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© Bastian Strauch / Save the Children

Mädchen.
Machen. Mut.

Mädchen. Machen. Mut.
Psychosoziale Unterstützung für geflüchtete Mädchen in Deutschland

Ziel: Mädchen mit Fluchterfahrung in Deutschland erhalten psychosoziale Unterstützung und fühlen sich in ihrer Resilienz gestärkt
Laufzeit: Februar 2018 - Januar 2020
Teilnehmer: 4 Erstaufnahmeeinrichtungen
Region: Brandenburg, Nordrhein-Westfalen
Geber: CumminsPowers Women

Die Idee

Geflüchtete Kinder haben in ihren Herkunftsländern und auf ihrer Flucht oft belastende Erfahrungen machen müssen. In Deutschland angekommen sind sie in Sicherheit vor Krieg und Verfolgung. Doch auch hier sind sie Gefahren und Risiken ausgesetzt. Dabei unterscheiden sich die Erfahrungen und Bedürfnisse von Mädchen und jugendlichen Frauen vielfach von denen der Jungen und Männer. Beispiele sind geschlechtsspezifische Traumati­sierungen, die Verantwortung für mitreisende Kinder bzw. Geschwister oder ein traditionelles Rollenverständnis. Diese Faktoren können die Teilnahme an Bildungsangeboten sowie den Zugang zu Angeboten der medizinischen und psychosozialen Versorgung einschränken. Auch in den Unterkünften sind Mädchen und Frauen oftmals höheren Stressfaktoren ausgesetzt.

In unserem Projekt „Mädchen. Machen. Mut.“ konzentrieren wir uns deshalb auf die Stärkung geflüchteter Mädchen. In Zusammenarbeit mit vier Erstaufnahmeeinrichtungen formulieren wir konkrete Handlungsempfehlungen zur psychosozialen Stärkung von Mädchen. Gemeinsam mit den Mädchen und Mitarbeiter*innen erarbeiten wir hierbei Maßnahmen und Aktivitäten zur psychosozialen Unterstützung, die wir gemeinsam erproben. So können wir den Mädchen helfen, ihre belastenden, teils traumatischen Erfahrungen so früh wie möglich zu verarbeiten ─ damit sie gestärkt in die Zukunft gehen. Gleichzeitig entsteht ein Werkzeugkoffer mit eigens erprobten Handlungsempfehlungen.


Die Umsetzung

Vier Erstaufnahmeeinrichtungen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen nehmen an dem Projekt „Mädchen. Machen. Mut.“ teil. Gemeinsam mit ihnen werden die Situation von Mädchen in Unterkünften für Geflüchtete untersucht und Maßnahmen und Aktivitäten entwickelt, um die Mädchen zu stärken. Die aktive Einbindung der Mädchen steht dabei im Fokus. Unterstützt werden die Einrichtungen von Prozessbegleiter*innen.   

Die folgenden Bausteine tragen zum nachhaltigen Erfolg des Projekts bei.

Situationsanalyse

Die Erfahrungen und psychosozialen Bedürfnisse geflüchteter Mädchen unterscheiden sich häufig von denen gleichaltriger Jungen. Derzeit gibt es jedoch keine umfassende Studie zu diesem Thema. In Kooperation mit den teilnehmenden Unterkünften und der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus befragen wir Mädchen, Eltern und Mitarbeiter*innen der Unterkünfte zur aktuellen Situation der Mädchen und welche Verbesserungsmöglichkeiten sie sehen.

Dabei ist uns wichtig, dass die Mädchen im Mittelpunkt stehen. Indem sie gefragt werden und ihre Ideen einbringen, werden sie in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. Sie erfahren, dass sie selbst etwas bewegen können. Anhand der Ergebnisse werden Handlungsempfehlungen entwickelt und veröffentlicht, die auf Einrichtungen deutschlandweit übertragen werden können. Zudem dient die Analyse als Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen und Aktivitäten zur Stärkung der Mädchen an den teilnehmenden Unterkünften.

Mikroprojekte

Basierend auf den Analyseergebnissen setzen wir gemeinsam mit den Mädchen verschiedene Mikroprojekte und Maßnahmen zur psychosozialen Unterstützung um. Die Unterkünfte werden bei der Planung und Umsetzung von Prozessbegleiter*innen unterstützt. Auch hier ist wichtig: Die Mädchen gestalten aktiv mit und werden in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt.

Mögliche Projekte und Maßnahmen können zum Beispiel folgende Vorhaben sein:

  • Kreative Workshops und Aktivitäten für Mädchen, durch die sie ihre Ängste und Hoffnungen ausdrücken können und Erlebtes verarbeiten.
  • Die Errichtung eines Rückzugsortes nur für Mädchen und jugendliche Frauen, an dem sie sich zurückziehen und austauschen können.
  • Beratung und Weiterbildung von Mitarbeiter*innen der Unterkünfte zu relevanten Themen der psychosozialen Unterstützung für geflüchtete Kinder, speziell Mädchen.
  • Identifizierung und Verbreitung von Online-Angeboten mit mehrsprachigen Informationen zur psychosozialen Unterstützung.

Netzwerke

Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Akteur*innen, die im Bereich psychosoziale Unterstützung für geflüchtete Menschen arbeitet. Auch sie sind zum Teil auf die Arbeit mit Mädchen und Frauen spezialisiert. Im Rahmen des Projekts „Mädchen. Machen. Mut.“ wollen wir den Austausch der unterschiedlichen Initiativen fördern.  

Dazu etablieren wir ein aktives bundesweites Netzwerk aus Expert*innen und praxiserfahrenen Fachkräften. Kernthema ist die psychosoziale Unterstützung von geflüchteten Mädchen. In fünf Netzwerktreffen moderieren wir den Austausch zu erprobten Ansätzen und relevanten Themen.

Praxistipps

Damit unsere Aktivitäten für geflüchtete Mädchen nachhaltig wirken, entwickeln wir einen Werkzeugkoffer zur psychosozialen Unterstützung von geflüchteten Mädchen. Er enthält praktische Tipps und Impulse für Mädchen selbst, ihre Eltern sowie Mitarbeiter*innen und Betreiber*innen von Unterkünften. Der Werkzeugkoffer wird im Laufe des Projekts auf dieser Seite veröffentlicht.


Unser Partner

Cummins

Cummins ist einer der größten Hersteller von Dieselaggregaten für die Schwerindustrie. Zur Bündelung seines gesellschaftlichen Engagements gründete Cummins 1954 mit der Cummins Foundation eine der weltweit ersten Unternehmensstiftungen. Die Cummins Foundation unterstützt gemeinnützige Organisationen und Initiativen auf der ganzen Welt mit den Schwerpunkten technische und berufliche Bildung, ökonomische Zukunftsfähigkeit und Umweltschutz.


Ihre Ansprechpartnerin

Ruby-Rebekka Brinza


Ein Programm von:

Gefördert durch:

"Mädchen. Machen. Mut." wird gefördert durch das Programm „Cummins Powers Women“.


Weitere Projektpartner: