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Publisher Save the Children20.11.2020100 Jahre

Neuer Bericht und Fotobuch zu Kindern im Krieg veröffentlicht

Save the Children veröffentlicht mit dem neuen Report 'Krieg gegen Kinder' und dem spektakulären Jahrhundertbuch 'Ich lebe' gleichzeitig erschreckende neue Zahlen zu Kindern in Kriegen und Konflikten sowie Botschaften der Hoffnung von überlebenden Kriegskindern aus 100 Jahren.

Erich Karl, Überlebender des I. und II. Weltrkiegs mit dem Fotobuch 'Ich lebe', für das er portraitiert wurde. © Stephanie von Becker / Save the Children

Meine Nachbarn waren beunruhigt, als die Flüchtlinge kamen. Aber ich sagte: 'Lasst uns solidarisch sein mit Menschen in Not. Niemand verlässt seine Heimat ohne guten Grund.'

Erich Karl (107), Überlebender des I. und II. Weltkriegs

Das denkt der 107-jährige Berliner Erich Karl über die Geflüchteten im Containerbau in seiner direkten Nachbarschaft. Als hungriger Junge nach dem Ersten Weltkrieg überlebte er dank Schulspeisungen von Save the Children. Seine Geschichte und die weiterer 10 Kriegskinder aus aller Welt veröffentlicht Save the Children im außergewöhnlichen Bildtextband 'Ich lebe'. Das Jahrhundertbuch erscheint im 100. Gründungsjahr des ersten internationalen Büros von Save the Children in Genf.

Vom rüstigen Überlebenden des Ersten Weltkriegs zu einem neugeborenen Rohingya-Mädchen versammelt das Buch nach zweijähriger Produktionszeit und einer weltweiten Spurensuche elf eindringliche Reportagen, die Hoffnung machen. Alle Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten über ihre Kindheit im Krieg und betonen, wie tiefgreifend die erhaltene Hilfe ihr weiteres Leben prägte.

Das Fotobuch 'Ich lebe' von Save the Children ist im Kerber Verlag erschienen. © Stephanie von Becker / Dominic Nahr / Save the Children

Mit dem Buch 'Ich lebe. Wie Kinder Kriege überstehen. Ein Jahrhundertporträt' würdigt Save the Children Deutschland auch seine britische Gründerin Eglantnye Jebb. Gegen viel öffentlichen Widerstand ihrer Landsleute hatte sie 1919 in London Save the Children ins Leben gerufen, um sich für die hungernden Kinder des ehemaligen Feindes Deutschland einzusetzen. Bereits ein Jahr später, 1920, eröffnete die weitsichtige Sozialreformerin ein internationales Büro in Genf, unmittelbar neben dem Sitz des Völkerbunds. Dort begann sie mit ihrer politischen Lobbyarbeit für die Rechte der Kinder, denn schon damals erkannte sie: „Hilfe allein genügt nicht.“

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat beim Jahrhundertbuch 'Ich lebe' als Gastautor mitgewirkt und betont:

Dr. Gerd Müller mit dem Fotobuch von Save the Children. © Stephanie von Becker / Save the Children

Bilder der betroffenen Menschen zu zeigen, wie es der Bildband 'Ich lebe' macht, ist zentral wichtig. Das Buch zeigt alle Facetten eines von Krieg geprägten Lebens. Neben dem Elend gibt es in Konflikten immer auch Hoffnung, Freude und Zuversicht. Vor allem bei den Kindern. Und wenn wir die Kinder unterstützen, haben sie gute Chancen auf ein besseres Leben als Erwachsene. Wir wissen, dass Veränderungen möglich sind.

Dr. Gerd Müller

Auf den Weg gebracht und konzipiert wurde das ungewöhnliche Buchprojekt von Martina Dase von Save the Children, die Porträts der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen hat der renommierte Schweizer Fotograf Dominic Nahr gemacht.

Martina Dase, Initiatorin des Fotobuchs 'Ich lebe'. © Stephanie von Becker / Save the Children

Jedem und jeder Überlebenden ist zudem ein Gastautor oder eine Gastautorin zugeordnet, die sich ohne Hintergrundwissen schreibend in eines der Bilder vertieften, darunter neben Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller Persönlichkeiten wie die Violinistin Anne-Sophie Mutter, der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon aus Korea, die dänische EU-Kommissarin Margrethe Vestager, der nigerianische Literaturnobelpreisträger Professor Wole Soyinka, der iranische Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan und der legendäre britische Kriegsreporter Jon Swain. Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Anne, Schirmherrin von Save the Children, schrieb das Grußwort. Sie betont:

Wir können Kriege nicht beenden, aber in den Augen der Überlebenden können wir erkennen, was unsere Hilfe bewirkt.

Anne Elizabeth Alice Louise, Princess Royal

Von der Vergangenheit zur Gegenwart: Der Report 'Krieg gegen Kinder'

Seit 2010 sind mehr als 93.000 Kinder getötet oder verstümmelt worden, das sind täglich 25 Kinder. Viele der Verletzungen wurden durch Explosivwaffen verursacht. Auch ist die Zahl der Verbrechen an Kindern in Konfliktgebieten gestiegen. Darauf verweist der neue Bericht 'Krieg gegen Kinder' von Save the Children zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20.November.

Hinter den nackten Zahlen verbergen sich schreckliche Kinderschicksale. Viele sind Opfer von Menschen, die internationale Regeln missachten und von Regierungen, die ein Auge zudrücken. Der Krieg gegen Kinder muss gestoppt werden – Mädchen und Jungen müssen in Sicherheit und Frieden aufwachsen können

Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland

12 Staaten zählen zu den gefährlichsten Ländern für Kinder: Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und Zentralafrikanische Republik.

Die Zahl der Kinder, die in Konfliktgebieten leben, stieg von 415 Millionen im Jahr 2018 auf 426 Millionen an. Das ist fast jedes fünfte Kind. 160 Millionen wuchsen zudem in Gebieten mit hoher Konfliktintensität auf. Sogar inmitten der Corona-Pandemie setzen Konfliktparteien ihre Angriffe fort. UN-Generalsekretär António Guterres hatte im März zu einer weltweiten Waffenruhe aufgerufen, unterstützt wurde der Aufruf von 170 Staaten. Dennoch wurden seitdem mindestens 177 Kinder im Jemen getötet oder verstümmelt, dutzende weitere in Afghanistan, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Dieses Wochenende treffen sich die Reichsten und Mächtigsten der Welt zum G-20-Gipfel in Saudi-Arabien – während im benachbarten Jemen Millionen von Kindern nicht wissen, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen sollen und ob sie den nächsten Luftangriff oder Artilleriebeschuss überleben werden. Die Regierenden können ihren Einfluss und ihre Stimme nutzen, um diesen Krieg gegen Kinder zu stoppen.

Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland

Save the Children appelliert an die Staatengemeinschaft, den Einsatz und den Handel mit Explosivwaffen einzuschränken und Verletzungen internationaler Vereinbarungen zu bestrafen. Darüber hinaus fordert Save the Children, dass Kinderschutzprogramme in der humanitären Hilfe kontinuierlich und verstärkt gefördert werden, inklusive psychologischer Unterstützung für Kinder und ihre Familien.

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