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Publisher Save the Children22.03.2021Not- & Katastrophenhilfe

6 Jahre Krieg im Jemen: Ein Viertel der zivilen Opfer sind Kinder

Es ist eine der größten humanitären Krisen der Welt: Hunger, mangelhafte Gesundheitsversorgung und die anhaltende Gewalt bedrohen im kriegsgezeichneten Jemen das Leben von Millionen Menschen. Sie sind jeden Tag in Gefahr, bei Angriffen getötet oder verletzt zu werden – insbesondere die Kinder.

Der achtjährige Omar* überlebte einen Granatenangriff in Taiz, Jemen, nur knapp, während sein Bruder dabei ums Leben kam.

Als der achtjährige Omar* vor einigen Wochen mit seinem Bruder Mahmoud*, 13 Jahre, von einem Markt in Taiz im Süden des Jemen auf dem Weg nach Hause war, änderte sich sein Leben auf einen Schlag für immer. Eine Granate schlug in die Nachbarschaft ein und schleuderte beide Kinder zu Boden. Jemand brachte sie mit einem Motorrad ins Krankenhaus. Omar* wurde schwer an den Beinen verletzt, Mahmoud* starb.

Ich frage mich, warum eine Granate ein spielendes Kind tötet. Das ist das größte Verbrechen. Omar* sagt mir immer, dass er hofft, dass es noch eine Explosion gibt, damit er wieder mit seinem Bruder im Himmel spielen kann.

Fathiya*, Mutter von Omar* und Mahmoud*

Nichts kann Omar* seinen Bruder zurückbringen. Aber wir setzen uns dafür ein, dass Omar* sich zumindest von seinen Verletzungen erholen kann, indem Save the Children für seine medizinische Behandlung aufkommt.

Jemen: Konflikt wird immer tödlicher für Kinder

Immer mehr Kinder sterben im gewaltsamen Konflikt im Jemen. 2018 war eines von fünf zivilen Opfern ein Kind, 2019 und 2020 war es eines von vier. Das zeigt eine dreijährige Analyse von Save the Children anlässlich des sechsten Jahrestags des Kriegsbeginns im Jemen am 26. März. Familien und Kinder zahlen den höchsten Preis für einen Krieg, den sie nicht selbst verschuldet haben. Die Menschen im Jemen leiden laut Angaben der Vereinten Nationen (UN) unter der größten humanitären Krise der Welt. Zwei von drei Menschen brauchen Hilfe, um zu überleben. Tausende Kinder sterben an mittlerweile vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten.

Jeder fehlende Dollar wirkt sich unmittelbar auf die Zukunft der Kinder aus. Das Risiko einer Hungersnot ist für fünf Millionen Menschen real. Dies ist eine von Menschen verursachte humanitäre Katastrophe. Hier wird das politische Kräftemessen über das Wohlergehen und die Sicherheit der Zivilbevölkerung gestellt.

Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland
Der Save the Children-Mitarbeiter Mubarak* (rechts) sitzt mit Bara'a*, 11 Jahre alt, im vom Krieg zerstörten Taiz im Jemen.

Die durch den Konflikt drohende Hungersnot wird noch dadurch verschärft, dass die so dringend benötigten Gelder für humanitäre Hilfe in der internationalen Gemeinschaft abnehmen. Währenddessen bricht das jemenitische Gesundheitssystem zusammen: Mehr als die Hälfte aller Einrichtungen im Gesundheitswesen sind geschlossen oder nur teilweise funktionsfähig, viele Krankenhäuser sind im Krieg zerstört worden, es mangelt an Medikamenten und Fachkräften. Oft sind es Kinder wie Omar*, die die katastrophalen Konsequenzen dieser menschenunwürdigen Situation tragen müssen.

Ein nicht endender Albtraum für Jemens Kinder

Bisher ist es der internationalen Gemeinschaft nicht gelungen, die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch zu bringen oder die Waffenruhe dauerhaft durchzusetzen. Stattdessen gehen die Kämpfe weiter – mit verheerenden Folgen für die Kinder.

Die Kinder im Jemen durchleben seit sechs Jahren einen Albtraum. Sie sehen täglich Gewalt und Tod, gehen hungrig ins Bett, verpassen den Unterricht. Kinder riskieren ihr Leben beim Spielen im Freien und an Orten, an denen sie sich sicher fühlen sollten: zu Hause, in der Schule, im Krankenhaus oder auf dem Markt.

Xavier Joubert, Länderdirektor von Save the Children im Jemen

Um das Leid der Kinder und weiterer ziviler Opfer im Jemen zu beenden, müssen die Konfliktparteien so schnell wie möglich einen Waffenstillstand umsetzen. Das fordert unter anderem der Länderdirektor von Save the Children im Jemen Xavier Joubert. Dieser solle dann umgehend genutzt werden, um auf einen nachhaltigen Frieden und eine politische Lösung für diesen Krieg hinzuarbeiten.

*Name zum Schutz geändert

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