Jetzt spenden DZI Siegel
Publisher Save the Children11.08.2020Emergency

Explosion in Beirut: Dringend Hilfe nötig

Nach einer schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind große Teile des Hafens vollständig zerstört. Auch umliegende Stadtgebiete in einem Umkreis von 10 Kilometern sind verwüstet. Die Krankenhäuser sind völlig überlastet.

Eine Frau trägt ihr Kind durch die Trümmer in Beirut. Eine schwere Explosion im Hafen der Stadt zerstörte gestern Gebäude in einem Radius von 10 Kilometern. © Houssam Shbaro / ANADOLU AGENCY / Anadolu Agency via AFP

Während die Ursache für die Explosion noch unklar ist, meldeten unsere Teams in Beirut, dass ganze Straßen wie ausgelöscht sind. In den Trümmern sind Rettungskräfte auf der Suche nach Vermissten. Es wird von vielen Toten und Verletzten ausgegangen. Zahlreiche Kinder und ihre Familien haben ihr Zuhause verloren. 

Wir sind schockiert und am Boden zerstört von der Explosion. Auch wenn die Zahl der Todesopfer noch nicht bekannt ist, wissen wir, dass bei einer solchen Katastrophe sehr wahrscheinlich auch Kinder verletzt, traumatisiert und von ihren Eltern getrennt wurden. Unsere Kinderschutzteams stehen bereit, um Maßnahmen der Regierung zu unterstützen und Kindern und ihren Familien Zugang zu medizinischer Versorgung, physischem und emotionalem Schutz sowie dringend benötigter Hilfe zu bieten.

Jad Sakr, Länderdirektor von Save the Children im Libanon

Schwerste Explosion in der Geschichte Libanons

Augenzeugen berichten von der schlimmsten Explosion, die den Libanon je getroffen hat. Die Krankenhäuser in Beirut sind völlig überlastet, viele Menschen können nicht behandelt werden. Das Militär rettet Menschen aus den Trümmern und medizinisches Personal behandelt Verletzte auf den Straßen. 

Büro von Save the Children beschädigt

Etwa fünf Kilometer vom Hafen entfernt befindet sich unser Länderbüro, das von der Explosion ebenfalls stark beschädigt wurde. Unserem Team vor Ort geht es den Umständen entsprechend gut. Unsere Mitarbeiterin Nour Wahid wohnt nur zehn Minuten entfernt und berichtet:

Zuerst begann das Gebäude zu beben – ich dachte, es sei ein Erdbeben. Fünf meiner Nichten und Neffen spielten draußen auf dem Balkon, als die Explosion losging. Sie fingen an zu schreien und zu rennen, als die Fenster um sie herum zertrümmerten. Sie wurden alle verwundet. Krankenhäuser sagten uns, sie könnten sie nicht aufnehmen, weil sie schwere Verletzungen priorisieren müssten.

Nour Wahid, Mitarbeiterin von Save the Children im Libanon

Explosion hat schlimme Auswirkungen

Der Libanon leidet derzeit unter einer schweren Wirtschaftskrise, die sich aktuell durch die Corona-Pandemie weiter verschlimmert hat. Viele Kinder und ihre Familien haben nicht genug zu essen. Seit September letzten Jahres sind die Preise für Nahrungsmittel und Unterkünfte um 169 Prozent in die Höhe geschnellt. Durch die Explosion ist der Hafen in Beirut komplett zerstört. Hier wurde ein Großteil der Importe von Lebensmitteln, Getreide und Treibstoff abgewickelt. Auch die Krankenhäuser sind durch COVID-19 bereits überlastet gewesen. Sie haben keine Kapazitäten, um alle Verletzten zu behandeln.

UNSERE NOTHILFE IN AKUTEN KRISEN

Schwere Unglücke, Wirtschaftskrisen, Corona-Pandemie, Naturkatastrophen oder Kriege: Kinder leiden am meisten. Unsere Nothilfe-Einsätze sind nur durch Ihre Spenden möglich.

Bitte helfen Sie mit einer Spende, damit wir Kinder in Not – wie beispielsweise im Libanon – unterstützen können. 

Artikel teilen

Auch interessant

Mohamad* und seine Söhnen Khalid* (6) und Hadi* (5) sind noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen. Dennoch haben auch sie mit den Nachwirkungen der Explosion zu kämpfen. Mohamad* tut es in der Seele weh, wenn er sieht, wie viele Menschen im Libanon im Müll nach Essen suchen müssen. © Tom Nicholson / Save the Children
EmergencyLibanon

Drei Wochen nach der Explosion: Familien in Beirut brauchen dringend Unterstützung

Auch drei Wochen nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut brauchen die Menschen im Libanon dringend Unterstützung zum Wiederaufbau.…

Die vierjährige Dalal* wurde bei der schweren Explosion in Beirut von ihren Eltern getrennt und musste bei ihrer Oma unterkommen. Nach acht Tagen konnte sie zurück zu ihren Eltern, die teils schwer verletzt wurden. Save the Children unterstützte Dalal* mit psychosozialer Betreuung. © Ahmed Bayram / Save the Children
InterviewEmergencyLibanon

"Die Menschen im Libanon brauchen Stabilität und Perspektiven"

Auch knapp zwei Wochen nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut stehen die Menschen im Libanon unter Schock. Jihan Akrawi,…

Die verheerende Explosion in Beirut hat das Zuhause von über 300.000 Menschen zerstört. © Save the Children Libanon
BlogEmergencyLibanon

Blog: Der Libanon ist im Ausnahmezustand

Anfangs sah die Rauchwolke, die in den Himmel über Beirut aufstieg, wie ein riesiges Ausrufezeichen aus, das über der Stadt schwebte. So, als…

Kinder im Libanon bei der Verteilung von Hygieneartikeln durch Save the Children. Die wirtschaftliche Situation vieler Familien hat sich durch die Explosion vor einer Woche noch weiter verschärft. © Save the Children Libanon
EmergencyLibanon

Beirut: Mentale Gesundheit der Kinder in Gefahr

Über 100.000 Kinder mussten letzte Woche bei der schweren Explosion im Hafen von Beirut mit ansehen, wie ihr Zuhause zerstört und Menschen…

Bereits vor der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut war die Situation für viele Familien im Libanon katastrophal.  Sie können sich weder die überlebenswichtigen Grundnahrungsmittel und Trinkwasser, noch Brennstoff zum Kochen und Basis-Hygieneartikel leisten. © Baraa Shkeir / Save the Children Lebanon
EmergencyLibanon

Nach Explosion in Beirut: Viele Kinder von ihren Familien getrennt

Die Explosion im Hafen von Beirut hat nicht nur die Wohnungen von knapp 300.000 Menschen zerstört. Immer wieder werden auch Geschichten von…

Eine Frau trägt ihr Kind durch die Trümmer in Beirut. Eine schwere Explosion im Hafen der Stadt zerstörte gestern Gebäude in einem Radius von 10 Kilometern. © Houssam Shbaro / ANADOLU AGENCY / Anadolu Agency via AFP
EmergencyLibanon

Explosion in Beirut: Dringend Hilfe nötig

Nach einer schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind große Teile des Hafens vollständig zerstört. Auch umliegende…

Kinder im Monsun-Regen im größten Flüchtlingscamp der Welt in Cox's Bazar. Auch hier droht der Zyklon Amphan große Schäden anzurichten. Vor den Naturgewalten können sich die Menschen kaum schützen. Ihre Hütten stehen oft an steilen Hängen, sind kaum befestigt und drohen bei aufgeweichtem Boden abzurutschen. © Jonathan Hyams / Save the Children
EmergencyBangladeschIndien

Millionen Menschen in Indien und Bangladesch fliehen vor Zyklon Amphan

Inmitten der Corona-Pandemie müssen Küstenbewohner in Ostindien und Bangladesch ihre Wohnorte verlassen - auch das größte Flüchtlingslager der…

Heuschreckenplage am Horn von Afrika
KlimawandelEmergency

Heuschreckenplage in Ostafrika: Noch mehr Hunger droht

In mehreren Ländern Ostafrikas drohen riesige Heuschrecken-Schwärme die Versorgung der Menschen akut zu gefährden. Bislang kämpfen Somalia,…

EmergencyIndonesien

Starke Überschwemmungen in Indonesien: Tausende Kinder auf der Flucht

Mindestens sechs Kinder sind bei den schweren Überschwemmungen in Indonesien ums Leben gekommen, Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen.…

Ein mangelernaehrtes Kind im Jemen wird mit Notnahrung versorgt.
EmergencyJemen

Tausende Kinder im Jemen von Hungerkrise bedroht

Der Krieg im Jemen hat viele Gebiete von der Außenwelt abgeschlossen. Über 17.000 Kindern, die in diesen Regionen leben, droht jetzt eine…

Ein Mädchen aus Mosambik steht vor ihrer Schule, die vom Zyklon zerstört wurde.
EmergencyIdai

Mosambik nach dem Sturm

Im März diesen Jahres zerstörten Sturm und riesige Überflutungen ganze Landstriche in Südostafrika. Mit den Folgen der Wirbelstürme Idai und…

Zwei syrische Geschwister haben Schwierigkeiten zu sehen.
EmergencySyrien

Syrien: Familie musste in Höhle leben

Als die Heimatstadt von Salwa (6) und Issa (3) bombardiert wurde, floh ihre Familie in eine Höhle. Sechs Jahre lang lebten sie dort mehr oder…

Zwei Schwestern, die in Nordsyrien vertrieben wurden.
EmergencyFluchtSyrien

Syrien: "ES FEHLT IHNEN AM NÖTIGSTEN"

Vertriebene Familien im Nordosten Syriens müssen unter schlimmsten Bedingungen leben. Viele von ihnen haben alles zurücklassen müssen, sogar das…

Ein syrisches Kind hält die rechte Hand zu einem Stop-Zeichen nach oben gestreckt.
EmergencySyrien

Syrien: Lage nach Truppeneinmarsch verzweifelt

Die Türkei hat ihre Drohungen wahr gemacht. Nach Luftangriffen gegen kurdische Stellungen in Nordsyrien sind nun auch Bodentruppen im Einsatz.…

Ein acht Jahre alter Junge in Syrien schaufelt mit seinem älteren Bruder Gräber auf einem Friedhof aus.
EmergencySyrien

Die Totengräber von Idlib

Jawad* ist acht Jahre alt, sein Bruder Yazan* 15. Anstatt in die Schule gehen zu können, müssen die beiden Jungen gemeinsam mit ihrem Vater auf…

Kinder in einem Flüchlingscamp, Libanon
InterviewEmergency

Geflüchtete im Libanon: Kindheit in einer Krisenregion

Im Libanon leben über eine Million Geflüchtete aus Syrien. Die meisten von ihnen in provisorischen Siedlungen, oftmals bestehend aus einfachen…

EmergencyRohingya

Rohingya-Krise: Wo bleibt die Gerechtigkeit?

Auch zwei Jahre nachdem mehr als eine Million Rohingya aus ihrer Heimat Myanmar ins benachbarte Bangladesch fliehen mussten, ist die Situation…

Kinder, die aus Myanmar nach Bangladesch gefluechtet sind, haben ihre Wuensche fuer die Zukunft auf Polaroids geschrieben.
EmergencyRohingya

Kinderwünsche aus Bangladesch

Vor knapp zwei Jahren flohen mehr als eine Million Angehörige der muslimischen Rohingya vor der eskalierenden Gewalt in ihrem Heimatland…

EmergencyJemen

Schulbus-Angriff im Jemen: „Nachts habe ich schlimme Träume.“

Vor einem Jahr kamen bei einem verheerenden Schulbus-Angriff im Jemen 40 Kinder ums Leben. Save the Children hat mit zwei Schülern gesprochen,…

Kinder auf Lastwagen in provisorischen Lagern für Geflüchtete aus Idlib.
EmergencySyrien

Syrien: Lage in Idlib ist verzweifelt

Die syrische Stadt Idlib hat im Juli die verheerendsten Angriffe seit Monaten erlebt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei den…

© Sacha Myers / Save the Children
EmergencyIdai

In Mosambik droht Nahrungsmittelkrise

Durch die verheerenden Folgen der Zyklone Idai und Kenneth verschlechtert sich die Ernährungslage in Mosambik zunehmend: Über 400.000 Familien…

Gesundheitshelferin Sarah. © Sacha Myers / Save the Children
EmergencyIdai

Wirbelstürme in Mosambik: „Ich bin dankbar, helfen zu können.“

Sarah ist ausgebildete Krankenschwester aus Mosambik. Als vor drei Monaten Zyklon Idai Häuser, Schulen, Krankenhäuser und die Infrastruktur in…

Jetzt spenden