrkräfte und stattet Schulen aus. Außerdem unterstützt die Organisation staatliche Akteure dabei, Kinderschutz und Bildung sicherzustellen.

Neben der Ursachenbekämpfung kümmert sich Save the Children auch um Kinder, die akut von Kinderarbeit betroffen sind. Hierzu wird ein System zu deren Schutz umgesetzt, mit dem Ziel, dass sie wieder in die Schule gehen oder eine Ausbildung beginnen. Damit sie dadurch nicht in finanzielle Not geraten, erhält ihre Familie monatlich eine Unterstützung in Form von Bargeld. Mehr Informationen zu den bereits ausgerollten Programmen finden Sie hier.


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