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Illustration Mann interviewed Kind und andere Kinder lesen

Qualität steigern in der
Unterbringung geflüchteter Kinder

Der Kinderrechte-Check

Qualität steigern in der Unterbringung geflüchteter Kinder 

Ziel: Systematische Verbesserung der Unterbringung von geflüchteten Kindern und ihren Familien in Unterkünften für geflüchtete Menschen anhand des Qualitätsmessinstruments "Der Kinderrechte-Check" 
Laufzeit:  Dezember 2020 – September 2022 
Teilnehmende: 2 Erstaufnahmeeinrichtungen, 2 Übergangswohnheime 
Region:  Bremen und Niedersachsen  
Finanziert durch:  Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Kommission (AMIF) 


Die Ausgangslage

Jahr für Jahr verlassen Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt, Not oder Verfolgung ihre Heimat, darunter auch zahlreiche Kinder und Familien. Save the Children engagiert sich weltweit für die Umsetzung der Kinderrechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieft sind und seit 2010 in Deutschland für alle Kinder gelten – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. 

Geflüchtete Menschen werden in Deutschland nach den gesetzlichen Regelungen für einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten in zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Daneben gibt es weitere zentrale Unterkünfte, die ebenfalls als Gemeinschaftsunterkünfte für geflüchtete Menschen ausgestaltet sind.  

Hier leben viele Menschen auf engstem Raum zusammen. Die Unterkünfte sind nicht darauf ausgerichtet, Kindern eine entwicklungsfördernde Umgebung zu bieten. Es fehlt unter anderem an kind- und familiengerechten Räumlichkeiten sowie an Rückzugsorten und Privatsphäre. Häufig besteht kein Zugang zu regulären Einrichtungen wie Schule oder Kita.  

All diese Faktoren können Kinder deutlich beeinträchtigen. Wichtige Entwicklungsschritte werden nicht ausreichend unterstützt und in vielen Fällen ganz unterbrochen. Die im Jahr 2020 eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verstärken die negativen Auswirkungen der Wohnsituation zusätzlich. 


Die Idee

Junge in Unterkunft für gefüchtete lacht

In dem Projekt setzt sich Save the Children dafür ein, dass Mindeststandards in Unterkünften geschaffen werden, die sicherstellen, dass die Kinderrechte auf Schutz, Gesundheit, Bildung und Teilhabe auch während der Unterbringung in zentralen Unterkünften für geflüchtete Menschen beachtet werden. Ihre Sichtweisen und Ideen finden bei der Ausgestaltung und Umsetzung von Teilprojekten in den Unterkünften für geflüchtete Menschen sowie in einer Workshop-Reihe in Zusammenarbeit mit einer Jugendorganisation Berücksichtigung.

Im Vorgängerprojekt "Zukunft! Von Ankunft an." untersuchte Save the Children die Situation von Kindern und ihren Familien in Unterkünften für geflüchtete Menschen in mehreren Bundesländern und ermittelte Indikatoren für einen Qualitätsrahmen. Diese Indikatoren haben sich im Folgeprojekt "Der Unterbringungs-TÜV – Qualität in der Vielfalt sichern" in der Praxis bewährt und wurden zu einem praktisch anwendbaren Qualitätsmessinstrument zusammengefasst: dem "Kinderrechte-Check für geflüchtete Kinder". 

Der "Kinderrechte-Check" ist ein Instrument zur Messbarkeit der Unterbringungssituation geflüchteter Kinder und ihren Familien. Anhand dieses Messinstruments soll in Kooperation mit zwei Landesregierungen eine Evaluation in den Unterkünften stattfinden und die Unterkünfte im Qualitätsmanagement unterstützt werden. Daneben verfolgt das Projekt das Ziel, Mindeststandards für eine kindgerechte Unterbringung in Landesvorschriften und Betreiberverträgen einzuführen, so dass die Unterbringung geflüchteter Kinder und Familien nachhaltig verbessert wird.  

 


Die Umsetzung

Save the Children untersucht anhand des "Kinderrechte-Checks" umfassend die Unterbringungssituation geflüchteter Kinder und ihrer Familien in vier teilnehmenden Unterkünften in Niedersachsen und Bremen.  

Die Analyse umfasst sieben Bereiche: Schutz, Gesundheit, Bildung, Beteiligung, Lage, Infrastruktur und Personal. Um die Unterbringungssituation zu analysieren, werden Kinder, Familien, Unterkunftsmitarbeiter*innen und -leitungen, Ehrenamtliche sowie externe Akteur*innen (z.B. Mitarbeiter*innen in Schulen oder Kitas) zu ihren Erfahrungen und Bedürfnissen befragt. Bei der Befragung von Kindern werden kindgerechte partizipative Methoden angewandt.   

Die Ergebnisse der Evaluation werden sowohl auf Unterkunftsebene als auch auf Landesebene zur Verbesserung der Qualität der Unterbringung genutzt. 

 

Beratung und Vernetzung

Die Ergebnisse des "Kinderrechte-Checks" fließen direkt in die weiteren Arbeitsprozesse ein, um die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen abzubilden. Anhand der Resultate aus der Evaluation und den Workshops entwickeln wir gemeinsam mit den Unterkünften konkrete Ideen und Veränderungsvorschläge, um die Situation der Kinder und Familien in den Unterkünften zu verbessern. Zusätzlich geben wir den Mitarbeiter*innen der teilnehmenden Unterkünfte in Netzwerktreffen die Gelegenheit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.  

Um die Unterbringung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Bremen und Niedersachsen nachhaltig zu verbessern, beraten wir die Landesbehörden unter Einbeziehung der konkreten Ergebnisse aus der Evaluation und den Workshops mit Kindern.  

Kinder reden mit

Mit diesem Projekt möchten wir gezielt die Beteiligung von Kindern stärken. Kinder sind Expert*innen ihrer Lebensumstände. Wir möchten die Perspektive von geflüchteten Kindern in die Beratung von Unterkünften und Landesbehörden einbringen. Geflüchtete Kinder werden im Rahmen des Projekts zu ihren Bedürfnissen und Wünschen in Bezug auf das Ankommen in Deutschland befragt. Ihre Sichtweisen und Ideen finden bei der Ausgestaltung und Umsetzung von Teilprojekten in den Unterkünften für geflüchtete Menschen sowie in einer Workshop-Reihe in Zusammenarbeit mit einer Jugendorganisation Berücksichtigung. So stärken wir durch das Projekt auch das Kinderrecht auf Beteiligung. 



Ihre Ansprechpartnerin

Ruth Theile


Ein Programm von:

Gefördert durch:

Europa Logo Flagge und Europa fördert Logo farbig

 

Dieses Projekt wird aus den Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU kofinanziert.