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Publisher Save the Children02.07.2019Flucht

Libanon: Syrische Flüchtlingsfamilien verlieren ihr Zuhause

Viele Familien, die aus Syrien in den benachbarten Libanon fliehen mussten, sind erneut obdachlos. Der Grund: Sie haben sich Notunterkünfte aus Beton gebaut, obwohl nur Behausungen zugelassen sind, die aus Holz und Plastikabdeckungen bestehen.

In der „Witwensiedlung“ in Arsal, einer Grenzstadt im Osten des Libanon, leben 58 syrische Familien, die zum größten Teil aus allein erziehenden Müttern, verwitweten Frauen und Waisen bestehen. Die Familien haben sich Unterkünfte aus Beton gebaut. Der Oberste Verteidigungsrat, ein Militärgremium, hatte Mitte April erklärt, dass alle Behausungen von syrischen Flüchtlingen abgerissen werden müssen, wenn sie aus anderen Materialien als Holz und Plastikfolie bestehen. Einige Familien haben ihre Häuser bereits abgerissen und sind bei Verwandten oder in Zelten untergekommen. Vor allem Kinder, alleinerziehende Frauen und Witwen leiden unter der Situation. 

Mütter erzählen uns, wie schwierig es ist, ihre Kinder zu waschen und Krankheiten zu vermeiden. Es gibt keine angemessenen Toiletten oder Duschen und die Temperaturen in der Bekaa-Region steigen. 

Allison Zelkowitz, Country Director für Save the Children im Libanon

Betroffene Familien haben die wenigen Habseligkeiten, die sie noch besitzen, gebündelt und neben ihren zerstörten Häusern auf Stapel gelegt oder sie bei Nachbarn oder Verwandten untergebracht. Jetzt sind sie auf der Suche nach einer alternativen Unterkunft. Viele von ihnen haben Angst vor weiteren Maßnahmen, die ihr Leben im Libanon erschweren könnten.

Kinder und ihre Familien brauchen Schutz

Save the Children fordert die libanesische Regierung auf, dafür zu sorgen, dass Kinder und ihre Familien geschützt sind und schnell alternative und würdige Unterbringungen organisiert werden. Wir arbeiten seit 1953 im Libanon. Nach dem Ausbruch des Syrienkrieges sind dort fast eine Million syrische Flüchtlinge beim UNHCR registriert, bis zu 68 Prozent von ihnen leben unter der Armutsgrenze. 

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