Sie haben kein Javascript aktiviert. Bitte beachten Sie, dass einige Elemente dieser Seite ohne Javascript nicht einwandfrei funktionieren.

DZI-Spendensiegel
01.06.2017 06:02

Geraubte Kindheit: Neuer Bericht zur Lebenssituation von Kindern weltweit

Wo auf der Welt geht es Kindern am besten und wo am schlechtesten? Das untersucht der neue Bericht „Geraubte Kindheit“ von Save the Children und erstellt eine Rangliste. Den ersten Platz teilen sich Norwegen und Slowenien, auf den letzten Plätzen finden sich ausschließlich afrikanische Länder. Deutschland liegt auf Rang 10.

Kindheit sollte die Zeit im Leben sein, in der Kinder vor allem spielen und lernen und ihre  Persönlichkeit entfalten können. Tatsache ist jedoch, dass weltweit mehr als 700 Millionen Kinder  – und damit ein Viertel aller Jungen und Mädchen – ihrer Kindheit beraubt werden.

>> Jetzt Petition für das Recht auf Kindheit unterzeichnen.


Die Gründe, warum Kinder um ihre Kindheit gebracht werden, sind vielfältig. In dem neuen Bericht „Geraubte Kindheit“ untersucht Save the Children die Lebensbedingungen von Kindern in 172 Ländern anhand der folgenden acht Indikatoren:


Aufgrund von fehlendem Zugang zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und gesunder Ernährung ist das Leben der am stärksten benachteiligten Kinder extrem gefährdet – täglich sterben mehr als 16.000 Kinder vor ihrem 5. Geburtstag, meistens an vermeidbaren oder behandelbaren Ursachen wie Geburtskomplikationen, Lungenentzündung, Durchfall und Malaria.

156 Millionen Kinder unter 5 Jahren leiden unter Wachstumsverzögerungen bedingt durch chronische Mangelernährung während der ersten 1.000 Tage ihres Lebens (vom Beginn der Schwangerschaft bis zum 2. Lebensjahr).  Das ist jedes vierte Kind in dieser Altersgruppe.


263 Millionen Kinder weltweit gehen nicht zur Schule, weil sie einer ethnischen Minderheit angehören, weil sie Mädchen sind oder eine Behinderung haben. Das ist mehr als eins von sechs Kindern im schulfähigen Alter.


168 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten – mehr als alle in Europa lebende Kinder zusammen. Die Hälfte aller arbeitenden Kinder tut dies unter gefährlichen Bedingungen, die ihr Wachstum und ihre Entwicklung gefährden. Diese Gruppe besteht aus überproportional armen Kindern, die keine andere Wahl haben. 

Weltweit wird alle 7 Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. Frühverheiratete Mädchen kommen meistens aus armen Familien, sind oft von ihren Gemeinden und Familien isoliert und ihrer Rechte auf Freiheit, Bildung und auf eine Kindheit beraubt. Viele von ihnen sind Opfer häuslicher Gewalt. Häufig sind Schwangerschaft und Entbindung mit gefährlichen Komplikationen verbunden.

Alle 2 Sekunden bekommt irgendwo in der Welt ein Mädchen ein Kind. Dadurch ist nicht nur ihre Bildung und Zukunft gefährdet, sondern auch ihre Gesundheit, weil ihre jungen Körper noch nicht reif dafür sind.  Schwangerschaften bei jungen Mädchen treten häufiger in armen, ungebildeten und ländlichen Gemeinden auf. Auch die Babies junger Mütter sind benachteiligt und werden häufiger ausgebeutet, sind arm und gesundheitlich angeschlagen. 

Fast 28 Millionen Kinder weltweit mussten aufgrund von Kriegen und Konflikten fliehen. Ohne Zugang zu wesentlichen Elementen einer Kindheit wie Bildung werden diese Kinder ihrer Zukunftschancen beraubt. Doch Bildung eröffnet den Kinderflüchtlingen nicht nur Zukunftsperspektiven. Sie schützt sie auch vor Frühverheiratung, Kinderarbeit und Ausbeutung.

Täglich werden weltweit mehr als 200 Jungen und Mädchen ermordet. Viele weitere erleben tagtäglich extreme Gewalt, die sie depressiv macht, Angstzustände und andere emotionale Einschränkungen bewirkt. Angst vor Gewalt hält Kinder auch oft davon ab, zur Schule zu gehen.

Der Childhood Index

Anhand der aufgeführten Kriterien hat Save the Children eine Rangliste entwickelt, in welchen Ländern es Kindern am besten und in welchen am schlechtesten geht – den Childhood Index. Er zeigt, dass die Kindheit in europäischen Ländern am wenigsten bedroht ist, während die Länder mit den schlechtesten Bedingungen für Kinder alle in Afrika liegen.


 
„Es ist inakzeptabel, dass im Jahr 2017 mehr als 730 Millionen Kindern weltweit immer noch ihre Rechte auf Schutz, Lernen, Entfaltung und Spielen verwehrt werden“, sagt Bidjan Nashat, Vorstand bei Save the Children Deutschland. „Diesen Kindern wird alles geraubt, was eine Kindheit ausmacht. Das müssen wir ändern – und wir können es auch. Veränderung ist möglich, wenn gezielt in die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern investiert wird.“

Save the Children führt Programme für die am stärksten ausgegrenzten Kinder in schwer erreichbaren Regionen weltweit durch. In diesen Programmen geht es um Teilhabe an und Zugang zu Gesundheitsversorgung, Unterkunft, Bildung, Ausbildung und Schutz vor Gefahren. Darüber hinaus sind wir auf politischer Ebene aktiv, um die Lebensbedingungen für Kinder weltweit zu verbessern.

Wir fordern von den Regierungen:

    • die öffentlichen Ausgaben für Kinder zu erhöhen und zu gewährleisten, dass die Grundversorgung von Kindern nicht vom Geldbeutel abhängt.
    • Gesetze so zu verändern, damit Kindern nicht ihre Kindheit gestohlen wird;
    • allen Kindern ein Minimum an finanzieller Sicherheit zu garantieren;
    • dafür zu sorgen, dass Kinder an politischen Entscheidungen beteiligt werden.

    Machen Sie mit und unterschreiben Sie unsere Petition!

    Newsletter

    Erfahren Sie alles Wichtige über Save the Children in unserem Newsletter.

    Kinder der Welt

    Lesen Sie hier unser aktuelles Spendermagazin "Schule kann Leben retten".

    zu teaserheadline