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Publisher Save the Children17.06.2020Interview

Unsere Kinderreporter fragen nach

Wie sieht es denn in Deutschland mit dem Recht auf Bildung aus? Und was sind „LeseOasen"? Die Kinderreporter Ella und Paul haben bei Johannes Freund nachgefragt. Er kümmert sich bei Save the Children um Bildung für Kinder in Deutschland.

Unsere Kinderreporter Ella und Paul im Interview mit Johannes Freund. © Marina Aschkenasi / Save the Children


Was sind Leseoasen?

Seit dem Sommer 2019 hat Save the Children 40 Leseoasen an
deutschen Grundschulen eröffnet. So bekommen rund 7.400 Mädchen und Jungen einen besonderen Ort zum Lesen. Ermöglicht wird das Projekt „Leseoasen an Grundschulen“ durch eine Förderung unseres Unternehmenspartners Postbank. Seit 2013 engagiert sich die Postbank gemeinsam mit uns für bessere Bildungschancen von Kindern in Deutschland.

Hallo Herr Freund, was ist eine 'LeseOase'? 

Johannes Freund: Eine LeseOase ist ein Raum zum Lesen für Kinder - so richtig zum Wohlfühlen mit Sofas und Kissen und vie­len Büchern. Wir haben an 40 Grundschulen solche LeseOasen eingerichtet. Die Kinder können sie nachmittags nutzen - aber nicht nur zum Lesen. 

Sondern auch zum Spielen?

Johannes Freund: Genau. Zum Spielen oder um mit Freunden abzuhängen. Außerdem können Kinder, die noch nie ein Buch gelesen haben, in den LeseOasen einen Kurs besuchen, der heißt „Jetzt lese ich mein erstes Buch!". Dort sprechen sie zusammen über die Geschichte und spielen oder basteln dazu. Wenn sie es geschafft haben, bekommen sie eine Urkunde. 

Lernen Kinder in Deutschland nicht sowieso lesen? 

Johannes Freund: Leider nicht alle. Forscher haben das unter­sucht und herausgefunden, dass fast jeder fünfte Viertklässler nicht richtig lesen kann. In Deutschland müssen zwar alle Kinder zur Schule - aber wie gut ihr dort lernt, ist leider sehr unterschiedlich. Manche Kinder haben viele Bücher zu Hause und ihre Eltern helfen ihnen oft. Andere Mamas und Papas können das nicht. 

Warum nicht? 

Johannes Freund: Das kann viele Gründe haben. Vielleicht haben sie wenig Zeit oder viele andere Sorgen. Oder sie haben selbst nicht gut lesen gelernt und machen eine Arbeit, bei der das nicht so wichtig ist. Sie schaffen ihren Alltag irgendwie, haben es aber oft schwer. Schließlich wird Lesen und Schreiben in Deutschland ganz oft gebraucht. Damit ihre Kinder trotzdem gut lesen lernen, ist es wichtig zu schauen, wer ihnen beim Lernen helfen kann, wenn die Eltern das alleine nicht schaffen. Dafür sind die LeseOasen auch da. 

Welche Schulen bekommen denn eine LeseOase? 

Johannes Freund: Solche, an denen viele Kinder sind, deren Eltern sie zu Hause nicht so gut unterstützen können. Die Schulen müssen dafür aber auch etwas tun! Vor allem: die Kinder mitbestimmen lassen. Wie die LeseOase aussieht, zum Beispiel. Mit Sofa oder Sitzsäcken? Das sollen die Kinder entscheiden. 

Sind die Oasen in den Klassenzimmern?

Johannes Freund: Nein, sie sind ein Angebot für den Nachmittag. Und sie sollen sich nicht wie Unterricht anfüh­len. Wir suchen zusammen mit den Schulen und Kindern einen guten Ort dafür aus. Das kann im Hort sein, in der Kantine oder in der Bibliothek. Hauptsache, die Mädchen und Jungen fühlen sich wohl. 

Arbeiten Sie auch direkt mit den Kindern zusammen? 

Johannes Freund: Ich arbeite vor allem im Büro. Mit meinen Kolleg*innen denke ich mir Sachen aus, mit denen wir Kinder unterstützen können. Ich besuche aber oft die Kinder in den LeseOasen. 

Was war denn Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Johannes Freund: Ronja Räubertocher. Das liebe ich auch als Erwachsener. Vor allem, weil Ronja so mutig ist und ihrem Papa ordentlich die Meinung sagt.

Unsere Kinderreporter:


Ella, 4. Klasse

Ella liest am liebsten auf dem Sofa. Sie mag auch Schwimmen und Skateboard fahren. 

Paul, 3. Klasse

Paul macht Judo und liest gerne coole Geschichten, am liebsten in seinem Hängestuhl. 

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