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Publisher Save the Children21.05.2019100 Jahre

100 Jahre Weltkriegsende, 100 Jahre Save the Children

Als der erste Weltkrieg im November vor 100 Jahren mit dem Waffenstillstand von Compiègne endete, war das Leid längst noch nicht vorbei, nicht bei den Siegern, nicht bei den Besiegten. Damals ergriff ausgerechnet eine Engländerin, die britische Sozialreformerin Eglantyne Jebb, Partei für die deutschen Kinder in Not und legte die Grundsteine für Save the Children.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emanuel Macron haben am Wochenende mit ihrem gemeinsamen Gedenken zum Ende des Ersten Weltkrieges ein weltweit beachtetes Symbol des Friedens, der Solidarität und der Versöhnung gesetzt. Diese Werte leiteten auch die Engländerin Eglantyne Jebb, als sie kurz nach Kriegsende, im Mai 1919 in London Save the Children gründete, um deutschen und österreichischen Kindern in Not zu helfen.

"Jeder Krieg ist ein Krieg gegen Kinder"

Für sie gab es keine Sieger und Besiegten, sondern nur Mädchen und Jungen, die Hunger litten, in Armut lebten und dringend Hilfe benötigten. "Jeder Krieg ist ein Krieg gegen Kinder", sagte Eglantyne Jebb. Sie nahm heftige Anfeindungen ihrer Landsleute in Kauf, um Spenden für notleidende Kinder der vormaligen Kriegsgegner Deutschland und Österreich zu sammeln. Das war die Geburtsstunde von Save the Children, heute die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation weltweit, in über 120 Ländern im Einsatz für die am meisten benachteiligten Kinder.

Pionierin der Kinderrechte

Doch Eglantyne Jebb sammelte nicht nur Spenden, sie war auch die Pionierin der transnationalen Kinderrechte. 1924, fünf Jahre nach der Gründung von Save the Children verfasste sie mit der „Declaration of the Rights of the Child“ die erste visionäre Erklärung für die Rechte des Kindes. Die heutige UN-Kinderrechtskonvention von 1989 geht auf diesen Text von Eglantyne Jebb zurück. Diese Konvention wiederum begeht 2019, im 100. Jahr des Bestehens von Save the Children, ihr 30-jähriges Jubiläum. Ein doppelter Anlass, die Aufmerksamkeit auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern zu richten.

Die Entscheidung, die Eglantyne Jebb nach dem Grauen des Ersten Weltkriegs traf, hat das Leben von Millionen von Kindern positiv verändert. 100 Jahre Save the Children, das sind 100 Jahre, in denen die Organisation die Rechte der Kinder verteidigt, die Lebensbedingungen von Millionen von Kindern durch Nothilfeeinsätze und nachhaltige Projekte verbessert und bedeutende Unternehmen zu einer Umsetzung von Kinderrechten in ihren Kontexten bewegt hat. Es ist die Geschichte eines 100-jährigen Einsatzes, der jedoch noch lange nicht beendet ist.

Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland

Mehr Kinder als je zuvor in Kriegen und Konflikten

Heute sind mehr als 357 Millionen Kinder von Kriegen und Konflikten betroffen, so viele wie noch nie. Save the Children arbeitet an allen Fronten: in Syrien, Jemen, Somalia, im Rohingya-Camp in Bangladesch, entlang der Fluchtrouten. Denn eine Kindheit im Krieg bedeutet oft das Heranwachsen einer verlorenen Generation.

Unser 100-jähriges Jubiläum werden wir daher im kommenden Jahr mit einer globalen Kampagne zum Schutz von Kindern im Krieg begehen.

Wir werden die Weltöffentlichkeit und Staatenlenker gleichermaßen ansprechen und die Kraft unserer ganzen Organisation nutzen, um bessere Mechanismen für den Schutz von Kindern zu erreichen, die sekündlich Opfer von Kriegen und Konflikten werden oder lebenslange Beschädigungen an Körper und Seele davontragen. Wir werden nicht nachlassen.

Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland

Der emotionale Tag von Compiègne ist uns ein Ansporn. Der Gedenktag zum Weltkriegsende beweist, dass Versöhnung möglich ist. Diesen Geist brauchen wir angesichts der dramatischen Lage der Kinder in den andauernden Konflikten von Syrien, Jemen und an zu vielen anderen Orten der Welt dringend.

Zur Autorin: Martina Dase ist Direktorin für Strategische Kommunikation und Leiterin der Jubiläumskampagne bei Save the Children Deutschland.

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