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Publisher Save the Children09.05.2019100 Jahre

Nach dem Ersten Weltkrieg: Hilfe für Kinder in Deutschland

In diesem Jahr wird Save the Children 100 Jahre alt. Unsere Geschichte beginnt 1919 nach Ende des Ersten Weltkriegs. Spenden und Hilfsprojekte für Kinder in Deutschland machten damals den Anfang. Ins Leben gerufen von einer Britin: Eglantyne Jebb.

© UISE

Das Elend nach Kriegsende war groß: Außer Kohl und Rüben gab es in Deutschland regulär kaum noch Lebensmittel zu kaufen. Die weit überhöhten Preise auf dem Schwarzmarkt konnte sich selbst die Mittelschicht nicht leisten. Eine große Zahl von Erwerbslosen, Kriegsversehrten, Kriegerwitwen und ihren Kindern war von staatlichen Lebensmittelzuteilungen abhängig. Und die waren dürftig, der Nährwert dieser Hungerrationen erreichte oft kaum 900 Kalorien. Viele Menschen starben an den Folgen von Hunger und Krankheiten.

Nicht wegsehen, sondern Kindern helfen

Die britische Lehrerin und Sozialreformerin Eglantyne Jebb war tief schockiert von dem, was sie in Berichten und auf Fotos sah: Ein am Boden zerstörtes Land, in dem vor allem viele Kinder hungerten und in ihrem geschwächten Zustand an vermeidbaren Krankheiten starben. Eglantyne Jebb beschloss zu handeln und gründete mit Gleichgesinnten den Save the Children Fund. Sie wollte über das Kinderelend auf dem Kontinent informieren, ihre Landsleute daran hindern, einfach wegzusehen. Und sie wollte Spenden sammeln und helfen.

Mit ihrer Organisation sorgte Jebb dafür, dass Millionen Kinder in zahlreichen deutschen Städten mit täglich einer warmen Mahlzeit versorgt wurden. Unterstützt wurden zudem Kinderheime und Waisenhäuser mit Kleidung und Decken. Auch Säuglingskliniken erhielten Lebensmittel, Medikamente sowie finanzielle Hilfe.

Mit großer Hoffnung für eine bessere Zukunft

Eglantyne Jebb reiste 1920 selbst nach Deutschland, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen und stellte fest:  

Obwohl die meisten der Kinder schon graue Gesichter haben, körperlich unterentwickelt sind und gleichzeitig früh gealtert wirken, obwohl viele von ihnen an Hautkrankheiten und an Tuberkulose leiden, haben wir den Eindruck, dass die kindliche Fähigkeit zur Erholung so groß ist, dass es noch nicht zu spät ist für wirksame Hilfsmaßnahmen.

Eglantyne Jebb, Gründerin von Save the Children

Sie sollte Recht behalten mit ihrer Einschätzung.

Save the Children verteilte zwischen 1919 und 1926 Nahrungsmittel und Kleidung an notleidende Kinder in vielen deutschen Städten, etwa in Berlin, Köln, Chemnitz, Leipzig und Nürnberg. Kranken Kindern finanzierte die Organisation Kuraufenthalte in Sanatorien und ausgehungerte Stadtkinder wurden zur Erholung aufs Land geschickt oder zu Gastfamilien im Ausland vermittelt.

Hilfe auch aus Schweden

Der schwedische Zweig der internationalen Save the Children Bewegung, „Rädda Barnen“ (Rettet die Kinder) führte ab 1920 eigene Hilfsprogramme in Deutschland durch und entsandte dafür dauerhaft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rädda Barnen betrieb eigene Kindergärten und richtete Kakaostuben ein.

Ab 1924 verbesserte sich die Wirtschaftslage in Deutschland und schon zwei Jahre später konnten ausländische Hilfsorganisationen wie Save the Children und Rädda Barnen ihre Hilfsprojekte einstellen. Eine Generation später, nach Ende des II. Weltrkiegs, sollten sie wieder zurückkehren. 

Zeitzeugen gesucht!

Sind Sie eines der Kinder, das nach dem I. oder II. Weltkrieg mit Save the Children in Berührung gekommen ist? Oder mit einer der Organisationen, denen Save the Children mit Spenden geholfen hat, wie die Londoner Kinderhilfe, die Internationale Kinderhilfe, Rettet das Kind oder das Mosley Commitee? Kennen Sie jemanden, dem von Save the Children geholfen wurde? Dann schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Wir freuen uns auf Ihre Geschichte:

zeitzeugen@savethechildren.de  
030 - 27 59 59 79 - 79

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