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Mehrere Jugendliche machen Handabdrücke auf einer Wand.

Partizipation von
Kindern und Jugendlichen

Die Stimmen junger Menschen zählen

Kinder und Jugendliche erleben die Welt auf ihre eigene Weise. Ihre Erfahrungen, Ideen und Perspektiven sind wertvoll. Dennoch werden sie bei Entscheidungen, die sie betreffen, nicht immer nach ihrer Meinung gefragt. Partizipation ermöglicht es, ihre Sichtweisen einzubeziehen und ihre Interessen und Bedürfnisse besser zu berücksichtigen. Denn gute Entscheidungen entstehen, wenn Erwachsene junge Menschen miteinbeziehen, ihnen zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen. 

Dass junge Menschen beteiligt werden und ihre Lebenswelt mitgestalten können, ist nicht nur wichtig, sondern auch ein Recht von Kindern und Jugendlichen (Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention).

Was bedeutet Partizipation?

Partizipation bedeutet, dass Kinder und Jugendliche beteiligt werden, wenn es um Themen geht, die sie betreffen. Sie dürfen mitreden, mitgestalten und mitentscheiden.

Partizipation in Alltag und Politik

Beteiligung beginnt bereits im Alltag: in der Familie, in der Schule oder im Verein. Kinder und Jugendliche können zum Beispiel Ideen für gemeinsame Aktivitäten einbringen, bei der Gestaltung von Lern- und Aufenthaltsräumen mitwirken oder auf Probleme aufmerksam machen. 

Aber auch in der Politik und Gesellschaft ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wichtig. Wenn ein Spielplatz geplant, ein Schulweg sicherer gemacht oder über Angebote für junge Menschen entschieden wird, sollten Kinder und Jugendliche einbezogen werden. Ihre Erfahrungen und Wünsche helfen dabei, Entscheidungen besser an ihrer Lebensrealität und ihren Bedarfen auszurichten.

In welchem Alter sollten Kinder mit einbezogen werden?

Partizipation ist keine Frage des Alters. Auch jüngere Kinder können ihre Meinungen und Bedürfnisse ausdrücken. Das geschieht nicht immer mit Worten. Spielen, Malen, oder die Körpersprache sind ebenfalls wichtige Formen, sich mitzuteilen.

Der Zusammenhang von Partizipation und Kinderrechten

Partizipation ist ein grundlegendes Kinderrecht. Sie ist in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben.

  • Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

    Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention
  • Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden.

    Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention

    Das bedeutet, Kinder und Jugendliche haben das Recht, ihre Meinung zu äußern. Erwachsene sollen ihnen zuhören, ihre Anliegen ernst nehmen und sie bei Entscheidungen beteiligen. 

    Partizipation ist aber nicht nur ein eigenes Kinderrecht. Sie ist auch Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche ihre weiteren Rechte wahrnehmen können. Zum Beispiel ihr Recht auf Schutz, Bildung oder Entwicklung.

    Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist daher ein zentraler Bestandteil unseres Kinderrechtsansatzes.

    Warum ist Partizipation von Kindern und Jugendlichen wichtig?

    Beteiligung stärkt Kinder und Jugendliche.

    Wenn Kinder und Jugendliche erleben, dass ihre Meinung zählt und etwas bewirken kann, stärkt das ihr Selbstvertrauen. Sie lernen, ihre Bedürfnisse zu äußern, Dinge zu hinterfragen und sich Unterstützung zu suchen, wenn sie sie brauchen. 

    Durch Beteiligung lernen Kinder und Jugendliche auch, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen mitzutreffen und sich für ihre Interessen einzusetzen. Das hilft ihnen dabei, Grenzen zu setzen und sich gegen Ungerechtigkeiten starkzumachen. 

    Mitbestimmung führt zu besseren Entscheidungen. 

    Gleichzeitig fördert Beteiligung das gegenseitige Verständnis zwischen jungen Menschen und Erwachsenen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene bringen unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen mit. Wenn sie miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Entscheidungen treffen, entstehen oft bessere Ideen und Lösungen. Am Ende profitieren alle von echter Beteiligung.

    Wie gelingt gute Beteiligung?

    Damit Beteiligung wirksam und sicher ist, orientieren wir uns an den neun Partizipationsstandards:
     

    1. Transparent und informativ: Kinder und Jugendliche erhalten verständliche Informationen darüber, worum es geht und wie sie sich einbringen können.
    2. Freiwillig: Kinder und Jugendliche entscheiden selbst, ob und wie sie sich beteiligen möchten.
    3. Respektvoll: Die Meinungen, Erfahrungen und Ideen von Kindern und Jugendlichen werden wertgeschätzt und ihre Grenzen respektiert.
    4. Bedeutsam: Beteiligung bezieht sich auf Themen, die für Kinder und Jugendliche wirklich relevant sind.
    5. Kinderfreundlich: Methoden und Rahmenbedingungen sind kind- und jugendgerecht gestaltet und zugänglich.
    6. Inklusiv: Alle Kinder und Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben, sich einzubringen.
    7. Unterstützt durch Erwachsene: Erwachsene schaffen die Voraussetzungen für Beteiligung. Sie hören zu, nehmen Kinder und Jugendliche ernst und unterstützen sie dabei, ihre Meinung einzubringen.
    8. Sicher und risikobewusst: Kinder und Jugendliche sollen sich sicher fühlen. Ihre Beteiligung darf sie nicht gefährden.
    9. Rechenschaftspflichtig: Kinder und Jugendliche erhalten Rückmeldung darüber, was mit ihren Ideen und Beiträgen passiert ist.
    gezeichnetes Klemmbrett mit einer Checkliste drauf

    Wie beteiligt Save the Children Kinder und Jugendliche?

    Save the Children beteiligt Kinder und Jugendliche auf vielfältige Weise. Sie gestalten zum Beispiel in unserer Projektarbeit mit, bringen ihre Sichtweisen in politische Prozesse ein oder wirken an unserer Öffentlichkeitsarbeit mit. Unser Ziel ist es, jungen Menschen echte Einflussmöglichkeiten zu geben und ihre Perspektiven und Bedürfnisse sichtbar zu machen. 

    Auf einen Blick: So beteiligt Save the Children Kinder und Jugendliche

    • LeseKitas: Kinder gestalten Leseräume nach ihren eigenen Wünschen und Ideen.
    • Hear me out!: Schüler*innen entwickeln gemeinsam mit dem Schulpersonal ein Schutzkonzept für ihre Schule.
    • Wir.Gestalten.Zukunft.: Jugendliche gestalten neue Freizeiträume und Aktivitäten in Unterkünften für geflüchtete Menschen.
    • Abgefahren – Der Kinderrechte-Talk: Junge Menschen bringen ihre Anliegen in Gespräche mit Politiker*innen zur Bundestagswahl mit ein.